Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter: berlin.de/corona
Tagesaktuelle COVID-19 Fallzahlen und weiterführende Auswertungen finden Sie im Online-COVID-19-Lagebericht des Landes Berlin.
Der Dienstbetrieb der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist aufgrund des Einsatzes von vielen Beschäftigten im Krisenstab des Landes Berlin weiterhin eingeschränkt.

Inhaltsspalte

Konzept Berlin

Die für Gesundheit zuständige Senatsverwaltung hat ein Schutzkonzept für kritische Infrastrukturen im Gesundheitswesen erarbeitet. Das Ziel des dargestellten Berliner Konzepts ist es, durch die Analyse von Gefährdungen und Verwundbarkeiten besonders kritische Bereiche eines Krankenhauses zu identifizieren und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten. Das Konzept ist unter Anwendung der vorhandenen Konzepte des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, des Bundesministeriums des Innern und in enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Sankt-Gertrauden-Krankenhaus entstanden.

Vorplanung

Im Rahmen des Schutzkonzeptes sollen für das Krankenhaus bestimmte Schutzziele erreicht werden, die in der Phase der Vorplanung definiert werden.

Schutzziele (Z) können beispielsweise sein:

Z1 = Schutzziel 1: Erhaltung der Funktionsfähigkeit lebensnotwendiger Bereiche, Verhinderung der Gefährdung von Menschenleben.*

Z2 = Schutzziel 2: Prozesse/Bereiche sind nicht für die medizinische Versorgung notwendig. Deren Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung ist allerdings sehr schwierig bzw. sehr teuer und steht nicht im Verhältnis.**

Z3 = Schutzziel 3: Hat keine unmittelbare Bedeutung für lebenserhaltende Prozesse und für die Notversorgung unerlässlicher Prozesse.***

*BBK, Schutz Kritischer Infrastrukturen: Risikomanagement im Krankenhaus, Langfassung aus Band 2, Auflage 11/2008 S. 34
**BBK, Schutz Kritischer Infrastrukturen: Risikomanagement im Krankenhaus, Langfassung aus Band 2, Auflage 11/2008 S. 38
***BBK, Schutz Kritischer Infrastrukturen: Risikomanagement im Krankenhaus, Langfassung aus Band 2, Auflage 11/2008 S. 40

Risikoanalyse

Die Risikoanalyse wird in zwei Handlungsschritte gegliedert: die Kritikalitätsanalyse und die Risikoidentifikation.

Kritikalitätsanalyse

  • Identifizierung relevanter Funktionsbereiche

Im Rahmen der Kritikalitätsanalyse werden zunächst alle Bereiche eines Krankenhauses aufgelistet. Diese Bereiche können zum Beispiel Intensivstation, Kreißsaal, bildgebende Diagnostik und Labore sein.

  • Zuordnung von Schutzzielen

Im Anschluss daran werden den einzelnen Bereichen die jeweiligen Schutzziele zugeordnet, die bereits in der Vorplanung festgelegt wurden. So werden die für das Krankenhaus unverzichtbaren (kritischen) Bereiche identifiziert*. Dies ergibt sich z. B. aus dem Schutzziel Z1.

*BBK, Schutz Kritischer Infrastrukturen: Risikomanagement im Krankenhaus, Langfassung aus Band 2, Auflage 11/2008 S. 30 ff.

Risikoidentifikation

Eine Risikoidentifikation ist die Ermittlung der Risiken für das betrachtete Krankenhaus. Auch sie beinhaltet mehrere Schritte. Sie setzt sich aus der Gefährdungsanalyse und der Verwundbarkeitsanalyse zusammen. Anhand der in diesen Analysen ermittelten Ergebnisse lässt sich in einem ergänzenden Schritt dann das Risiko ermitteln.*

*BMI, Schutz Kritischer Infrastrukturen – Risiko- und Krisenmanagement-, Leitfaden für Unternehmen und Behörden 2007, S. 18 ff.

  • Gefährdungsanalyse

Im Zuge der Gefährdungsanalyse wird eine Liste von Gefahren erstellt, die für das Krankenhaus und dessen Standort relevant sein könnten. Im nächsten Schritt wird mithilfe eines Fragenkatalogs die Eintrittswahrscheinlichkeit der Gefahren eingeschätzt.

  • Verwundbarkeitsanalyse

Die Verwundbarkeit bezieht sich in diesem Fall auf die einzelnen in der Kritikalitätsanalyse ermittelten Bereiche mit dem Schutzziel Z1. Bei der Verwundbarkeit wird geprüft, wie anfällig der jeweilige Bereich mit dem Schutzziel gegenüber den in der Gefährdungsanalyse ermittelten Gefahren ist bzw. inwieweit die einzelnen Bereiche von einer bestimmten Gefahr betroffen sein könnten.*

*BBK, Schutz Kritischer Infrastrukturen: Risikomanagement im Krankenhaus, Langfassung aus Band 2, Auflage 11/2008 S. 50 ff.

  • Risikoermittlung

Der letzte Schritt der Risikoidentifikation ist die Risikoermittlung. Das Risiko setzt sich hierbei aus den Ergebnissen der Gefährdungs- und Verwundbarkeitsanalyse zusammen und wird in einer Risikomatrix dargestellt.*

*BBK, Schutz Kritischer Infrastrukturen: Risikomanagement im Krankenhaus, Langfassung aus Band 2, Auflage 11/2008 S. 57

Muster für eine Kritikalitätsanalyse, Gefahren im Krankenhaus, ein Fragenkatalog zur Gefährdungsanalyse sowie für eine Verwundbarkeitsanalyse liegen im PDF-Format vor:

Muster Kritikalitätsanalyse (Tabellenauszug)

PDF-Dokument (15.5 kB)

Muster Gefahren im Krankenhaus (Tabellenauszug)

PDF-Dokument (10.0 kB)

Muster für Fragenkatalog zur Gefährdungsanalyse

PDF-Dokument

Muster Verwundbarkeitsanalyse (Tabellenauszug)

Beispiel: Stromausfall (mehr als 24 Stunden)

PDF-Dokument

Musterbeispiel Risikomatrix

PDF-Dokument

Risikobewertung

Die ermittelten Risiken aus der Risikoanalyse werden in der Risikobewertung miteinander verglichen und diejenigen Bereiche identifiziert, die einen übermäßigen Anteil am Gesamtrisiko des Krankenhauses haben. Die Krankenhausleitung sollte sich an der Risikomatrix orientieren und Maßnahmen ergreifen, die die ermittelten Risiken minimieren.*

*Vgl. BMI, Schutz Kritischer Infrastrukturen – Risiko- und Krisenmanagement-, Leitfaden für Unternehmen und Behörden 2007, S. 21