2018/19: 2.700 neue Lehrkräfte an Berliner Schulen

Pressemitteilung vom 16.08.2018

Das Schuljahr 2018/19 startet in Berlin mit rund 2.700 neuen Lehrkräften, 500 neuen Erzieherinnen und Erziehern sowie 180 pädagogischen Unterrichtshilfen und Betreuerinnen und Betreuern. Bildungssenatorin Sandra Scheeres begrüßte die neuen Kolleginnen und Kollegen für die Berliner Schulen: „Ich freue mich, dass wir trotz des bundesweiten Lehrkräftemangels so viele Menschen für die Berliner Schule gewinnen konnten. Angesichts des bundesweiten Lehrkräftemangels mussten wir in diesem Jahr besonders große Anstrengungen unternehmen, um in dieser Größenordnung wieder einstellen zu können. Wir müssen allerdings auch wieder auf viele Quereinsteigende zurückgreifen.“

Insgesamt mussten zum Schuljahresbeginn 2018/19 2.400 Stellen besetzt werden. Für diese Stellen wurden jetzt rund 2.700 Lehrkräfte eingestellt. Die Planungen der Senatsverwaltung sehen vor, in den nächsten Wochen noch weitere 90 Lehrkräfte einzustellen, um sicherzustellen, dass auch der Stellenbedarf durch die prognostizierten Teilzeitanträge und voraussichtliche Erkrankungen vollständig abgedeckt wird und um Lücken an einzelnen Schulen zu schließen. „Wir haben unsere Verfahren so flexibilisiert, dass auch im laufenden Schuljahr eingestellt werden kann. Die Schulen erhalten zudem die Möglichkeit, multiprofessionelle Teams einzustellen wie zum Beispiel Psychologen oder Sprachlernassistenten“, so Sandra Scheeres. Die Anzahl der Bewerbungen lag bei 3.200 (nur Laufbahn- und Quereinstiegs-bewerbungen, ohne LovL).

Unter den eingestellten Lehrkräften befinden sich 738 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie 915 sogenannte Lehrkräfte ohne volle Lehrbefähigung (LovL), einschl. rund 100 Masterstudierende Lehramt.

Mit dem neuen pädagogischen Personal begrüßt Sandra Scheeres auch die 33.9001 Erstklässlerinnen und Erstklässler, die am 27. August 2018 ihren ersten Unterrichtstag haben: „Die Einschulung ist ein besonderes Erlebnis für die gesamte Familie und bringt viele Veränderungen mit sich, an die man sich erst gewöhnen muss. Die Wochentage strukturieren sich neu, erste kleine Aufgaben und Pflichten müssen erledigt werden und neue Bezugspersonen stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Ich wünsche nicht nur den ABC-Schützen, sondern allen Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Start in das kommende Schuljahr.“ Insgesamt werden rund 359.000 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2018/19 an den allgemeinbildenden Schulen lernen. „Berlin erlebt wieder einen Anstieg der Schülerzahl, in diesem Schuljahr um rund 8.000. Dieser Anstieg ist mit umfangreichen Bautätigkeiten zur Schaffung weiterer Schulplätze im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive verbunden“, so Sandra Scheeres. Dazu kommen nochmals rund 87.000 Schülerinnen und Schüler an den beruflichen Schulen.

Die Gesamtzahl der Lehrerinnen und Lehrer ist mit den neuen Einstellungen erneut gestiegen: In diesem Jahr unterrichten 33.962 aktive Lehrkräfte an den öffentlichen Berliner Schulen, im vergangenen Jahr waren es 33.087. Ergänzend verblieb die Anzahl der Referendariatsplätze im Vergleich zum vergangenen Schuljahr auf dem hohen Niveau von 2.700 Plätzen.

Die Anzahl der zum Schuljahresbeginn zur Verfügung stehenden Stellen für Erzieherinnen und Erzieher ist um 100 von 4.838 auf 4.938 gestiegen. Hinzu kommen 2.617 Erzieherstellen von freien Trägern (2017/18: 2.516), ein Plus von 101.

Schwerpunkte und Neuerungen im kommenden Schuljahr

Berliner Schulbauoffensive

Der Berliner Senat hat 2017 die „Berliner Schulbauoffensive“ gestartet und für die kommenden zehn Jahre für Sanierungsarbeiten, Neu-, Um- und Erweiterungsbauten 5,5 Mrd. € zur Verfügung gestellt. Für Schulen in freier Trägerschaft erarbeitet die Bildungsverwaltung als Bewilligungsbehörde derzeit Förderrichtlinien, damit diese aus den trägerneutralen Mitteln der Kommunalinvestitionsförderung des Bundes profitieren können. Berlinweit werden hierfür rund 16,5 Mio. € zur Verfügung stehen.

