Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter: berlin.de/corona
Tagesaktuelle COVID-19 Fallzahlen und weiterführende Auswertungen finden Sie im Online-COVID-19-Lagebericht des Landes Berlin.
Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

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Biologische Gefahrenlagen

Warnzeichen Biogefährdung
Bild: floral_set / Fotolia.com

Die klinische Versorgung bei biologischen Gefahrenlagen gliedert sich in die drei Bereiche Management eines Einzelfalles, Management mehrerer Verdachtsfälle, und Massenanfall von Infektionspatienten (z. B. bei einer Influenza-Pandemie).

Management eines Einzelfalls

Bei einem Verdacht auf eine kochkontagiöse (hochansteckende) lebensbedrohliche Erkrankung muss der örtlich zuständige Amtsarzt informiert werden. Im Krankenhaus selbst müssen die folgenden organisatorischen Maßnahmen durchgeführt werden:
  • Herrichtung eines Einzelzimmers mit Schleuse (ggf. provisorisch im Flurbereich, Deaktivierung der Klimaanlage)
  • bei unklarer Diagnostik ist die Dusch- und WC-Nutzung nicht zuzulassen.
  • Wege sollten sich nicht kreuzen
  • für Personal sowie für die Ver- und Entsorgung muss ausreichend Platz zur Verfügung gestellt werden
  • hochkontagiös lebensbedrohlich Erkrankte sollte zeitnah in ein Behandlungszentrum für solche Erkrankungen verlegt werden (in Berlin: Campus Virchow-Klinikum der Charité Berlin)

Management mehrerer Verdachtsfälle

Neben der gemeinsamen Unterbringung mehrerer Infektionsträger in einem Raum, muss auch hier der Öffentliche Gesundheitsdienst zwingend informiert werden. Treten mehrere Verdachtsfälle gleichzeitig auf, muss ein bioterroristischer Anschlag in Erwägung gezogen und die Risikokommunikation wegen des Medieninteresses frühzeitig eingeleitet werden.

Massenanfall von Infektionspatienten

Ein Massenanfall von Infektionspatienten kann beispielsweise durch eine Norovirenepidemie, durch die Einweisung mehrerer Personen mit Lebensmittelvergiftung oder durch eine Salmonellenhäufung in einem Krankenhaus entstehen. Solche Ereignisse können in der Klinik selbst entstehen oder aber von außen hereingetragen werden. Ein solcher Ausbruch muss schnell und wirksam durch die folgenden Maßnahmen bekämpft werden:
  • Durchführung von Untersuchungen zur Identifizierung von Infektionsquelle und Infektionskette
  • bei klinikinternen Ereignissen: zweckmäßige Bildung einer Gruppe bestehend aus dem Leiter der betroffenen Abteilung sowie von Vertretern der Pflegedienstleitung, der Krankenhaushygiene und der Mikrobiologie
  • Beteiligung des Gesundheitsamtes
  • Bestimmung von Schutzmaßnahmen für Personal und andere Patienten gegen weitere Kontaminationen; hierzu gehören auch Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten u.  a. durch den Einsatz persönlicher Schutzausrüstung
  • Beachtung der notwendigen Informations- und Alarmierungskaskaden

Vorsorge im Krankenhaus für eine Influenza-Pandemie

Eine Influenza-Pandemie wäre für die Krankenhäuser eine besondere Belastung, weil eine Vielzahl von Patienten von wenig Personal behandelt werden müsste. Einer vorbereitenden Planung kommt deshalb besondere Bedeutung zu.

Zu den Maßnahmen gehören unter anderem die Einhaltung einer getrennten Wegeführung für Influenza-Erkrankte und Krankheitsverdächtige von den anderen Kranken im gesamten Krankenhaus sowie ausreichend Beamtungsgeräte, Medikamente und andere medizinische Ausrüstung, um eine Verbreitung des Erregers zu reduzieren. Für eine zusätzliche Notaufnahme in jeder Klinik muss ein Standort festgelegt werden – idealerweise vor dem Krankenhaus (z. B. ein separat stehendes Gebäude). Influenza-Erkrankte müssen außerdem auf speziell ausgewiesene Influenza-Stationen mit der Möglichkeit einer intensivmedizinischen Betreuung verlegt werden.

Weitere Informationen enthält Anlage 13 des Berliner Rahmenplans Influenza-Pandemie, die im PDF-Format vorliegt.

Anlage 13 des Berliner Rahmenplans Influenza-Pandemie

PDF-Dokument - Stand: 23.04.2008