Aktionsprogramm Gesundheit

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Bild: Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Mit dem Aktionsprogramm Gesundheit (APG) stärkt das Land Berlin seit 2014 den Bereich der Gesundheitsförderung und Primärprävention. Ziel des APG ist es, allen Berlinerinnen und Berlinern einen besseren Zugang zu Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung zu ermöglichen. Damit dies gelingt, werden Träger von Präventionsangeboten darin unterstützt, ihre Maßnahmen noch passgenauer auf die individuellen Ressourcen und Bedarfe der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen auszurichten.

Für die Umsetzung von konkreten präventiven und gesundheitsfördernden Aktivitäten stehen jährlich Landesmittel zur Verfügung (2020: 1,353 Mio. €). Diese Maßnahmen werden in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung (SenGPG) sowie auf bezirklicher Ebene mit den Stellen für Qualitätsentwicklung, Planung und Koordinierung (QPK) geplant und durch Projektträger (z. B. Vereine) umgesetzt.

Die Mittel im Rahmen des APG werden für Projekte vergeben, die sozialraum- und bedarfslagenorientiert arbeiten bzw. sich an vulnerable Zielgruppen (z. B. Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende, Arbeitslose) richten sowie zur Entwicklung von Kooperationen beitragen. Das APG orientiert sich dabei an den „Good Practice“-Kriterien für soziallagenbezogene Gesundheitsförderung („Good Practice“-Kriterien). Die Gesundheitsberichterstattung des Landes Berlin kann bei der Planung und Entwicklung von Maßnahmen, z. B. durch die Nutzung des Sozialstrukturatlas, wichtige Unterstützung zur Sozialraumorientierung leisten (Gesundheitsberichterstattung des Landes Berlin).

Eine thematische Orientierung der jährlichen Projektförderungen richtet sich an den Gesundheitszielen und Handlungsfeldern der Gesundheitszieleprozesse der Berliner Landesgesundheitskonferenz (LGK) sowie den in der Koalitionsvereinbarung (Koalitionsvereinbarung 2016-2021) gesetzten Zielen und Handlungsfeldern. Schwerpunkte werden zudem im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung (LRV) zur Umsetzung des Präventionsgesetzes abgestimmt.

Die Gesundheitsziele für das Land Berlin werden gemeinsam von den Mitgliedern der LGK im Dialog miteinander entwickelt, zu denen Berliner Leistungserbringer, Sozialleistungsträger, Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, Institutionen der Wirtschaft und der ArbeitnehmerInnen, die Selbsthilfe, Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und des Patientenschutzes, Institutionen der Wissenschaft sowie die politische Senats- und Bezirksebene gehören (Berliner Landesgesundheitskonferenz). Durch die Gesundheitszieleplanung und Festlegung von gesundheitsbezogenen Zielen und Handlungsfeldern schafft die LGK eine wesentliche Grundlage für die inhaltliche Ausrichtung des APG.

Weitere Informationen zur LGK und dem Berliner Gesundheitszieleprozess finden sich auf der Website der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin.

Aufbau von Präventionsketten in den Berliner Bezirken

Ein wesentlicher Schwerpunkt im APG ist die Unterstützung der Berliner Bezirke darin, kommunale Strategien für Gesundheitsförderung – sogenannte Präventionsketten – über die gesamte Lebensphase auf- und auszubauen. Ziel von Präventionsketten ist es, gute Bedingungen in den Bezirken und Stadtteilen zu schaffen, damit alle Berlinerinnen und Berliner gut und gesund aufwachsen, ein Leben in Wohlbefinden führen und gesund älter werden können.

Beim Auf- und Ausbau von Präventionsketten sollen gute, bestehende Angebote im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention in den Berliner Bezirken ausgebaut werden, noch besser ineinander greifen und Angebotslücken durch neue Maßnahmen geschlossen werden. Berlinerinnen und Berliner in jeder Lebensphase sollen genau die gesundheitsfördernde und präventive Unterstützung erhalten, die sie in ihrer jeweiligen Situation benötigen. Menschen in schwieriger sozialer Lage stehen besonders im Fokus. Mit dem APG leistet das Land Berlin deshalb einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität in dieser Stadt zu verbessern und gesundheitliche Chancengleichheit zu befördern.

Wichtige Eigenschaften von Präventionsketten sind:

  • Unterstützungssysteme werden mit der Absicht neu strukturiert, allen sozialen Gruppen positive Lebens- und Teilhabebedingungen zu eröffnen, insbesondere denen in belasteten Lebenslagen.
  • Öffentliche und gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure tragen gemeinsam zur Bildung von Präventionsketten bei. Dies gelingt nur, wenn alle den gemeinsamen, kooperativen Handlungsansatz mittragen.
  • Die Leistungen und Angebote dieser Akteurinnen und Akteure werden im Rahmen der Präventionskette aufeinander abgestimmt und koordiniert mit dem Ziel, eine durchgängige und lückenlose gesundheitsförderliche Unterstützung zu gestalten.

Begleitet werden die Bezirke und Träger dabei von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Berlin (KGC) in Trägerschaft von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. (Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit). Die Koordinierungsstelle ist zudem Schnittstelle zwischen Landes- und Bezirksebene und unterstützt Abstimmungs- und Qualitätssicherungsprozesse auf beiden Ebenen.

2019 Highlight-Bericht zum Auf- und Ausbau von Präventionsketten in Berlin

Gesundheit in allen Politikfeldern

Gesundheitsförderung und Prävention sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nach dem Motto „Health in all policies“ arbeitet daher das APG bewusst mit Akteurinnen und Akteuren aus anderen Bereichen zusammen und wirbt für eine gesundheitsförderliche Sicht. Die in Federführung durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) durchgeführten Landesprogramme „gute gesunde Kita“ (LggK) sowie „gute gesunde Schule“ (LggS) werden mit Mitteln aus dem APG in Auftragswirtschaft unterstützt und verstärkt. Hierbei wird insbesondere der Transfer von Ansätzen guter Praxis über Multiplikatoren unterstützt. Maßnahmen im Bereich der Bewegungsförderung werden insbesondere in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport (SenInnDS) durchgeführt. Zudem bringt sich der Gesundheitsbereich in weitere bestehende Programme wie das Förderprogramm Soziale Stadt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenStadtWohn) ein.

Ein ressortübergreifendes Steuerungsgremium stimmt sich unter Einbeziehung von bezirklichen Vertretern regelmäßig über Förderungsmaßnahmen und -modalitäten sowie konzeptionellen Fragen zur Weiterentwicklung des APGs ab.

Hier erfahren Sie mehr zu den Programmen
Landesprogramm gute gesunde Schule
Landesprogramm gute gesunde Kita
Förderprogramm Soziale Stadt

Bezirkliche Stellen für Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination (QPK)