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Asiatische Tigermücke

Erwachsene Asiatische Tigermücke der Art Aedes albopictus

Klimaveränderungen und damit einhergehende mildere Winter können die Ausbreitung von Mückenarten begünstigen. Dazu zählen auch nicht heimische Mücken wie die Asiatische Tigermücke.

Woher kommt die Asiatische Tigermücke?

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kommt ursprünglich aus Südostasien und wurde mit dem weltweiten Warenverkehr nach Europa und auch Deutschland eingeschleppt. Insbesondere werden der internationale Kraftfahrzeugverkehr sowie der Handel mit Gebrauchtreifen und Zierpflanzen wie dem Glücksbambus als Eintragswege nach Deutschland und Europa gesehen.
Ende der 1970er Jahre wurde die Asiatische Tigermücke das erste Mal in Europa (Albanien) nachgewiesen, ohne sich zu diesem Zeitpunkt weiter auszubreiten. Inzwischen wurde die Asiatische Tigermücke in 26 europäischen Ländern nachgewiesen. In Italien ist sie fast flächendeckend verbreitet. In Deutschland sind Vorkommen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen bekannt.
Im Jahr 2021 wurden einzelne adulte Mücken und auch Larven der Asiatischen Tigermücke im Land Berlin gefunden.

Woran erkennt man die Asiatische Tigermücke?

Erwachsene Asiatische Tigermücke der Art Aedes albopictus

Die Asiatische Tigermücke ist am gesamten Körper schwarz-weiß gestreift. Dies gilt auch für ihre Beine. Markant ist auch ein weißer Längsstreifen auf dem vorderen Rücken. Zudem ist sie relativ klein. Auffällig ist, dass sie auch tagsüber aktiv ist und die weiblichen Tigermücken ein aggressives Stechverhalten zeigen. Sie kann dadurch massiv belästigen. Diese Mückenart legt ihre Eier vor allem in kleineren künstlichen Wasserbehältern ab. Dazu zählen beispielsweise Wasseransammlungen in Blumentöpfen und -vasen, Vogeltränken oder auch Regentonnen.

Bändermücke (culiseta annulata) von oben

Eine hohe Verwechslungsgefahr besteht zwischen der Asiatischen Tigermücke und der Ringelschnake/Ringelmücke (Culiseta annulata), da die Ringelmücke ebenfalls gestreifte Beine hat. Diese heimische Mückenart ist jedoch um ein Vielfaches größer als die Asiatische Tigermücke und hat zudem keinen weißen Längsstreifen auf dem Vorderrücken.

Gehen von der Asiatischen Tigermücke gesundheitliche Gefahren aus?

Die Asiatische Tigermücke kann potentieller Überträger des Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus sein.
Für Deutschland wird derzeit das Risiko einer Übertragung der Viren auf den Menschen durch die Asiatische Tigermücke als gering eingeschätzt. Dies wird mit dem derzeit begrenzten Vorkommen der Mückenart und der geringen Anzahl an Virenträgern begründet. Denn eine Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen setzt unter anderem voraus, dass die Mücke vorher einen mit dem Virus infizierten Wirt gestochen hat. Sie trägt die Krankheitserreger somit nicht von Natur aus in sich. Infizierte Wirte könnten beispielsweise Reiserückkehrende sein, die sich in ihrem Urlaub mit dem Dengue- oder dem Chikungunya-Virus infiziert haben. Das Risiko für eine Infektion könnte jedoch steigen, wenn sich die Asiatische Tigermücke weiter ausbreitet.
Die meisten Menschen zeigen bei einer Erkrankung mit Dengue, ausgelöst durch das Dengue-Virus, keine Symptome oder haben einen milden fieberhaften Verlauf. Bei einem kleinen Teil der Infizierten verläuft die Erkrankung schwer und kann durch Symptome wie anhaltendes Erbrechen, starke Bauschmerzen oder schnelle Atmung gekennzeichnet sein.

Wie kann ich mich schützen?

Nicht nur die Asiatische Tigermücke, sondern auch heimische Mückenarten können Krankheitserreger, wie Viren, übertragen. Sie können sich durch lange stichdichte Kleidung oder die Nutzung von Mückenschutzspray vor Stichen schützen. Zudem können Sie durch die Nutzung von Insektenschutzgittern an Ihren Fenstern verhindern, dass Mücken in Ihre Wohnung oder Ihr Haus eindringen.

Wie kann ich der Verbreitung der Asiatischen Tigermücke vorbeugen?

Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier meist in künstlichen Wasseransammlungen in der Nähe des Menschen ab. Eine wichtige Maßnahme, um die Ausbreitung der Mücke zu verhindern, ist daher diese Wasseransammlungen in Ihrem Garten oder Schrebergarten zu reduzieren.
  • Entsorgen Sie abgestandenes Wasser, z.B. aus Planschbecken, nicht in den Gully, sondern vergießen Sie es direkt auf Grünflächen in Ihrem Garten.
  • Vermeiden Sie stehendes Wasser in Blumentöpfen und Ähnlichem.
  • Vermeiden Sie Wasseransammlungen auf Abdeckplanen.
  • Tauschen Sie stehendes Wasser in z.B. in Vogeltränken regelmäßig aus.
  • Reinigen Sie Ihre Regentonne vor der Gartensaison mit einem Schwamm und decken Sie die Regentonne anschließend z.B. mit einem Insektenschutznetz ab. Achten Sie darauf, dass keine Löcher im Netz sind, da die Mücken Schlupflöcher finden und nutzen.
  • Entleeren Sie Gießkannen oder nicht benötigte Blumentöpfe und lagern Sie diese umgedreht, so dass sich kein Wasser darin ansammeln kann.
  • Reinigen Sie Ihre Regenrinnen regelmäßig.
  • Fördern Sie Fressfeinde wie Libellen oder Vögel.

Wohin kann ich gefundene Mücken versenden?

Das Friedrich-Loeffler-Institut und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung tragen gemeinsam das Projekt Mückenatlas. Bürgerinnen und Bürger sind hierbei aufgerufen, Mückenfunde einzusenden. Dadurch soll festgestellt werden, welche Mückenarten in welcher Region Deutschlands auftreten.
Falls Sie auch ein Mückenjäger oder eine Mückenjägerin werden wollen, müssen Sie wie folgt vorgehen: Fangen Sie Mücken ein, ohne diese zu quetschen und frieren sie diese über Nacht ein. Anschließend können Sie die Mücke in einem kleinen Behälter (beispielsweise einer Streichholzschachtel) am besten zeitnah nach dem Einfrieren und einem Einsendeformular an die folgende Adresse versenden:

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V.
“Mückenatlas”
Eberswalder Straße 84m
15374 Müncheberg

Weitere Informationen sowie das Einsendeformular finden sich auf der Internetseite zum Mückenatlas:

Wohin kann ich mich bei Fragen zu Infektionskrankheiten und Impfungen wenden?

Sollten Sie Fragen zu Infektionskrankheiten haben, können Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt sowie an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Sollten Sie einen Beratungsbedarf zu Impfungen und Prophylaxe in Bezug auf eine bevorstehende Reise haben, können Sie sich von Ihrer Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt oder von einer Reisemedizinerin oder -mediziner beraten lassen.

Weiterführende Informationen

Quellen