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Erstmals detaillierte Angaben zur Erkrankungsdauer der Landesbeschäftigten – Pauschale Gesundheitsquote leicht verbessert

Pressemitteilung Nr. 15-013 vom 24.06.2015

Die Statistikstelle Personal bei der Senatsverwaltung für Finanzen hat erstmals differenzierte Daten zur Dauer krankheitsbedingter Abwesenheiten der Beschäftigten im Landesdienst erhoben. Auf Basis der jetzt veröffentlichten Angaben lässt sich eine leichte Verbesserung der sogenannten Pauschalen Gesundheitsquote gegenüber dem Vorjahr erkennen. Zugleich wird der Bedarf an einem dienststellenübergreifenden Langzeitkrankenmanagement deutlich. Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen kündigte anlässlich der Veröffentlichung der Daten ein neues Konzept zu einem ganzheitlichen Umgang mit Langzeitkranken an.

Ermittelt wurden die Daten auf Basis einer Vollerhebung aller Krankheitstage nach Kalendertagen im Jahr 2013. Demnach war jede/r Beschäftigte durchschnittlich an 36,8 Tagen erkrankt (2012: 37,8 Tage). Die Zahlen beziehen allerdings auch die Wochenenden mit ein, um alle unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle in den Berliner Senats- und Bezirksverwaltungen, etwa Schichtdienste an den Wochenenden, abzudecken.

2013 lag damit die Pauschale Gesundheitsquote der 104.415 Beschäftigten des unmittelbaren Landesdienstes Berlin (im Jahresmittel und ohne die Beamtinnen und Beamten der Senatsverwaltung für Justiz) bei 89,9 Prozent, was eine Verbesserung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr bedeutet (2012: 89,7 Prozent). Die Pauschale Gesundheitsquote wird definiert als der „Anteil der Kalendertage ohne gemeldete Erkrankungen an der Gesamtzahl der Kalendertage aller Beschäftigen seit dem Stichtag in Prozent je Organisationseinheit“.

Die neue Möglichkeit der statistischen Auswertung führt zu einem differenzierteren Bild der Verteilung von Krankheitsdauern auf die betroffenen Beschäftigten. So zeigt die Auswertung für das Jahr 2013 unter anderem, dass 2.358 Dienstkräfte länger als ein Jahr erkrankt waren. Diese vergleichsweise geringe Zahl von Beschäftigten verursacht jedoch rund 16 Prozent der gesamten Krankentage und verdeutlicht den Handlungsbedarf.

Weiterhin lassen sich folgende Kernaussagen treffen:
  • 47,3 Prozent der von Krankheiten betroffenen Beschäftigten sind im Jahr 2013 kurzzeiterkrankt (1 bis 3 Tage Dauer). Auf diese Kurzzeiterkrankungen entfallen 8,8 Prozent aller Krankheitskalendertage im Landesdienst.
  • 42,1 Prozent der von Krankheiten betroffenen Beschäftigten sind 4 bis 42 Kalendertage erkrankt. Auf diese Erkrankungen bis 42 Kalendertage entfallen 41,5 Prozent der Gesamtkrankentage.
  • 10,6 Prozent der von Krankheiten betroffenen Beschäftigten sind 43 und mehr Kalendertage erkrankt. Sie verursachen 49,7 Prozent der Gesamtkrankentage und damit fast die Hälfte des gesamten Krankheitsvolumens im Landesdienst.
  • Von den 2.358 Beschäftigten, die länger als 1 Jahr erkrankt sind, sind 1.660 Dienstkräfte 50 Jahre und älter. Die Analyse der Daten zeigt, dass zwischen dem Alter der Beschäftigten und der Krankheitsdauer ein statistisch signifikanter Zusammenhang besteht.
  • Zwischen Beamtinnen und Beamten und Tarifbeschäftigten besteht ein deutlicher Unterschied hinsichtlich der Krankheitsdauer. Die Gesundheitsquote der Tarifbeschäftigten liegt mit 91,0 Prozent um 2 Prozentpunkte höher als die der Beamtinnen und Beamten mit 89,0 Prozent.

Senator Kollatz-Ahnen nannte die Zahlen einen eindrucksvollen Beleg für dienststellenübergreifenden Handlungsbedarf: „Fast die Hälfte der Krankentage im Berliner Landesdienst entfällt auf Langzeiterkrankungen. Deren Dauer zu senken, ist für Berlin von großem Interesse. Die Finanzverwaltung entwickelt deshalb gegenwärtig im Rahmen eines neuen Personalressourcenmanagements zusammen mit den Dienststellen des Landes Berlin ein Konzept für ein ganzheitliches Langzeitkrankenmanagement. Dieses soll landesweit implementiert werden. Gerade vor dem Hintergrund knapper werdender Fachkräfte ist ein gemeinsames Vorgehen geboten.“

Der Ergänzungsbericht „Pauschale Gesundheitsquoten der Beschäftigten im unmittelbaren Landesdienst Berlin 2013 – Dauer von Erkrankungen“ und weitere “Berichte zur Gesundheitsquote” sind abrufbar unter: http://www.berlin.de/sen/finanzen/personal/personalstatistik/archiv/#4