Coronavirus in Berlin

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Organisation Berlin

Berliner Skyline mit Brandenburger Tor
Bild: JiSIGN / Fotolia.com

Die CBRN-Vorsorge in Berlin ist so organisiert, dass die Behandlung kontaminierter Schwerverletzter sichergestellt werden kann und alle Krankenhäuser vor der Gefahr einer sekundären Kontamination geschützt werden. Das Berliner Modell mit Schutz- und Dekontaminationsstrategien, zentral organisierte Aus- und Fortbildungsmaßnahmen sowie spezifische Forschungsvorhaben und Kooperationen tragen dazu bei, dass die genannten Vorsorgeziele erreicht werden.

Das Berliner Modell: Grundvorsorge und Dekontamination

Bei der Katastrophenvorsorge in Berlin wird zwischen der Grundvorsorge und der Dekontamination Schwerverletzter unterschieden. Die Grundvorsorge soll alle Krankenhäuser auf kontaminierte Patienten vorbereiten, die sich selbst vom Schadensort in die Krankenhäuser begeben und einweisen. Die Schutzziele dieser Vorsorge sind:
  • Vermeidung weiterer Kontaminationsverschleppung
  • Schutz des Personals durch Schutzausrüstung
  • Erstversorgung und Dekontamination insbesondere von Selbsteinweisern
  • Sicherung der Integrität der Krankenhausabläufe, Erhaltung vitaler Prozesse

Die Dekontamination Schwerverletzter in Berlin soll schwerpunktmäßig an drei ausgewählten Kliniken erfolgen und die Grundvorsorge erweitern. Zu diesem Zweck wurde eine dreiteilige Dekoneinheit entwickelt, die eine effiziente Dekontamination vor allem liegender Patienten ermöglichen soll. Eine solche Einheit besteht aus drei selbstaufblasbaren Zelten.

Informationsbroschüre zur klinischen ABC-Vorsorge

Ausführliche Vorstellung des Berliner Dekontaminationskonzepts

PDF-Dokument - Stand: 01/2010 Dokument: SenGes

Aus- und Fortbildung in Theorie und Praxis

Anfang 2006 wurden in Berlin CBRN-Beauftragte (ärztliche Katastrophenschutzbeauftragte) aller Aufnahmekrankenhäuser zusammen mit Leitenden Notärzten, Amtsärzten und Vertretern von Hilfsorganisationen als Multiplikatoren fortgebildet, die ihre Erfahrungen wiederum an ihre Krankenhäuser und Institutionen weitergegeben haben.

Abgesehen davon finden regelmäßig zentral organisierte Treffen zum Katastrophenschutz in Berlin statt, die die Möglichkeit bieten, bestehende Lösungen und neue Ideen zur Umsetzung zu diskutieren. Bei der praktischen Ausbildung hat sich die Zusammenarbeit mit den ortsansässigen CBRN-Diensten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bewährt, da dort bereits fachbezogene Kenntnisse vorhanden sind.

Schwerpunkte der Aus- und Fortbildung:

  • Erkennung von CBRN-Gefährdungen
  • Durchführung von Sofortmaßnahmen
  • Ordnung von Raum-, Personal- und Zeitbedarf
  • Einleitung eines Informationsmanagements
  • Arbeitsschutz/Eigenschutz, v. a. Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung
  • Vorbereitung und Durchführung der Dekontamination von Patienten und Personal
  • errweiterte medizinische Maßnahmen im reinen Bereich (je nach Qualifikation der Teilnehmer)
  • Nachbereitung eines Einsatzes
Literaturhinweise zur weiteren Orientierung können den Seiten zur Dekontamination im Krankenhaus, Zusammenarbeit der Behörden, zu chemischen Gefahren, radiologische und nukleare Gefahren und zur persönlichen Schutzausrüstung entnommen werden.

Forschung und Zusammenarbeit

Die CBRN-Vorsorge in den Berliner Kliniken hat bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Das Berliner Konzept orientiert sich dabei grundsätzlich an internationalen “Best Practices”, also bereits erprobten, bestmöglichen Methoden. Den aktuellen Stand hierzu ermittelte 2009 die Berliner Charité (Campus Virchow-Klinikum) unter der Leitung von Herrn PD Dr. Frank Martens in einem umfangreichen Forschungsvorhaben. Auch die grenzüberschreitende Kooperation, wie z. B. mit der Schweiz und Österreich, brachte einen für alle Seiten wertvollen Erfahrungsaustausch, der auch in Zukunft fortgesetzt werden soll.