Organisatorischer Aufbau der Berliner Schulbauoffensive ist abgeschlossen

Die Struktur der Berliner Schulbauoffensive wird bestimmt durch einen verwaltungs-übergreifenden Arbeitsansatz unter Beteiligung der mit dem Schulbau befassten Hauptverwaltungen und der Bezirke in der ressortübergreifenden Taskforce, dem politischen Entscheidungsgremium, sowie dem Arbeitsgremium Steuergruppe. Die Hauptverwaltungen sind die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, die Senatsverwaltung für Finanzen und die Senatskanzlei. Die Bezirke werden durch die Geschäftsstelle der Bezirke und durch die Regionalverbünde der Bezirke vertreten. Zudem werden Interessenvertretungen und Verbände in die Schulbauoffensive eingebunden.

Schnelles Bauen für mehr Schulplätze

Nach der jüngsten Modellrechnung erwartet Berlin bis zum Jahr 2025/26 einen Zuwachs von rund 53.000 Schülerinnen und Schüler. Zur zügigen Erweiterung der räumlichen Kapazitäten werden an mehreren Schulen weitere Ergänzungsbauten und bis zum Jahr 2026 rund 60 neue Schulen errichtet.

294 Mio. € für Ergänzungsbauten (2014 – 2018)

Hierbei handelt es sich um Gebäude in Systembauweise von hoher Qualität, barrierefrei und mit Klassen- und Gruppenräumen. Bis zum Schuljahresbeginn 2018/19 konnten 46 Ergänzungsbauten fertiggestellt werden. Die Investitionen für die modularen Ergänzungsbauten (MEB) betrugen seit 2014 rund 294 Mio. €, wovon sich zehn MEB in Umsetzung für 2018/19 befinden. Für die Jahre 2019/20 sind an zwölf weiteren Schulstandorten modulare Ergänzungsbauten in der Größenordnung von rd. 80 Mio. € vorgesehen.

2018/19 sind folgende Standorte für modulare Ergänzungsbauten in Arbeit:

Pankow
Elizabeth-Shaw-Grundschule
Neue Grundschule Cotheniusstraße/Conrad-Blenkle-Straße
Helene-Haeusler-Grundschule
OSZ Bau- und Holztechnik

Neukölln
Sonnen-Grundschule

Marzahn-Hellersdorf
Schule am Rosenhain

Lichtenberg
Grüner Campus Malchow (zwei Standorte)
Paul-und-Charlotte-Kniese-GemS (ISS)
Paul-Schmidt-Schule

Reinickendorf
Schule am Park (Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“)

Für 2019/20 sind an folgenden Standorten modulare Ergänzungsbauten in Vorbereitung:

Mitte
Gustav-Falke-Grundschule
Möwensee-Grundschule

Pankow
Neue Grundschule Rennbahnstraße

Spandau
Grundschule an der Pulvermühle
Charlie-Rivel-Grundschule

Neukölln
Albert-Einstein-Schule

Treptow-Köpenick
Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule

Marzahn-Hellersdorf
Franz-Carl-Achard-Grundschule
Neue Grundschule Elsenstraße
Otto-Nagel-Gymnasium

Lichtenberg
Schule an der Victoriastadt (Grundschule)
Nils-Holgersson-Schule (Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“)
Zusammen entstanden und entstehen seit 2014 durch diese Modularen Ergänzungsbauten bis zu 17.000 Schulplätze.

Ab 2020 sind an weiteren 22 Schulstandorten Modulare Ergänzungsbauten geplant, um bis zu 5.000 Schulplätze zu schaffen.

Schnelles Bauen für mehr Schulplätze

Die zehn Schulbaumaßnahmen, die zu schnelleren Umsetzungen im Rahmen eines Modellvorhabens durchgeführt werden, befinden sich in der fortgeschrittenen planerischen Umsetzung, so dass mit den Baumaßnahmen 2018 und 2019 begonnen und eine Fertigstellung im Zeitraum 2019-2021 erfolgen wird.

