Gesundheitsziele

Zwei Mädchen und zwei Jungen stehen vor einer bemalten Wand in einer Schule

Die von den Mitgliedern der Landesgesundheitskonferenz Berlin (LGK) formulierten Gesundheitsziele sind an die Politik gerichtete Empfehlungen, wie Prävention und Gesundheitsförderung in Berlin gestärkt werden können. Hierfür analysiert die LGK anhand von statistischen Erhebungen das gesundheitliche Versorgungs- und Präventionssystem, schlägt Strategien für eine Verbesserung vor und leitet sie an Entscheidungsträger in der Politik weiter.

Fahrradfahren kann jeder

Gesundheitsziel ‘Gesundheitschancen für Kinder und Jugendliche erhöhen – Benachteiligung abbauen’

Die Beteiligten der Landesgesundheitskonferenz Berlin haben im Juni 2007 Gesundheitsziele für Kinder im Alter von 0-6 Jahren beschlossen. Das Zielesystem definiert Handlungsfelder, die beeinflusst werden sollen und legt fest, in welchen Lebenswelten dies stattfinden soll: in Familien, im Stadtteil und in der Kindertagesstätte. Die LGK empfiehlt ihren Mitgliedern und allen Akteuren, ihre Maßnahmen und Aktivitäten im Land Berlin an diesen Gesundheitszielen zu orientieren.

Die Gesundheitsziele sind darauf ausgerichtet,
  • im Handlungsfeld Ernährung den Anteil normalgewichtiger Kinder zu erhöhen,
  • im Handlungsfeld Bewegung den Anteil der Kinder mit unauffälligen motorischen Entwicklungsbefunden zu erhöhen,
  • im Handlungsfeld Sprachentwicklung den Anteil der Kindern mit unauffälligen sprachlichen Entwicklungsbefunden zu erhöhen.
  • im Handlungsfeld Lebenskompetenzen Familien zu entlasten und ihre Kompetenzen zu stärken, um den Kindern gute familiäre Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen zu verschaffen
  • im Handlungsfeld Mund- und Zahngesundheit eine Verbesserung bei Kindern und Jugendlichen zu erreichen

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin

  • Zielesystem zur Entwicklung von Gesundheitschancen: Gesundheitschancen für Kinder und Jugendliche erhöhen - Benachteiligung abbauen Gesund aufwachsen

    PDF-Dokument (54.3 kB)

Gruppe von Menschen mit verschiedenen Berufen

Gesundheitsziel ‘Gesundes Arbeiten in Berlin stärken’

Arbeitsbedingungen haben eine hohe Relevanz für die Gesundheit: Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist sowohl ein wichtiger Faktor für Produktivität als auch für Lebensqualität.
Lern-, Arbeits- und Lebensbedingungen so zu gestalten, dass sie in jeder Phase des (Berufs)lebens eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sind – dies erweist sich angesichts einer sich wandelnden und verdichtenden Arbeitswelt als Herausforderung für Unternehmen und Beschäftigte. Zunehmende Heterogenität von Arbeitsbiografien sowie demografischer Wandel und die damit einhergehende Veränderung der Altersstruktur in den Belegschaften erfordern neue Gestaltungskonzepte für gesundes Arbeiten.

Die Landesgesundheitskonferenz hat die gesunde Gestaltung der Arbeitswelt im Jahr 2013 unter dem Titel „BERUFsLEBEN gesund gestalten“ zu einem Schwerpunktthema gemacht und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Derzeit werden Gesundheitsziele ausgearbeitet und konkretisiert.

Kernanliegen dabei sind
  • die Umsetzung des Arbeitsschutzes in allen Betrieben zu stärken und zu verankern,
  • die Zahl der Unternehmen, Betriebe und Verwaltungen die BGF/BGM umsetzen zu erhöhen (insbesondere KMU) und
  • Berufsgruppen mit besonderem Bedarf in den Blick zu nehmen.
  • Broschüre "Gesunde Unternehmen in Berlin. Ein Wegweiser zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement"

    PDF-Dokument (796.1 kB)

Senioren bei Hantelübungen

Gesundheitsziel ‘Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten’

Die steigende Lebenserwartung und die sich durch den demografischen Wandel verändernde Bevölkerungsstruktur stellen Berlin vor große gesundheitspolitische Herausforderungen. Im Rahmen des seit dem Jahr 2009 laufenden Diskussionsprozesses zu Altern und Gesundheit beschloss die LGK im Juni 2011 das Gesundheitsziel “Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten”. Seitdem wurden weitere Ziele verabschiedet, zuletzt im Handlungsfeld “Mundgesundheit im Alter” (2017) und für die Zielgruppe der älteren Menschen in stationären Einrichtungen (2018).

Folgende Ziele werden aktuell verfolgt (Stand Ende 2018):
  • Strategien und Maßnahmen der sozialraumorientierten Gesundheitsförderung und sozialen Teilhabe ausbauen.
  • Maßnahmen der Bewegungsförderung ausbauen und ältere Menschen motivieren und fördern, sich regelmäßig zu bewegen.
  • Die gesellschaftliche Teilhabe psychisch kranker, älterer Menschen und ihrer Angehörigen fördern und adäquate Versorgungsstrukturen weiterentwickeln.
  • Sucht im Alter vorbeugen.
  • Die zahnmedizinische Prävention und Versorgung bei älteren Menschen mit und ohne Pflegebedarf ist gestärkt.

Die konkreten Ziele und Maßnahmen sind in der Zielematrix “Selbständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten” einzusehen.

  • Zielematrix Gesund Altern vom 07.11.2018

    PDF-Dokument (347.6 kB)

Gesundheitsziel 'Gesund teilhaben'

Im Jahr 2021 haben die Mitglieder der Landesgesundheitskonferenz Berlin ein weiteres Gesundheitsziel beschlossen und in den Gesundheitszieleprozess aufgenommen. Hintergrund war, dass abweichend von der Nationalen Präventionsstrategie, der Berliner Gesundheitszieleprozess bislang lediglich auf die Gesundheitsziele „Gesund aufwachsen“, „Gesund arbeiten“ und „Gesund älter werden“ ausgereichtet war und somit nur Zielgruppen in den Lebenswelten Kita/Schule, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Betriebe, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen bzw. Einrichtungen der pflegerischen Versorgung berücksichtigt waren. Das Gesundheitsziel sowie die Lebenswelt Kommune wurden, soweit nicht durch die anderen Gesundheitsziele abgedeckt, dabei nicht oder nicht hinreichend berücksichtigt, wodurch eine Vielzahl von Zielgruppen nicht erreicht wird. Im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung des Landes Berlin zum Präventionsgesetz ist jedoch die Nationale Präventionsstrategie umzusetzen. Daher sind Handlungsfelder und Maßnahmen für Berlin zu entwickeln, die die Zielgruppen erreichen, die keinem der drei bestehenden Gesundheitsziele zugeordnet werden können.
Damit in der Berliner Bevölkerung gesundheitliche Chancen gerechter verteilt werden, bedarf es der Verbesserung von Teilhabechancen. Entsprechende Maßnahmen müssen so ausgerichtet sein, dass alle Menschen ohne Stigmatisierung erreicht werden. Als ein Zugangsweg eignet sich das Setting Kommune. Die AG befasst sich zuerst mit den Zielgruppen

  • Alleinerziehende Menschen
  • Wohnungslose Menschen