Einsatz für Menschen mit Locked-In-Syndrom: Staatssekretär Gerstle ehrt Georg Claus

31. Mai 2016

Neun Mal Sekt und einmal Orangensaft: Staatssekretär Dirk Gerstle ließ es sich nicht nehmen, die Gläser der Gäste dieser Feierstunde persönlich zu füllen. Und dann sein Glas zu erheben auf den Mann, dem er kurz zuvor das Bundesverdienstkreuz an die Brust geheftet hatte: Georg Claus. Der ehemalige Creative Director eines großen Musiklabels lebt nach einem Stammhirninfarkt mit dem Locked-In-Syndrom: Bei völliger geistiger Gesundheit ist er körperlich fast vollständig gelähmt und kann nicht sprechen. Seine eigene äußerst schwierige Lebenslage war für ihn der Auslöser, ein Informationsportal im Internet für Menschen mit erworbenen Hirnschäden aufzubauen. Dieses Portal ist für viele Betroffenen und ihre Angehörigen ebenso wie für Mediziner zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Hier gibt es Antworten auf viele Fragen zu erworbenen Hirnschäden – von Reha-Maßnahmen und Behandlungsmethoden über Leistungsrecht bis hin zur Bewältigung des Alltags.

Gerstle würdigte Georg Claus als einen Mann, der sich in einer schweren Lebenskrise nicht zurückzog, sondern sich entschied, für sich und andere das Bestmögliche zu erreichen, trotz aller Einschränkungen. Besonders bemerkenswert sei auch der Einsatz und die Unterstützung seiner Lebensgefährtin Sabine Schleppy. Frau Schleppy, die in der Feierstunde auf geradezu intuitive Weise Georg Claus‘ Äußerungen übersetzte, hat maßgeblich zum Aufbau der Website beigetragen. „Wenn ein solcher Unglücksfall eintritt, ist dies eine große Belastung für eine Beziehung“, so Gerstle. Die beiden hätten es nicht nur geschafft, diese gemeinsam zu überwinden, sondern darüber hinaus ein wertvolles und wichtiges Hilfsangebot für andere Menschen geschaffen. Wie gut dies bei den Betroffenen ankomme, habe er selbst beim Lesen des Gästebuchs der Interseite gemerkt, so Gerstle. „Georg Claus hat Neues aufgebaut, das vielen Menschen in schwierigen Lebenslagen weiterhilft. Ich danke ihm deshalb von Herzen für seine wertvolle Arbeit und sein großes Engagement.“