Schulen im Modellbauvorhaben – BSO I
Bezirk Schule Voraussichtliche Übergabe
Mitte Neubau einer Grundschule, 2. Bauabschnitt; Chausseestr. / Boyenstr. Januar 2021
Friedrichshain-Kreuzberg Neubau einer dreizügigen Grundschule, 2. Bauabschnitt; Pufendorfstr. Juli 2021
Pankow Jeanne-Barez-Schule: Erweiterung Standort Hauptstr. Juli 2021
Pankow Panke-Schule: standardgerechter Ausbau der Schule mit Neubau Sporthalle mit zwei Hallenteilen; Galenusstr. Juli 2021
Spandau Neubau inklusive Grundschule („Geistige Entwicklung“) und Sporthalle; Goltz-/Mertensstr. Juli 2021
Spandau Wolfgang-Borchert-Schule: Erweiterung und Umbau der Schulanlage; Blumenstr. Juli 2021
Spandau Heinrich-Böll-Oberschule: Ersatzbau; Am Forstacker Juli 2021
Marzahn-Hellersdorf Neubau ISS und Sporthalle und Außensportanlagen;
An der Schule 13-19 Juli 2019
Lichtenberg Neubau einer dreizügigen Grundschule;
Konrad-Wolf-Str. 11 Juli 2019
Lichtenberg Neubau einer dreizügigen Grundschule; Sewanstr. 43 Januar 2020

Wettbewerbsverfahren für zwölf weitere Neubauschulen auf dem Weg

Für die nächste Tranche der Berliner Schulbauoffensive wurden Anfang August durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und die HOWOGE architektonische Realisierungswettbewerbe ausgelobt. Die zwei Wettbewerbsverfahren der Senatsverwaltung haben fünf dreizügige Grundschulen und vier sechszügige Grundschulen zum Gegenstand. Der Wettbewerb der HOWOGE befasst sich mit der Planung einer sechszügigen Integrierten Sekundarschule und eines vierzügigen Gymnasiums.
Die Ergebnisse der Verfahren werden im Dezember diesen Jahres vorliegen. Die dann ausgewählten Planungen bilden die Grundlage für den Bau von Schulen nach den neuen baulich-pädagogischen Grundsätzen des Berliner Lern- und Teamhauses. Die Umsetzung wird zur Beschleunigung von Planung und Bau in modularer Bauweise bei gleichzeitig hohem baulichen Standard erfolgen.

Neubauschulen – BSO II + III
Bezirk Schule
Friedrichshain-Kreuzberg Neubau einer vierzügigen Grundschule
Nostitzstr. 60
Lichtenberg Neubau einer dreizügigen Grundschule
Schleizer Str. 67
Lichtenberg Neubau einer sechszügigen Integrierten Sekundarschule und eines vierzügigen Gymnasiums
Allee der Kosmonauten 22
Marzahn-Hellersdorf Neubau einer dreizügigen Grundschule
Elsenstr. 7-9
Marzahn-Hellersdorf Neubau einer vierzügigen Grundschule
Karower Chaussee 97
Marzahn-Hellersdorf Neubau einer vierzügigen Grundschule
Naumburger Ring 1,3,5 / Weißenfelser Str.
Mitte Neubau einer vierzügigen Grundschule
Adalbertstr. 53
Mitte Neubau einer vierzügigen Grundschule
Reinickendorfer Straße 60/61
Neukölln Neubau einer dreizügigen Grundschule
Koppelweg 32, 38, 50-54
Pankow Neubau einer dreizügigen Grundschule
Conrad-Blenkle-Str. 20
Pankow Neubau einer dreizügigen Grundschule
Alt-Blankenburg 26
Pankow Neubau einer vierzügigen Grundschule
Rennbahnstr. 45

Sicherung der architektonischen und baulichen Qualität

• Wettbewerbsverfahren
Typenwettbewerbe für modulare Schulbauten in Vorbereitung für Herbst 2018

• AG Baufachliche Standards installiert, seit Februar 2018 wurden neun Sitzungen/Workshops durchgeführt.

Die neuen Schulen werden das Stadtbild über viele Jahrzehnte sowie das tägliche Umfeld der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte prägen. Insofern stellt die Berliner Schulbauoffensive nicht nur eine große quantitative, sondern auch eine qualitative Herausforderung dar.

Zur Sicherung der architektonischen Qualität der Schulbauten ist die Durchführung von Architekturwettbewerben verpflichtender Bestandteil des Planungsprozesses.

