Gesundheitswirtschaft in Berlin

Eine Frau und ein Mann arbeiten am Mikroskop
Bild: kasto / Fotolia.com

Berlin-Brandenburg ist einer der international führenden Standorte der Lebenswissenschaften und der Gesundheitswirtschaft. Ausdruck dafür sind die über 280 Medizintechnik- und mehr als 220 Biotechnologiefirmen, 30 Pharmaunternehmen und 132 Kliniken, die hier angesiedelt sind. Etwa 313.700 Menschen aus der Region sind in der Branche beschäftigt.

Als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Hauptstadtregion verzeichnet die Gesundheitsbranche ein überdurchschnittliches Wachstum. Prognosen zufolge wird im Jahr 2030 in Berlin-Brandenburg mit rund 368.000 Beschäftigten eine Bruttowertschöpfung von etwa 20 Milliarden Euro erzielt werden. Ziel ist es, dieses Wachstums- und Beschäftigungspotenzial zu nutzen und auszubauen und die Region zum Zentrum der Gesundheitswirtschaft in Deutschland zu machen.

Gewinn für die Patientinnen und Patienten

Die Stärke der Region liegt in der Konzentration und Vernetzung von Wissenschaft, Klinik und Wirtschaft. Zusammen bilden Sie eine hervorragende Infrastruktur für die Überführung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in innovative Produkte der Gesundheitswirtschaft und für die Entwicklung zukunftsweisender Behandlungsverfahren.

Von diesen Innovationen profitieren auch die Patientinnen und Patienten in der Hauptstadtregion. Neuerungen insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (z. B. in Form von Apps), aber auch in Pharma- und Biotechnologie eröffnen vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeiten. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte Personalisierte bzw. Stratifizierte Medizin, mit deren Hilfe die Behandlung von Krankheiten gezielt auf die individuellen Gegebenheiten abgestimmt werden kann. Weitere Innovationen gibt es z. B. im Bereich technischer Unterstützungs- und Assistenzsysteme, die das Wohnen im Alter zu Hause erleichtern, oder bei telemedizinischen Anwendungen, die Diagnose und Therapie unter Überbrückung räumlicher und zeitlicher Entfernung ermöglichen.

Gewinn für die Region

Die erfolgreiche Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft kommt der Region als Ganze zu Gute. Mit der wachsenden Zahl an Unternehmen erhöht sich zum einen die Wirtschaftskraft, zum anderen wächst die Anzahl der in der Region Beschäftigten mit entsprechenden positiven Effekten auf den Arbeitsmarkt.

Aus diesem Grund unterstützen die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg diese Entwicklung seit Jahren. So ist die Gesundheitswirtschaft nicht nur in der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Strukturentwicklungspolitik, sondern auch in der Gesundheits- und Sozialpolitik ein wichtiger Baustein geworden.

Clusterstrategie und HealthCapital Berlin-Brandenburg

2011 einigten sich Berlin und Brandenburg auf die Gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB). Sie sieht eine enge länderübergreifende Abstimmung und eine Bündelung der Kräfte vor, um die Hauptstadtregion im globalen Wettbewerb der Standorte optimal positionieren zu können. Zu diesem Zweck beschlossen die beiden Landesregierungen die Entwicklung länderübergreifender Cluster (Englisch für ‘Bündel’, ‘Schwarm‘, ‘Haufen’). Definierte Zukunftsfelder werden perspektivisch im Zuge einer wachstums- und wettbewerbsorientierten Strategie zu Clustern ausgebaut und in einen breiteren Kontext regionaler Wertschöpfung eingebettet.

Das Cluster Gesundheitswirtschaft wurde als erstes Cluster im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Unter der Dachmarke HealthCapital Berlin-Brandenburg werden seither alle themenbezogenen Aktivitäten und konkreten Maßnahmen der interregionalen Zusammenarbeit gebündelt.

Zur Koordination der Maßnahmen und unterschiedlichen Akteure wurde ein länderübergreifendes Clustermanagement etabliert. Dieses wird gemeinsam gebildet von der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH und der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH. Das Clustermanagement agiert als zentrale Anlaufstelle für die regionale Gesundheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg und vertritt das Cluster national und international.

Zentrale Aufgaben des Clustermanagements sind:

  • die Vernetzung von Akteuren sowohl innerhalb der Gesundheitswirtschaft als auch mit anderen Branchen
  • die Unterstützung von Projekten, Aktivitäten und Maßnahmen
  • die Beratung und Unterstützung von interessierten Einrichtungen und Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg
  • die Operationalisierung des Masterplans Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg

Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg

Strategische Grundlage für die organisatorische und operative Umsetzung der länderübergreifenden Aktivitäten ist der überarbeitete Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg, der 2014 verabschiedet wurde.

Der neue Masterplan definiert strategische Ziele, thematische Schwerpunkte und Maßnahmen und gliedert sich in vier Handlungsfelder:

  • Biotechnologie & Pharma
  • Medizintechnik
  • Neue Versorgungsformen & Rehabilitation
  • Gesundheitsförderung, Prävention & Gesundheitstourismus

Handlungsfeldübergreifend werden fünf zentrale Themen als sogenannte Integrativthemen entwickelt:

  • Fachkräfte
  • Ansiedlung & Bestandsentwicklung
  • Internationalisierung
  • E-Health
  • Alternde Gesellschaft

Den aktualisierten Masterplan finden Sie zum Download unter diesem Link.

Weiterführende Informationen

Mehr Informationen zu Struktur und Aufbau des Clusters, zu Aktivitäten, Terminen und Neuigkeiten in der Gesundheitsregion, zu Fördermöglichkeiten, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern sowie Informationsbroschüren zu gesundheitsbezogenen Ausbildungs- und Studiengängen, zu Rehabilitationsangeboten etc. finden Sie auf den Seiten von HealthCapital Berlin-Brandenburg.