Staatliche Ballettschule: Klaus Brunswicker leitet Kommission, Fachleute für Clearingstelle benannt

Pressemitteilung vom 04.02.2020

Klaus Brunswicker leitet ab sofort die von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eingesetzte Kommission, die Vorwürfe gegen die Staatliche Ballettschule prüft. Der langjährige Leiter der Sophie-Scholl-Schule, einer Integrierten Sekundarschule und Staatlichen Europaschule, folgt auf Hannelore Trageser, die ihr Amt auf eigenen Wunsch niedergelegt hat. Brunswicker hat langjährige Erfahrung im Bereich Schulentwicklungsberatung, unter anderem im Rahmen des School-Turnaround-Projekts und hat an der Berliner Schulstrukturreform mitgewirkt. Mit Frau Stefanie Fried von der Kinderrechtsorganisation Save the Children wird die Kommission außerdem um ein Mitglied erweitert. Frau Fried ist Expertin für Kinderschutz und Kinderrechte. Herr Brunswicker und Frau Fried werden bereits heute an der Sitzung der Kommission teilnehmen.

„Der Kinder- und Jugendschutz hat immer oberste Priorität. Das gilt selbstverständlich auch hinsichtlich der Vorwürfe gegen die Staatliche Ballettschule, die derzeit umfassend geprüft werden“, betont Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Im Zentrum steht die Frage, ob das seelische und körperliche Wohl von Schülerinnen und Schülern der Ballettschule unzureichend geschützt wurde. Die Kommission untersucht insbesondere die Organisationsstruktur und Kommunikationskultur an der Schule. Ihr gehören auch ein Leiter einer Eliteschule des Sports, ein Arbeitsrechtler, eine Dienstrechtlerin, ein SIBUZ-Leiter, ein mit Kinder- und Jugendschutz befasster ehemaliger Ministerialbeamter, die Schulaufsicht sowie ein freier Träger der Jugendhilfe an.

Wie von Senatorin Scheeres angekündigt, wird nächste Woche zusätzlich zur Kommission eine unabhängige Clearingstelle für Einzelfälle eingerichtet. Schülerinnen und Schüler sowie ehemalige Schülerinnen und Schüler können sich an sie wenden und werden auf Wunsch auch anonym beraten. „Die Clearingstelle ist ein geschützter Raum außerhalb der Schule. Hierher können sich alle wenden, die Beschwerden vorbringen möchten oder Rat und Unterstützung suchen“, betont Senatorin Scheeres. „Allen Hinweisen wird nachgegangen.“ Die Clearingstelle wird telefonisch, per E-Mail und in Sprechstunden ansprechbar sein. Entsprechende Informationen werden noch veröffentlicht. Derzeit kann eine Kontaktaufnahme per E-Mail über beschwerdemanagement@senbjf.berlin.de erfolgen.

Die Clearingstelle wird mit unabhängigen Fachleuten besetzt, die beruflich langjährig im Bereich Kinderschutz tätig waren. Die Leitung übernimmt Herr Arthur Kröhnert. Er war langjähriger Bundesgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutzzentren e.V.. Frau Elke Nowotny, Diplom-Psychologin und ehemalige Geschäftsführerin des Kinderschutzzentrum Berlin, hat sich ebenfalls zur Mitarbeit bereit erklärt. Aufgabe der Clearingstelle ist es auch, konkrete Empfehlungen an die Kommission zu geben. Sandra Scheeres: „Ich danke allen Experten und Expertinnen, dass sie sich in der Kommission und Clearingstelle engagieren. Sie leisten damit einen großen Beitrag zur Aufklärung der Vorwürfe.“