Neben diesen schulfachlichen Rahmenbedingungen werden durch die Baufachlichen Standards für den Berliner Schulbau einheitliche Vorgaben für alle planenden und bauenden Akteure des Schulneubaus formuliert. In einer verwaltungsübergreifenen Arbeitsgruppe mit Vertretern der mit Schulbau befassten Hauptverwaltungen und der Bezirke werden Standards formuliert und abgestimmt, die einen schulfachlich zeitgemäßen, nachhaltigen und wirtschaftlichen Schulbau gewährleisten. Hierbei werden zudem die Anforderungen aus der Inklusion, der Barrierefreiheit und auch aus dem Betrieb des Schulgebäudes berücksichtigt. Nicht zuletzt sollen durch die Baufachlichen Standards zeitaufwendige Einzelabstimmungen im Planungs- und Bauprozess vermieden und damit eine Beschleunigung der Schulbaumaßnahmen erreicht werden.

Transparenz im Schulbau

Für jede einzelne Schule der Berliner Schulbauoffensive wurde im ersten Bericht zum Maßnahmen- und Finanzcontrolling differenziert und maßnahmenscharf dargestellt, wie viel bisher in Neubau, Erweiterung, Reaktivierung, Arrondierung und Sanierung investiert wurde und in den kommenden Jahren investiert wird. Zudem werden schulfachlich relevante Informationen dargestellt. Dazu zählt die Entwicklung der Kapazitäten der einzelnen Schulen in Folge der Baumaßnahmen, d.h. der Zuwachs an Klassen und an Sporthallen. Das öffentliche Berichtswesen wird weiterentwickelt und verfeinert und ermöglicht so eine detaillierte periodische Information über die Entwicklung der Schulbauaktivitäten im Land Berlin. Eltern und Schulen können sich zudem über einen regelmäßig erscheinenden Newsletter über die Schulbauoffensive informieren.

In Vorbereitung auf die Partizipation der Schulgemeinschaften an den Planungsverfahren zum Neubau und der Sanierung wurden im ersten Halbjahr an drei Berliner Schulen Pilotverfahren zur Partizipation durchgeführt, die gegenwärtig ausgewertet und in Handlungsempfehlungen umgesetzt werden.

Mit dem Landesbeirat Schulbau und dem Nutzerbeirat für zentralverwaltete Schulen wurden zwei Gremien installiert, die die Berliner Schulbauoffensive kritisch begleiten und die Senatsverwaltungen beraten.

Unterstützung für Quereinsteigende und Studierende

Unterstützung für die Quereinsteigenden

Die Quereinsteigenden werden ab diesem Schuljahr bereits vor Unterrichtsaufnahme professionell auf die neue Tätigkeit vorbereitet. Sie werden zwei Wochen vor Unterrichtsbeginn im Studienzentrum für Erziehung und Pädagogik in Schulen (StEPS) in der Georgenstraße in die wichtigsten Themen des Unterrichtens und Erziehens eingeführt und nehmen drei Tage lang an den Präsenztagen in den Schulen teil. In den ersten acht Wochen der Unterrichtstätigkeit wird ihnen eine erfahrene Lehrkraft – das kann ein Ausbilder, ein Pensionär oder ein externer Coach sein – an die Seite gestellt. Es werden zusätzlich ganzjährig wöchentliche Workshops und zweimal im Jahr Kompaktwochen zu konkreten Unterrichts- und Erziehungsthemen anhand von Fallbeispielen angeboten. Hierzu wird im Quereinstiegsportal ein Veranstaltungskalender mit Kontaktdaten veröffentlicht. Die Teilnahme am Vorkurs, an zwölf Doppelstunden der Begleitformate und das Führen eines Nachweisblattes über den Besuch der Veranstaltungen sind zukünftig für alle Quereinsteigenden Pflicht.

Zur Durchführung dieser Maßnahmen stehen im Doppelhaushalt 2018/19 rund 1,4 Mio. € zur Verfügung.

Quereinsteigende im Berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst müssen ab diesem Schuljahr eine Stunde weniger arbeiten. Ihre Unterrichtsverpflichtung liegt damit bei voller Stelle bei 18 Stunden in der Woche.

