Programm zur Stärkung der Fraueninfrastruktur in Berlin

Mit dem Programm zur Stärkung der Infrastruktur werden zwei Ziele verfolgt: Mit dem Programm zur Stärkung der Infrastruktur werden zwei Ziele verfolgt: Frauen mit geringeren Chancen auf dem Arbeitsmarkt werden gefördert und diese Tätigkeit soll dann wiederrum anderen Frauen helfen!

Wie entstand das Programm?

Zur Erklärung ein kurzer Rückblick auf die Historie: Nach der Einigung Deutschlands und Berlins stellte sich die Situation so dar, dass es im Gegensatz zum Westteil der Stadt im Ostteil so gut wie keine frauenspezifischen Projekte gab. Diese entstanden durch die Finanzierung von Stellen für arbeitslos gewordene Frauen im Rahmen der von der damaligen Arbeitsagentur finanzierten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (“ABM“). Diese ABM-Stellen wurden dann immer mehr abgebaut, so dass die gerade entstandenen und auch noch im Aufbau befindlichen neuen Frauenprojekte im Ostteil der Stadt in ihrer Existenz gefährdet waren. Daher wurde 1993 im Rahmen des Arbeitsmarktpolitischen Rahmenprogramms das Landesprogramm zum Erhalt der frauenspezifischen Infrastruktur im Ostteil Berlins entwickelt, mit dem diese ehemaligen ABM-Stellen aus Landesmitteln weiter gefördert werden konnten. Das Arbeitsmarktpolitische Rahmenprogramm (ARP) gab auch den Namen: Die Stellen hießen Fraueninfrastrukturstellen oder aber auch „ARP-Stellen“. Der Förderzweck zielte auf den Aufbau und die Sicherstellung von notwendigen frauenspezifischen Dienstleistungen in den Ostbezirken der Stadt, ferner blieb die arbeitsmarktpolitische Zielsetzung des „ABM-Programm“ erhalten, indem weiterhin die Stellen nur mit Frauen besetzt werden konnten, die über 45 Jahre alt und erwerbslos bzw. von Erwerbslosigkeit betroffen waren.

Was ist seit dem geschehen, was hat sich geändert?

Fast zwanzig Jahre nach der Einigung haben sich die Lebensverhältnisse in Ost und West einerseits angepasst, andererseits sind mit der Erarbeitung des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms (GPR) weitere gleichstellungspolitische Aufgaben identifiziert worden, die nicht im Rahmen einer dauerhaften Projektförderung seitens des Senats und der Bezirke erledigt werden können. Somit musste die bisherige Ausrichtung des Programms geändert werden. Die im GPR formulierten Handlungsfelder erforderten die inhaltliche Überarbeitung des Programms. Zielsetzung ist es, die bestehende Fraueninfrastruktur in Berlin zu optimieren, indem z.B. Lücken bei der Fraueninfrastruktur gefüllt werden und eine bessere regionale Verteilung der Stellen erreicht wird.
Die arbeitsmarktpolitische Zielsetzung des Vorgängerprogramms ist nicht nur beibehalten, sondern auch erweitert worden:
Es sollen Frauen Beschäftigung finden, deren Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt besonders eingeschränkt sind:
Frauen über 45 Jahre oder Frauen mit Migrationshintergrund oder Frauen mit Behinderungen.
Das neu strukturierte Programm wurde im Juni 2009 öffentlich ausgeschrieben und trat zum 1. Januar 2010 als “Programm zur Stärkung der Fraueninfrastruktur Berlins” in Kraft. Im Rahmen des Programms stehen Mittel für 58 Stellen zur Verfügung, die jeweils mit bis zu 40.900 Euro finanziert werden können.
Für das Gesamtbudget sind jährlich rund 2 Millionen Euro eingeplant.
Das Sonderprogramm endet zum 31.12.2019.