Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter: berlin.de/corona
Tagesaktuelle COVID-19 Fallzahlen und weiterführende Auswertungen finden Sie im Online-COVID-19-Lagebericht des Landes Berlin.
Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

Inhaltsspalte

Grundlagen

Ein Mann und eine Frau stehen vor dem Aushang der Alarmierungs- und Einsatzpläne im Krankenhaus
Bild: SenGes

Die Grundlagen der Krankenhausalarmplanung sind in allen Bundesländern in den Katastrophenschutzgesetzen und/oder in den Krankenhausgesetzen festgeschrieben. Sie bilden die Basis für die Erarbeitung der Einsatz- und Alarmierungspläne, die den Führungsorganisationen der Krankenhäuser ein geordnetes Handeln bei besonderen Gefahrenlagen ermöglichen.

Rechtliche Grundlagen der Notfallvorsorge der Krankenhäuser in Berlin

Die Paragrafen 21, 27 und 29 im Landeskrankenhausgesetz (LKG) sowie die Paragrafen 32 und 42 bis 46 in der Krankenhausverordnung (KhsVO) gehen u. a. auf die medizinische Versorgung in möglichen Katastrophensituationen, die medizinische Versorgung von Notfallpatienten sowie besondere Gefahrenlagen im Krankenhaus ein.

Auszug aus dem Landeskrankenhausgesetz (LKG)

§ 21 Aufnahme im Krankenhaus
§ 27 Katastrophenschutz

PDF-Dokument

Auszug aus der Krankenhaus-Verordnung (KhsVO)

§ 32 Krankenhausaufnahme
§§ 42-46 Katastrophenschutz und besondere Gefahrenlagen im Krankenhaus

PDF-Dokument

Rechtliche Pflichten der Krankenhäuser im Überblick

Die für die Krankenhausalarmplanung erlassenen rechtlichen Regelungen der Länder verpflichten die Krankenhäuser, Alarmierungs- und Einsatzpläne aufzustellen und fortzuschreiben. In den Plänen werden insbesondere organisatorische Maßnahmen zur Ausweitung der Aufnahme- und Behandlungskapazität festgelegt.

Die Alarm- und Einsatzpläne müssen den Gesundheitsbehörden auf Anforderung vorgelegt und mit anderen Aufgabenträgern des Brand- und Katastrophenschutzes abgestimmt werden. Benachbarte Krankenhäuser müssen ihre Alarm- und Einsatzpläne aufeinander abstimmen und sich gegenseitig unterstützen. Teilweise sehen die Regelungen die Einbeziehung weiterer Unterstützungsmöglichkeiten durch niedergelassene Ärzte und Zahnärzte, durch Apotheken, durch pharmazeutische Großhandlungen sowie Menschen, die in nichtakademischen Gesundheitsberufen arbeiten, vor.

Vereinzelt wird eine Pflicht zur Bevorratung vorgeschrieben. In den Kliniken müssen Einsatzleitungen gebildet werden und Verbindungspersonen für die Behörden benannt werden. Bei externen Gefahrenlagen sollten Maßnahmen zur Erhöhung der Aufnahme- und Behandlungskapazität und zur Steuerung der Bettenressourcen getroffen werden.

Grundlagen der Organisation im Krankenhaus

Einsatzplanung und Handlungsanweisungen

Für die Maßnahmen bei besonderen Gefahrenlagen im Krankenhaus muss ein Einsatzplan erarbeitet werden, der als verbindliche Richtlinie für das gesamte Krankenhaus gilt. Der Einsatzplan enthält Handlungsanweisungen (Checklisten), die die konkreten Aufgaben einzelner Funktionsbereiche des Krankenhauses im Einsatzfall regeln.

Die im Einsatzplan und in den Handlungsanleitungen enthaltenen Bestimmungen sollten nur dann von bewährten Abläufen des täglichen Klinikbetriebes abweichen, wenn dies zur Sicherstellung eines geordneten Ablaufes bei Gefahrenlagen erforderlich ist.

AG Krankenhauseinsatzplanung

Für die Erstellung und Fortschreibung der Einsatzpläne muss eine klinikinterne, interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe gebildet werden. Aufgabenbereiche, die per Outsourcing im täglichen Betrieb durch externe Firmen betreut werden, müssen innerhalb der Arbeitsgruppe auch durch Vertreter dieser Firmen abgesichert werden.

Die Erarbeitung und Fortschreibung der Krankenhausalarmplanung ist eine dauerhafte Aufgabe, deren Aufwand durch die Verteilung auf mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Arbeitsgruppe reduziert werden kann. Bei der Auswahl der Beschäftigten sollte der Grundsatz der Freiwilligkeit beachtet werden.

Alarmierung im Gefahrenfall

Alarmierungspläne legen den Umfang und den Ablauf der Alarmierung im Gefahrenfall fest. Die Alarmierung kann manuell oder mit Unterstützung durch technische Systeme ausgeführt werden. Für die technisch unterstütze Alarmierung stehen serverunterstützte Systeme zur Verfügung, die in Kopplung mit der Telefonanlage eine schnelle Alarmierung sicherstellen können. Hierbei muss in jedem Fall eine manuelle Rückfallebene sichergestellt werden.

Ernennung einer bzw. eines Katastrophenschutzbeauftragten

Für die Organisation der Krankenhausalarmplanung muss eine Katastrophenschutzbeauftragte bzw. ein Katastrophenschutzbeauftragter benannt werden. Die oder der Katastrophenschutzbeauftragte ist Mitglied der Krankenhauseinsatzleitung (KEL). Ihre bzw. seine Funktion wird häufig einer Oberärztin oder einem Oberarzt der (Unfall-)Chirurgie oder der Leitung der Notaufnahme zugewiesen.

Aufbau einer Führungsorganisation

Viele Krankenhäuser nutzen bei besonderen Gefahrenlagen die gleiche Führungsorganisation, die ihnen im Normalbetrieb zur Verfügung steht. Das heißt: Die Krankenhausleitung ist weitgehend identisch mit der Krankenhauseinsatzleitung (KEL). Bei Einsätzen kürzerer Dauer ist dies eine sinnvolle Maßnahme. Bei länger andauernden Einsätzen ist jedoch der Aufbau einer gesonderten Führungsorganisation sinnvoll.