Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitshilfe für Kinder und Jugendliche

Ärztliche Untersuchung eines Mädchens mit einem Stethoskop
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Kinder- und Jugendgesundheitsdienste

Kinder- und Jugendgesundheitsdienste (KJGD) gibt es in allen Gesundheitsämtern der zwölf Berliner Bezirke. Sie bieten Unterstützung und Beratung in allen Gesundheitsfragen bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Problemen, die ihre gesundheitliche Entwicklung beeinträchtigen könnten. Eltern, Kinder und Jugendliche können sich mit ihren Fragestellungen spontan an die KJGDs wenden, sich informieren und beraten lassen – ganz ohne Überweisung oder vorherige Klärung der Kostenfragen. In gleicher Weise können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich des Jugend-, Sozial-, Erziehungs- und Bildungswesens mit einschlägigen Problemen unmittelbar an den KJGD wenden.

Die Stärke des KJGD ergibt sich aus seiner Nähe zu anderen gesundheitlichen und medizinischen Fachdisziplinen wie Hygiene, Infektologie, Sozialmedizin, Jugendzahnmedizin und Sozialpsychiatrie. Der KJGD arbeitet eng mit den Sozialen Diensten, dem Jugendamt, dem Sozialamt, den Kindertagesstätten, der Schulaufsicht und den Schulen zusammen. Auch steht er im direkten Austausch mit den Kinder- und Jugendambulanzen bzw. Sozialpädiatrischen Zentren, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Kliniken und anderen Institutionen des medizinischen Versorgungssystems.

Aufgaben der Kinder- und Jugendgesundheitsdienste

Aufgabe des KJGD ist es, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen und zu fördern, um allgemeine und individuelle Gesundheitsgefährdungen zu erkennen, zu mildern oder zu beseitigen. Unterschieden wird dabei zwischen:

Primärer Prävention
Ziel der primären Prävention ist es, mögliche Entwicklungsbeeinträchtigungen zu vermeiden und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Das Anliegen, die Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen zu erhalten, soll durch die Gesundheitserziehung, das Impfwesen sowie Aufklärungs- und Beratungsangebote für Schüler, Eltern, pädagogische Fachkräfte und gegebenenfalls weitere Bezugspersonen erreicht werden. Einmal jährlich führt der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst in den Berliner Tageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen altersspezifische Reihenuntersuchungen durch, soweit die sorgeberechtigten Eltern ihre schriftliche Einwilligung dazu erklärt haben.

Sekundärer Prävention
Die sekundäre Prävention beinhaltet die Früherkennung von Gesundheitsschäden – also die Entdeckung der Krankheit, wenn Eltern bei ihrem Kind noch keine Symptome oder Anzeichen einer Störung wahrnehmen – und die daraus folgenden Therapieempfehlungen.

Tertiärer Prävention
Im Rahmen der tertiären Prävention bietet der KJGD bei Entwicklungsverzögerungen bzw. Behinderungen verschiedene Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB V, SGB VIII, SGB IX, SGB XII ff.) an, die sowohl im KJGD selbst oder auf dessen Vermittlung von anderen Einrichtungen erbracht werden.

Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste

Mädchen sitzt auf Sofa und hält sich die Ohren zu, Mutter und Vater streiten sich im Hintergrund
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Die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste (KJPD) sind in allen zwölf Gesundheitsämtern der Berliner Bezirke vertreten. Die Hauptaufgabe des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes besteht in der fachspezifischen ärztlichen, psychologischen und sozialpädagogischen Untersuchung und Beratung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien, die Störungen ihrer psychischen Gesundheit aufweisen, kinder- und jugendpsychiatrisch relevante Verhaltensstörungen zeigen, geistig behindert sind oder von diesen Krankheitsbildern oder Störungen bedroht sind.

Zahnärztliche Dienste

Zahnarzt erklärt Jungen anhand eines Modells die richtige Zahnpflege
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Die Zahnärztlichen Dienste (ZÄD) der Berliner Bezirke führen kinder- und jugendzahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen sowie kieferorthopädische Diagnostik und Kariesprophylaxe durch. Dazu zählen vorrangig Leistungen wie die Befunderhebung mit Zahnstatus und verschiedenen Indizes sowie die Dokumentation, die Feststellung von Zahn- und Kieferfehlstellungen und Früherkennung von Habits sowie die Kariesrisikobestimmung (Screening).

Einmal jährlich führt der ZÄD in den Berliner Tageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen zahnärztliche Reihenuntersuchungen durch, soweit die sorgeberechtigten Eltern ihre schriftliche Einwilligung dazu erklärt haben. Ziel dieser Untersuchungen ist die Förderung der Mundgesundheit bei Berliner Kindern. Die Reihenuntersuchungen sind jedoch nur ein Teil berlinweiter Bemühungen darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig gesunde Milchzähne für die allgemeine Gesundheit und die Entwicklung von Kindern sind.

Mundgesundheit

Die zahnärztlichen Reihenuntersuchungen in den Kitas, Tagespflegeeinrichtungen und Schulen durch Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sind ein wichtiger Beitrag zur Mundgesundheit der Kinder in Berlin. Darüber hinaus gibt es in Berlin weitere Projekte und Kampagnen, um Eltern und Kinder für das Thema gesunde Zähne zu sensibilisieren

Projekt “Gesunde Milchzähne”

Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, den Kariesbefall an Milchzähnen zu senken. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V., der Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen e. V. und der Berlin School of Public Health hat die Abteilung Gesundheit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales 2011 das Projekt ‘Gesunde Milchzähne’ gestartet.

Berliner Kinderzahnpass

Die Zahnärztekammer Berlin und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin haben gemeinsam den “Berliner Kinderzahnpass” ins Leben gerufen. Er wird in Kinderarztpraxen und Geburtskliniken ausgegeben und wird direkt in das gelbe Untersuchungsheft eingeklebt. Der Kinderzahnpass gibt Eltern einen Überblick über die anstehenden kostenlosen Zahn-Früherkennungsuntersuchungen ihres Kindes, die empfohlenen kostenlosen Zahn-Kontrolltermine sowie den Zustand der Zähne.

Mehr Informationen zur Mundgesundheit

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ausführliche Informationen zu Zahnentwicklung, Zahnpflege, Entstehung von Karies, zahngesunde Ernährung sowie zahnmedizinische Vorsorge und Früherkennung bei Kindern zusammengestellt. Das Themenheft “Mundgesundheit” gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Mundgesundheit in Deutschland, die zahnmedizinische Versorgung und ihre Finanzierung. Mundgesundheit als ein Thema der Kindergesundheit wird zusätzlich auf folgender Web-Seite dargestellt:

Wichtige Formulare und Spezialberichte

Verordnung über die Untersuchungen durch den ÖGD in Berliner Tageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen (RVO-KitaFöG)

PDF-Dokument (30.7 kB) - Stand: Februar 2010

Spezialberichte

Es werden regelmäßig Spezialberichte zu Schwerpunktthemen erstellt, die Analysen enthalten, Zusammenhänge aufzeigen und Handlungsempfehlungen für den ÖGD beinhalten. Beispielhaft sind hier der ‘Spezialbericht zur Mundgesundheit der Berliner Kinder im Schuljahr 2009/2010’ sowie der Spezialbericht ‘Einheitliche Erfassung des Migrationshintergrundes bei den Einschulungsuntersuchungen’ aus dem Jahr 2013 genannt. Die Berichte können Sie auf auf den Seiten des Bereichs Gesundheits- und Sozialberichterstattung nachlesen.