Anonyme Vorwürfe gegen Schule: Senatorin Scheeres hat Kommission eingesetzt

Pressemitteilung vom 23.01.2020

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat eine Kommission eingerichtet, die anonym vorgetragene Vorwürfe gegen die Staatliche Ballettschule umfassend prüft. Im Zentrum steht die Frage, ob das seelische und körperliche Wohl von Schülerinnen und Schülern der Ballettschule unzureichend geschützt wurde. Die erfahrene Schulentwicklerin Hannelore Trageser leitet die Kommission. Sie hat sich bereits am Mittwoch in der Schule vorgestellt. Frau Trageser kennt die Berliner Schullandschaft: Sie hatte die Federführung des School-Turnaround-Projekts und war bereits in der Vergangenheit erfolgreich im Konfliktmanagement an Schulen. Bis 2007 war sie zudem selbst Schulleiterin der Staatlichen Ballettschule.

Mitglieder der Kommission werden auch ein für Jugendschutz zuständiger ehemaliger Ministerialbeamter sowie der Leiter einer Eliteschule des Sports sein. Darüber hinaus werden ein Jurist, eine Dienstrechtlerin, ein Vertreter eines SIBUZ und ein freier Träger der Jugendhilfe für die Kommission tätig werden. Es geht darum, den Kinder- und Jugendschutz an der Schule sicherzustellen.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Wir müssen solche Vorwürfe ernst nehmen, auch wenn sie anonym vorgebracht werden. Das sind wir unseren Schülerinnen und Schülern schuldig. An der Staatlichen Ballettschule wie auch an Eliteschulen des Sports gehen die Schülerinnen und Schüler bis an ihre Leistungsgrenzen. Das kennzeichnet diese Schulen – und deshalb ist Kinder- und Jugendschutz hier besonders wichtig. Die Kommission arbeitet ergebnisoffen und wird zu gegebener Zeit ihre Handlungsempfehlungen zu Schulkultur, Kommunikation und Partizipation vorlegen.“

Im September 2019 wurden der Schulaufsicht zunächst anonyme Vorwürfe verschiedener Art gegen die international renommierte Ballettschule bekannt, zum Teil kursierten anonyme Vorwürfe im Internet. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hat die Vorwürfe sehr ernst genommen. Die Schulleitung wurde verpflichtet, ausführlich Stellung zu nehmen. Es folgten Gespräche mit verschiedenen Lehrkräften. Auch das SIBUZ wurde hinzugezogen. Den Vorwürfen wird seither intensiv nachgegangen. Am 9. Januar ging in der Bildungsverwaltung ein anonym zugesandtes Dossier ein, das eine Reihe von Beschuldigungen auflistet, allerdings ohne Quellen offen zu legen. Damit lagen erstmals Vorwürfe in schriftlicher Form vor. Ihnen wird nun mit externer Unterstützung nachgegangen. Ein Studientag unter externer Moderation zum Thema hat bereits am Mittwoch an der Schule stattgefunden. Hinweise in der Sache können jederzeit auch an das Beschwerdemanagement beschwerdemanagement@senbjf.berlin.de der Bildungsverwaltung gegeben werden.