Senator Czaja informiert sich über die Babyklappe im Krankenhaus Waldfriede

13. April 2012

Heute hat Senator Mario Czaja die Einrichtung der Babywiege am Krankenhaus Waldfriede besucht. Hier war im Jahr 2000 die erste Babyklappe an einem Krankenhaus in Deutschland eingerichtet worden. Vor dem Hintergrund der erneuten Debatte über den Nutzen der Babyklappen wollte sich der Senator vor Ort über die Situation informieren. Die Initiatorin der Einrichtung in der Waldfriede, Seelsorgerin Gabriele Stangl, erklärte den Mechanismus der Babyklappe und schilderte ihre langjährigen Erfahrungen. Fast immer gebe es später eine Verbindung zu den verzweifelten Müttern. Längst sei auch die jetzt geforderte vertrauliche Geburt Normalität an der Klinik. Rund 95 % aller Frauen und Mädchen, die ihr Kind dort anonym zur Welt brachten, haben schließlich doch ihre Identität preisgegeben. Damit haben sie den Weg für ein normales Adoptionsverfahren frei gemacht. Ein Drittel der Betroffenen hat sich sogar entschlossen, das Kind selbst zu behalten.

Senator Czaja forderte den Erhalt der bestehenden Angebote. “Viele Frauen und Mädchen greifen bewusst in ihrer extremen Ausnahmesituation nur auf das ganz niedrigschwellige Hilfeangebot der Babyklappe oder der anonymen Geburt zurück. Hier geben sie ihrem Neugeborenen Sicherheit und die Chance auf ein behütetes Aufwachsen. Die Zahl der ausgesetzten Kinder wäre ohne diese Angebote deutlich höher. Zudem kann über diese Einrichtungen, die es in Berlin an vier Krankenhäusern gibt, der Kontakt zu dem Müttern hergestellt und eine vertrauensvolle Atmosphäre aufgebaut werden. Die Erfahrungen, die beispielsweise im Krankenhaus Waldfriede gemacht wurden, belegen dies eindrücklich”, so der Senator.