Ausschreibung

Die Ausschreibung für den Berliner Frauenpreis 2020 fand bis zum 01. Oktober 2019 statt. Für den Berliner Frauenpreis 2021 können alle Bürgerinnen und Bürger wieder im Herbst 2020 ihre Vorschläge einreichen.

Die Hälfte der Macht den Frauen, heißt es immer wieder. Dass das noch bei Weitem nicht so ist, erfahren wir jeden Tag. Es ist nicht nur die aktuelle Besetzung von Positionen in Politik und Wirtschaft, die uns täglich vor Augen hält, dass Frauen noch immer deutlich unterrepräsentiert sind. Auch in Medien, Kunst oder Wissenschaft gibt es noch deutlichen Nachholbedarf. Frauen, ihre Situation, ihre Perspektive und ihre Bedürfnisse, sind immer noch weniger sichtbar. Geringere Einkommen, sehr viel niedrigere Renten und erheblich mehr Familienarbeit von Frauen zeigen auf, wie groß die Unterschiede bleiben. In Zeiten von #metoo, anhaltenden Diskussionen über §219a StGB, Hate Speech oder Body Shaming im Internet wird immer wieder deutlich, dass sich noch vieles ändern muss, bevor eine tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht ist.

Angesichts all dessen erleben wir inspirierende und kämpferische Frauen, die sich für eine Kultur der Gleichberechtigung einsetzen. Wenn es jedoch um die Anerkennung und Sichtbarmachung dieser Frauen geht, gibt es noch viel aufzuholen, was die Ehrung und Auszeichnung ihres Engagements, ihres Einsatzes, ihrer Ideen betrifft.
Faktisch werden Frauen viel zu selten öffentlich wertgeschätzt und ausgezeichnet. Wenn wir auf Auszeichnungen und Ehrungen wie die Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland oder den Verdienstorden des Landes Berlin schauen, fällt auf: Das Engagement von Frauen bekommt noch immer nicht dieselbe Aufmerksamkeit und Auszeichnung wie das von Männern. So erhalten Frauen heute nur rund ein Drittel dieser Orden.

Der Berliner Frauenpreis gibt engagierten Frauen ein Gesicht – und zeichnet jedes Jahr eine Frau aus, die sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt. Der Berliner Frauenpreis würdigt diejenigen, die sich – ob im Hintergrund oder der Öffentlichkeit – an vielen Orten und auf ganz unterschiedliche Weise für Chancengleichheit und Gleichstellung engagieren.

Frauen und ihr unermüdliches Engagement verdienen mehr Aufmerksamkeit. Das Engagement kann dabei so vielfältig sein, wie es Frauen in Berlin sind: Sie zeigen Engagement für Gleichstellung in der Wirtschaft oder Kunst, gegen Gewalt gegen Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft oder im Bereich Frauengesundheit. Sie setzen sich dafür ein, dass es mehr Frauen in Entscheidungspositionen gibt, sie mehr Raum in der Öffentlichkeit bekommen, sich ihre gesellschaftliche Position weiterentwickelt oder ihrer Stimme Gehör verschafft wird. Was sie alle teilen: Eine herausragende Motivation und Leidenschaft.

Damit Frauen die Aufmerksamkeit und Ehrung erhalten, die sie verdienen: Schlagen Sie eine Frau für den Berliner Frauenpreis vor, die es mehr als verdient, für ihr Engagement ausgezeichnet zu werden!

Der Berliner Frauenpreis wird jährlich an weibliche Persönlichkeiten der Stadt Berlin vergeben, die durch ihr Engagement in herausragender Weise für die Gleichstellung von Frauen und Männern gewirkt haben und wirken.

Er ist mit voraussichtlich 5.000 € und einer Skulptur dotiert.

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Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Die Preisverleihung findet jährlich anlässlich des Internationalen Frauentags im Rahmen einer Festveranstaltung statt.

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Vorschläge für auszuzeichnende Personen können durch Einzelpersonen oder Gruppen erfolgen.

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Der Berliner Frauenpreis wird ausschließlich an in Berlin wirkende Frauen vergeben und kann nicht posthum vergeben werden.

Die Preisträgerin soll sich durch mindestens eines der folgenden Kriterien
auszeichnen:

Besonderes und überdurchschnittliches Engagement für die Emanzipation der Geschlechter, z.B. durch

  • außergewöhnliches Engagement zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern im Rahmen der beruflichen Tätigkeit,
  • journalistische Arbeiten und Publikationen, die Frauen in ihrer Vielfalt oder als aktiv Handelnde darstellen, bzw. Lebenszusammenhänge von Frauen in besonderer Weise kritisch beleuchten,
  • langjähriges, erfolgreiches Engagement auf dem Feld der Gleichstellungspolitik in Vereinen, Institutionen, politischen Parteien.

Zukunftsweisende und innovative Ideen und Konzepte, z.B.

  • Entwicklung und Umsetzung eines erfolgreichen und innovativen Gleichstellungsprojekts,
  • herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die geschlechterrelevante Fragestellungen erörtern und/oder neue, kreative Lösungsmöglichkeiten
  • herausragende künstlerische Leistungen, die sich mit der gesellschaftlichen Situation von Frauen auseinandersetzen,
  • vorbildliches gleichstellungspolitisches Engagement in einem frauenuntypischen Bereich des gesellschaftlichen Lebens

Eine Position als Vorreiterin in einem wesentlichen frauenpolitischen Tätigkeitsbereich, z.B.

  • mit der Initiierung einer öffentlichen Debatte zu einem wichtigen Thema,
  • durch Entwicklung von neuen und innovativen Projekt- und Maßnahmeideen zur Sensibilisierung für gleichstellungsrelevante Themen,
  • besonderes frühes und langjähriges gleichstellungspolitisches Engagement

Besonderes Engagement für soziale Gerechtigkeit sowie für die universelle Gültigkeit von Menschenrechten, gegen Rassismus und gegen Antisemitismus, z.B.

  • Einsatz für eine interkulturelle Verständigung,
  • Leistungen zur Integration von Migrantinnen,
  • langjähriges und erfolgreiches Engagement in entsprechenden Vereinen oder Institutionen.

Allein das Ausfüllen eines Amtes erfüllt nicht die Kriterien.
Die hier aufgeführten Auswahlkriterien sehen wir allerdings als nicht erschöpfend an und bieten eher einen Rahmen und Beispiele für Engagement.

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