Coronavirus in Berlin

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Arzneimittel

Bunte Tabletten
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Was sind Arzneimittel?

Arzneimittel sind Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen, die zur Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten bestimmt sind. Detailliert ist dies in Paragraph 2 des Arzneimittelgesetzes (AMG) definiert. Vor dem Hintergrund der Abgabe von Arzneimitteln durch Apotheken sowie der Kostenerstattung von Arzneimitteln durch die Krankenversicherungen wird unterschieden zwischen:
  1. verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die nur gegen Vorlage einer ärztlichen Verschreibung und nur in Apotheken abgegeben werden dürfen
  2. apothekenpflichtigen Arzneimitteln, die nur in Apotheken verkauft werden dürfen
  3. freiverkäuflichen Arzneimitteln, die auch außerhalb von Apotheken verkauft werden dürfen sowie
  4. Betäubungsmitteln, die nur gegen Vorlage eines Betäubungsmittelrezeptes in Apotheken abgegeben werden dürfen.

Welche Arzneimittel werden von den Krankenkassen bezahlt?

Mitglieder einer Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben Anspruch auf die Versorgung mit Arzneimitteln. Die Kosten hierfür werden jedoch nicht immer von den Krankenkassen übernommen. Nicht von der GKV bezahlt werden: - nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie - apothekenpflichtige, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel. Eine Verordnung dieser Arzneimittel ist jedoch zulässig, wenn sie bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Die Ausnahmen sind in der OTC-Übersicht (Over The Counter; zu deutsch “Über den Tresen”) des Gemeinsamen Bundesausschusses aufgeführt.

Rabattverträge zwischen Krankenversicherungen und Pharmaunternehmen

Bunte Pillen
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Krankenversicherungen können mit Pharmaunternehmen Rabatte für Arzneimittel vereinbaren. Das bedeutet:
- Gibt es einen Rabattvertrag für das verordnete Arzneimittel, darf der Apotheker nur dieses Arzneimittel abgeben.
- Gibt es keinen Rabattvertrag, stehen das verordnete sowie die drei preisgünstigsten Arzneimittel zur Auswahl, sofern Packungsgröße, Wirkstärke und Einsatzgebiet identisch sind. Der Vorteil für die Patientinnen und Patienten: Die Zuzahlung kann sich halbieren oder ganz wegfallen. Dies gilt nur dann nicht, wenn der Arzt “aut idem” (lateinisch “oder das Gleiche”) auf dem Rezept ausschließt. Dieser Zusatz erlaubt es dem Apotheker, dem Patienten anstelle des genannten ein anderes, wirkstoffgleiches Medikament auszuhändigen. Auf den Rezeptformularen gibt es “aut-idem-Kästchen”, die der Arzt dann durchstreichen muss.

Mehrkostenregelung für Arzneimittel

Die Mehrkostenregelung besagt, dass Versicherte sich auch für ein anderes, teureres als das rabattierte Medikament ihrer Krankenversicherung entscheiden können. Allerdings müssen sie dann die Mehrkosten selbst zahlen. Wer das möchte, bezahlt das Medikament in der Apotheke aus eigener Tasche und reicht danach die Rezeptkopie bei seiner Versicherung zur Erstattung ein. Diese erstattet dann lediglich den Listenpreis des rabattbegünstigten Arzneimittels (maximal bis zum geltenden Festbetrag) abzüglich einer Pauschale für entgangene Vertragsrabatte und Verwaltungskosten sowie ggf. der entsprechenden Zuzahlungen. Die Höhe der Pauschale und alle weiteren Einzelheiten für die Kostenerstattung sind in den Satzungen der Krankenversicherungen geregelt. Die Mehrkostenregelung ist Teil des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG), das am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist.

Mehr Informationen zu Arzneimitteln

Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie

Ärzte, Apotheker und Patientenvertreter haben gemeinsam eine Broschüre erarbeitet, in der sie Patientinnen und Patienten Hinweise für eine sichere und erfolgreiche Arzneimitteltherapie geben. Das Informationsblatt ‘Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie’ steht auf den Seiten der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft als PDF-Datei bereit.

Unabhängige Medikamenten-Informationen

Unabhängige Informationen zu Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln und über gesundheitspolitische Entwicklungen im Pharmabereich sind auf den Webseiten ‘Gute Pillen – Schlechte Pillen’ und ‘arznei-telegramm’ zu finden.