Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter: berlin.de/corona
Tagesaktuelle COVID-19 Fallzahlen und weiterführende Auswertungen finden Sie im Online-COVID-19-Lagebericht des Landes Berlin.
Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

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Externe Gefahrenlagen

Krankenhauspersonal sichtet Verletzte in einer Notaufnahme
Bild: SenGes

Externe Gefahrenlagen ergeben sich aus Ereignissen außerhalb der Krankenhäuser mit einer großen Anzahl von Verletzten und Erkrankten, die die Rettungsdienste nicht bewältigen können und deshalb im Krankenhaus medizinisch versorgt werden müssen. Darunter fallen z. B. Brände, technische Havarien, Pandemien, CBRN-Gefahren und terroristische Anschläge. Die Krankenhäuser, die für die Versorgung von Unfallopfern ausgewählt sind, müssen auf einen Massenanfall von Patienten eingestellt sein. Vor allem auf die Notaufnahmen kommt eine besondere Belastung zu: Sie müssen die Sichtung der Patienten vorbereiten und Behandlungsbereiche für die Versorgung der Patienten einrichten.

Aufgaben der Notaufnahme im Großschadensfall

Ärzte und Pflegekräfte der Notaufnahme müssen mit den Abläufen im Großschadensfall besonders gut vertraut sein. Sie sollten ausschließlich in der Notaufnahme arbeiten und niemals Patienten bei längeren Wegen begleiten. Sie nehmen überwiegend die folgenden organisatorischen Aufgaben wahr:
  • Auslösung der krankenhausinternen Alarmierung
  • Räumung der Notaufnahme, Absicherung der laufenden Patientenversorgung
  • Einrichtung des Sichtungsplatzes
  • Unterstützung des Sichtungsarztes in der Erstphase
  • Sicherstellung der Registrierung der Notfallpatienten
  • Einrichtung der Behandlungsbereiche
  • Sicherung des Materialnachschubs

Sichtung

Verfahren

In einer von der Schutzkommission des Bundesministeriums des Innern einberufenen Konsensuskonferenz an der Akademie für Notfallplanung und Zivilschutz haben die (Leitenden) Notärzte und Vertreter verschiedener Organisationen eine gemeinsame Grundlage für die Anwendung von Sichtungskategorien bei Großschadensereignissen und Katastrophen erarbeitet. Die Sichtungskategorien im Überblick:

  • Kategorie und Beschreibung

    Konsequenz

  • Kategorie I – akute, vitale Bedrohung

    Sofortbehandlung

  • Kategorie II – schwer verletzt/erkrankt

    aufgeschobene Behandlung

  • Kategorie III – leicht verletzt/erkrankt

    spätere (ambulante) Behandlung

  • Kategorie IV – ohne Überlebenschance

    betreuende (abwartende) Behandlung

Bildvergrößerung: Schematischer Darstellung: Ausgestaltung eines Sichtungsplatzes im Krankenhaus
Bild: SenGes

Die Kategorie I wird mit der Farbe rot, die Kategorie II mit der Farbe gelb und die Kategorie III mit der Farbe grün gekennzeichnet. Patienten der Kategorie IV werden blau markiert. Als Mittel der Patientenkennzeichnung können farbige Armbänder oder Anstecker genutzt werden.

Ausgestaltung eines Sichtungsplatzes im Krankenhaus

Der Sichtungsplatz sollte im Eingangsbereich der Notaufnahme der Klinik eingerichtet werden. Der Zugang sollte trichterförmig sein, um eine gezielte Sichtung zu ermöglichen. Der Sichtungsplatz ist personell mit einer Ärztin oder einem Arzt, ein bis zwei Pflegekräften und einer Dokumentationskraft zu besetzen. Für eine ausreichende Beleuchtung ist zu sorgen. Nach der Sichtung werden die Patientinnen und Patienten durch Behandlungsteams in die weiteren Versorgungsbereiche begleitet.

Erstversorgung

Versorgungsbereiche rot, gelb und grün

Eine Notaufnahme kann sich am besten auf die Versorgung von Verletzten der Gruppe I (rot) und II (gelb) konzentrieren, indem sie schon in ihrer Planung die Leichtverletzten (Gruppe III, grün) räumlich in einem etwas abgelegenen Bereich der Klinik verlegt. Im Bereich grün sollten neben dem notwendigen Verbrauchsmaterial auch mobile Sauerstoffgeräte und ein Reanimationswagen verfügbar sein.

Für die Versorgungsbereiche rot und gelb sollten die Räumlichkeiten grundsätzlich so gewählt werden, dass die beiden Gruppen sich nicht vermischen können. In interdisziplinären Notaufnahmen können so die Schockräume, die Reanimationsräume und z. B. ein Notfall-OP für den rot-Bereich verwendet werden. Die weiteren vorhandenen Räume können zum gelb-Bereich erklärt werden.

Alle Räume sollten als Mindestausstattung ausreichende elektrische Anschlussmöglichkeiten sowie medizinische Gase haben. In den rot-Räumen muss mindestens ein Narkosegerät stehen und das Betreiben mehrerer zusätzlicher Beatmungsgeräte möglich sein.

Farbmarkierungen in den Krankenhäusern

In den Kliniken sollten bereits im Rahmen der Raumordnung die Patientenwege mit entsprechenden Farben markiert werden. Dazu können entweder dauerhaft angebrachte, farbliche Laufbänder an den Wänden oder aber entsprechende Hinweisschilder, die im Einsatzfall montiert werden, genutzt werden.

Behandlungsteams

Ärztliche und pflegerische Mitarbeiter, die keine besondere Funktion im Einsatzfall haben, sollten bei externen Ereignissen als Behandlungsteams eingesetzt werden. Diese sollten aus einer Ärztin oder einem Arzt und einer Pflegekraft bestehen und nach Qualifikationen zusammengestellt werden (z. B. chirurgische oder anästhesiologische Teams).

Die Teams übernehmen die Patienten in der Notaufnahme nach der Sichtung, stellen die Registrierung sicher und begleiten sie nach Erhalt der Basisinformationen über Verletzungsmuster, Gesamtzustand und Unterbringungsort.