Coronavirus in Berlin

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Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

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Präventionspolitik

Laboratin entnimmt mit einer Pipette Blut aus einem Reagenzgläschen
Bild: luchschen_shutter / Fotolia.com

Das Wissen um eine HIV-Infektion oder eine andere sexuell übertragbare Infektion (STI) ist von hoher Bedeutung für die Prävention: Zum einen fördert das Wissen das Verantwortungsbewusstsein der Betroffenen gegenüber ihren SexualpartnerInnen. Sie können Schutzmaßnahmen ergreifen und so die weitere Verbreitung der Virusinfektion verhindern. Zum anderen kann eine Infektion mit modernen Medikamenten wirksam behandelt und die Viruskonzentration gesenkt werden. Die Wahrscheinlichkeit z. B. einer HIV-Übertragung auf sexuellem Wege kann so reduziert werden. Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales hat im Rahmen ihrer Präventionspolitik aus den genannten Gründen Rahmenkonzepte für die HIV-/Aids- und STI-Prävention erarbeitet und eine Präventionskampagne für Berlin initiiert.

Berliner Konzepte zu HIV/Aids, sexuell übertragbaren Infektionen und Hepatitiden

Das im Oktober 2010 vom Berliner Senat verabschiedete “Rahmenkonzept zur Prävention von HIV/Aids, Hepatitis- und sexuell übertragbaren Infektionen sowie zur Versorgung von Menschen mit HIV/Aids und/oder chronischen Hepatitisinfektionen in Berlin” sowie das darauf aufbauende “Entwicklungskonzept zur Prävention von HIV/Aids, sexuell übertragbaren Infektionen und Hepatitiden” sind die Grundlagen der Berliner Präventionspolitik im genannten Bereich.

Ausgehend von diesen Konzepten haben mehrere Senatsverwaltungen, der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e. V., freie Träger, die bezirklichen Gesundheitsämter sowie Betroffenen- und ZielgruppenvertreterInnen unter Beteiligung selbst betroffener Menschen Empfehlungen und Maßnahmen zur HIV-/STI- und Hepatitis-Prävention für spezifische Zielgruppen erarbeitet. Unter externer Moderation wurden von September 2011 bis Januar 2013 in Arbeitsgruppen mehrstündige Themenworkshops zu den folgenden Zielgruppen bzw. Handlungsfeldern durchgeführt:
  • Prävention mit Migrantinnen und Migranten
  • Prävention mit Frauen und transidenten Menschen in der Prostitution
  • Prävention in Haftanstalten
  • Prävention bei/mit Männern, die Sex mit Männern haben (MSM)
  • Beratung, Versorgung und ergänzende Pflege für Menschen mit HIV/Aids sowie ggf. HCV und Drogenproblemen
  • Prävention mit Menschen, die injizierbare Drogen konsumieren
  • sexuelle Gesundheit und Drogenprävention in der Bildungs- und Jugendarbeit

Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales hat die von den Arbeitsgruppen entwickelten Maßnahmen und Empfehlungen priorisiert und das Ergebnis allen Beteiligten im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vorgestellt. Die ausgewählten Maßnahmen werden derzeit ebenfalls unter Beteiligung von Betroffenen umgesetzt.

Rahmenkonzept zur Prävention von HIV/Aids, Hepatitis- und sexuell übertragbaren Infektionen sowie zur Versorgung von Menschen mit HIV/Aids und/oder chronischen Hepatitisinfektionen in Berlin

PDF-Dokument (152.7 kB) - Stand: 10/2010

Entwicklungskonzept für die Prävention von HIV/Aids, sexuell übertragbaren Infektionen und Hepatitiden in Berlin

PDF-Dokument (221.6 kB)

Berliner Kampagne für ein trägerübergreifendes Beratungs- und Testangebot zu HIV/Aids, Syphilis und Hepatitis C

Die für Gesundheit zuständige Senatsverwaltung hat unter Federführung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Landesverband Berlin e. V. im September 2011 die “Berliner Kampagne für ein trägerübergreifendes Beratungs- und Testangebot zu HIV/Aids, Syphilis und Hepatitis C” gestartet. Seit Februar 2014 führt sie die Kampagne im Rahmen des “Aktionsprogramms Gesundheit” aus Haushaltsmitteln fort.

Mit dieser niedrigschwellig angelegten Kampagne sollten vor allem Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), ermutigt werden, sich auf HIV und sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen, um im Falle einer Infektion deren Weitergabe zu verhindern und ggf. eine Behandlung beginnen zu können. Neben der Hauptzielgruppe der MSM sollten durch die Beteiligung eines Projektes aus dem Drogenbereich auch Drogenkonsumenten erreicht werden.

Die an der Berliner Testkampagne beteiligten Träger Berliner Aids-Hilfe e. V., Fixpunkt e. V., Mann-O-Meter e. V. und Schwulenberatung Berlin gGmbH/Pluspunkt bieten zu unterschiedlichen Zeiten an fünf Tagen in der Woche eine anonyme Beratung und verschiedene Tests auf HIV, Syphilis und Hepatitis C an. Da die genannten Träger unterschiedliche Schwerpunkte bei ihrer Arbeit setzen, unterscheiden sich auch die Infektionsrisiken und angebotenen Testverfahren.

Anlässlich der Kampagne wurde die gemeinsame Internetseite www.hiv-schnell-test.de freigeschaltet, die für das Beratungs- und Testangebot gestaltet und regelmäßig gepflegt wird, sodass ein aktueller Informationsstand jederzeit gewährleistet ist.