Alleinerziehende wirksam unterstützen - Landeskommission schlägt Maßnahmen vor

Pressemitteilung vom 06.12.2018

Alleinerziehende Mütter und Väter sind besonders stark von Armut bedroht. Die Berliner Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, wie Alleinerziehende gezielt unterstützt werden können. In einer ausführlichen Stellungnahme, die nun von den Mitgliedern beschlossen wurde, beschreibt die Kommission einen verstärkten Handlungsbedarf in den Bereichen Ausbildung und Beruf, Beratung und Information, materielle Grundsicherung, Gesundheit und Wohnen.

In Berlin machen Alleinerziehende und ihre Kinder etwa ein Drittel aller Haushalte aus. Im Bundesvergleich ist dies der höchste Anteil. 47 Prozent der Berliner Alleinerziehenden beziehen Arbeitslosengeld II, bei Paarhaushalten mit Kindern beträgt die Quote dagegen nur 20,4 Prozent. Das erhöhte Armutsrisiko hat häufig negative Auswirkungen auf die Entwicklung und das Wohlergehen der Familienmitglieder.

Sigrid Klebba, Staatssekretärin für Jugend und Familie und Vorsitzende der Landeskommission: „Wer alleine erzieht, muss oft das Doppelte leisten. Diese Mütter und Väter sind häufig sehr belastet und leiden unter Zeitmangel und Geldsorgen. Wir möchten diese Familien gezielt unterstützen, damit sie ihre Lebens- und Einkommenssituation verbessern und gute Perspektiven entwickeln können.“

Zur Verbesserung der Lebenssituation von Alleinerziehenden und ihren Kindern schlägt die Landeskommission unter anderem vor:

  • Damit Alleinerziehende eine Ausbildung oder Erwerbstätigkeit aufnehmen können, ist es unbedingt erforderlich, dass die Betreuung ihrer Kinder gesichert ist. Wichtig ist eine besondere Unterstützung bei der Suche nach einem Betreuungsplatz. Die Landeskommission unterstützt die Pläne, das Modellprojekt MoKiS – Mobiler Kinderbetreuungsservice auszuweiten, um so Kinderbetreuung auch zu ungewöhnlichen Zeiten verstärkt anzubieten. Zudem sollten verstärkt Teilzeitausbildungen angeboten werden.
  • Die Landeskommission begrüßt, dass es bis 2021 pro Bezirk mindestens ein Familienbüro geben soll. Familien werden hier bei der Beantragung von Leistungen unterstützt und beraten. Auch das erfolgreiche Projekt „Stadtteilmütter“ soll weiter ausgebaut werden.
  • Die Einführung einer Kindergrundsicherung soll auf Bundesebene vorangetrieben werden.
  • Gesundheitsfördernde Angebote sollen verstärkt dort angeboten werden, wo Eltern und ihre Kinder sich aufhalten, zum Beispiel in Kindergärten, Schulen oder Familienzentren. Das Präventionsprogramm „Babylotsen Berlin“ soll in allen Berliner Geburtsstationen angeboten werden.

Die vollständige Stellungnahme „Alleinerziehende wirksam unterstützen“ ist ebenso wie die vorausgegangene Stellungnahme zum Thema Wohnen vom 4. Juli 2018 zu finden unter:

www.berlin.de/sen/jugend/jugend-und-familienpolitik/familienpolitik/kinder-und-familienarmut/

Die Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut wurde 2017 vom Senat eingesetzt, um ressortübergreifend und unter Mitwirkung der Bezirke und der Zivilgesellschaft gegen Kinder- und Familienarmut vorzugehen. Ziel ist, eine gesamtstädtische Strategie zur Armutsreduzierung zu entwickeln. Weitere Themen, die im Fokus stehen, sind Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Teilhabe.