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Berliner Inklusionspreis 2017 verliehen

Pressemitteilung vom 04.12.2017

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach und der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Franz Allert haben vorbildliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit dem Berliner Inklusionspreis ausgezeichnet. Drei Firmen erhielten den in Höhe von 10.000 Euro dotierten Landespreis.

Die Gewinner des Berliner Inklusionspreises 2017 sind:

Kategorie „Kleinunternehmen“: CK-Dental – Zahntechnik
Kategorie „Mittelständische Unternehmen“: Stiftung Stadtmuseum Berlin
Kategorie „Großunternehmen“: GALERIA Kaufhof GmbH

Senatorin Breitenbach: „Die Selbstbestimmung und die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, ihre umfassende Teilhabe, sind erklärte Ziele der Behindertenpolitik des Berliner Senats. Einen besonderen Stellenwert hat dabei die jährliche Vergabe des Berliner Inklusionspreises. Es ist der Landesregierung ein Bedürfnis, die vorbildlichen Beispiele der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Schwerbehinderung bekannt zu machen und öffentlich zu würdigen. Ich danke den Berliner Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die Menschen mit Behinderung entsprechend ihren Fähigkeiten und Kenntnissen nicht nur beschäftigten, sondern sich dabei besonders engagieren. Noch mehr Unternehmen in der Stadt können sich von den positiven Erfahrungen der heute Ausgezeichneten für ein eigenes Engagement motivieren lassen.“

Sieger in der Kategorie „Kleinunternehmen“ ist das Zahntechnik-Labor CK-Dental. Die Erfolgsgeschichte des Jungunternehmers aus Pankow, Christoph Kazmierczak, begann im Jahr 2012 mit der Gründung des Labors CK-Dental. Bei der Suche nach Fachpersonal für seine neu gegründete Firma, wurde er auf das Potenzial von Menschen mit Handicap aufmerksam. Diese Strategie ging auf und wird erfolgreich fortgesetzt: Von den gegenwärtig neun Beschäftigten der Firma CK-Dental haben vier Menschen ein Handicap, obwohl sie aufgrund der Betriebsgröße nach dem Sozialgesetzbuch IX dazu nicht verpflichtet ist. Für die herausragenden Erfolge bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zeichnete die Landesregierung das Fachlabor CK-Dental bereits 2015 mit dem Berliner Sonderpreis aus. „In diesem Jahr ist es Ihnen erneut gelungen, die Jurymitglieder von Ihrem besonderen Engagement sowie von den herausragenden Leistungen Ihrer Beschäftigter zu überzeugen“, so Senatorin Breitenbach.

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin siegte in der Kategorie „Mittelständische Unternehmen“. Das größte stadthistorische Museum Deutschlands betreibt fünf Berliner Museen: Das Märkische Museum, das Museum Nikolaikirche, das Ephraim-Palais, das Museum Knoblauchhaus im Nikolaiviertel sowie das Museumsdorf Düppel. Den Besucherinnen und Besuchern in den denkmalgeschützten Häusern barrierefreien Zugang zu Kunstwerken zu ermöglichen, stellt für den Museumsdirektor, Paul Spies, eine besondere Herausforderung dar. Um diese Hürden zu beseitigen, realisiert er, unter Beteiligung von Menschen mit Handicap, standortbezogene Projekte. So initiierte Herr Spies die Arbeitsgemeinschaft „Inklusion“, um – gemeinsam mit behinderten Menschen – Tastmodelle anzufertigen. Eins dieser kostenintensiven Tastmodelle ist die mittelalterliche Basilika, die sich im Museum der Nikolaikirche befindet. „Ihr wertvoller Beitrag zur Schaffung einer inklusiven Arbeitswelt im Land Berlin ist nachahmenswert“, sagte Senatorin Breitenbach bei der Preisübergabe.

Sieger in der Kategorie „Großunternehmen“ ist das Warenhaus GALERIA Kaufhof am Alexanderplatz. Das im Jahr 1879 gegründete Unternehmen ist heute eine europaweit führende Warenhauskette. In Deutschland betreibt die traditionsreiche GALERIA Kaufhof GmbH – mit Firmensitz in Köln – 97 Filialen. Fester Bestandteil der Firmenphilosophie des Berliner Warenhauses ist das Konzept „Zukunftsorientierte Schwerbehindertenpolitik“.

Die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen der GALERIA Kaufhof GmbH liegt mit 10 % deutlich über den gesetzlichen Vorgaben. „Individuelle Förderung von Potenzialen und Chancengleichheit – ungeachtet von Behinderung, Geschlecht, Alter, Religion und ethnischer Herkunft – werden in Ihrem Haus eingefordert und vorgelebt. Wertschätzung und Vielfalt sind somit die Visitenkarte der GALERIA Kaufhof GmbH und Maßstab Ihres unternehmerischen Handelns“, würdigte Senatorin Breitenbach die Geschäftsführer Michael Hövelmann und Reinhard Schöwe.

Die große Zahl an sehr guten Bewerbungen veranlasste die Jury, zusätzlich ein Unternehmen mit dem Berliner Sonderpreis 2017 auszuzeichnen. Der Preis in dieser Kategorie ging an die KADOMO Berlin GmbH. Das Kleinunternehmen KADOMO führt Fahrzeuganpassungen für Menschen mit Handicap durch und baut Fahrzeuge behindertengerecht um. Getreu dem Firmennamen KADOMO „KAnnst DOch MObil sein“ verhilft das Unternehmen Menschen mit Handicap zu mehr Teilhabe am Leben in der Gesellschaft – zu mehr Lebensqualität. „Während in der Öffentlichkeit viel über die soziale Verantwortung von Arbeitgebern diskutiert wird, zeigen Sie anderen Unternehmen, wie Inklusion praktiziert werden kann“, lobte Senatorin Breitenbach den Firmenchef, Stephan Noack.