Stipendien für den Wechsel ins Lehramtsstudium

Berlin lobt 100 Stipendien für Bachelorabsolventen aus, die sich zum Wechsel in ein Lehramtsmasterstudium entscheiden. 100 Studierende können mit 500 € brutto monatlich über vier Semester gefördert werden. Voraussetzungen sind ein Hochschulabschluss ohne Lehramtsoption in Mathematik, Informatik, naturwissenschaftlich-technischen Fächern oder Musik (in Planung) und die Bereitschaft, im Rahmen eines viersemestrigen Studiums einen Master of Education zu erwerben. Die Stipendiaten sollen verpflichtet werden, nach dem Vorbereitungsdienst mindestens drei Jahre im Berliner Schuldienst tätig zu werden.

Für dieses Vorhaben stehen 1,8 Mio. € für die Jahre 2018 und 2019 zur Verfügung.

Unterstützung für Schülerinnen und Schüler

Kostenloses BuT-Schülerticket

Rund 138.000 Schülerinnen und Schüler erhalten zur Entlastung der Familien seit dem 1. August 2018 das BuT-Schülerticket im Tarifbereich AB kostenlos. Der berlinpass-BuT mit einem VBB-Hologramm-Aufkleber gilt künftig als Fahrkarte. Voraussetzung für das kostenlose Schülerticket ist, dass die Distanz zwischen Wohnort und besuchter Schule oder dem besuchten Teilhabeangebot (z.B. Sportverein, Musikschule) mehr als einen Kilometer von der Grundschule bzw. zwei Kilometer von der weiterführenden oder beruflichen Schule beträgt. Damit wird die Mobilität und somit der Zugang zu Bildung und Teilhabe der Schülerinnen und Schüler über die Wohnumgebung hinaus gefördert. Die Beantragung erfolgt in der Leistungsstelle (Jobcenter, Sozialamt, LAF, Wohngeldstelle). Das Land Berlin übernimmt die bisher vorgesehene Eigenbeteiligung für BuT-Berechtigte und zahlt einen Ausgleich an die Berliner Verkehrsunternehmen. Hierfür stehen in diesem Jahr 13,6 Mio. € zur Verfügung.

Eltern zahlen keine Lernmittel von der 1. bis zur 6. Klasse

Eltern sparen zukünftig für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 ihren Eigenanteil zu den Lernmitteln (bisher bis zu 100 €). Den Schulen wird für die Schülerinnen und Schüler der benannten Jahrgangsstufen pro Schüler/in ein Betrag von 98 € zur Verfügung gestellt, die Schulen mit Förderschwerpunkten erhalten 159 € pro Kopf.

Zum Aufbau eines Bücherbestands bekommen die Schulen darüber hinaus für die Haushaltsjahre 2018 und 2019 für die ehemals von der Zuzahlung betroffenen Schülerinnen und Schüler eine Einmalzahlung in Höhe von jeweils 50 €.

Die Schulen erhalten die Geldmittel über die zuständigen Bezirksämter. Für die Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 7 ist eine Einführung der Lernmittelfreiheit in Vorbereitung.

Inklusive Schule Berlin

Für die pädagogische und sonderpädagogische Förderung im Unterricht in den Bereichen Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung und Sprache wird die schrittweise Einführung der verlässlichen Grundausstattung in der Grundschule bis Jahrgangsstufe 4 weiter fortgeführt (vier Stunden pro Lerngruppe in der Schulanfangsphase; bei den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten Körperliche und motorische Entwicklung, Sehen, Hören und Kommunikation, Geistige Entwicklung und Autismus weiterhin schülerbezogene Ressourcen).

Die Bildungsverwaltung wird die Wirksamkeit der pädagogischen und sonderpädagogischen Diagnostik evaluieren. An der Befragung werden auch die Erziehungsberechtigten hinsichtlich der Frage beteiligt, inwieweit sie in die schulischen Informations- und Beratungsgespräche zu diagnostischen Ergebnissen sowie der weiteren Förderung einbezogen werden.

Eine Handreichung zum Thema „Fördermaßnahmen konkret“ für die sonderpädagogischen Förderschwerpunkte Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung und Sprache wird veröffentlicht.

16 inklusive Schwerpunktschulen

In diesem Schuljahr kommen zu den bereits bestehenden inklusiven Schwerpunktschulen weitere fünf hinzu:
o Comenius-Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt Autismus als besonderes Profil
o Fläming Grundschule mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Körperliche und motorische Entwicklung als besonderes Profil
o Annedore-Leber-Grundschule mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Körperliche und motorische Entwicklung als besonderes Profil
o Schule an der Jungfernheide mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung als besonderes Profil
o Fichtenberg-Gymnasium mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt Sehen als besonderes Profil. Mit dem Fichtenberg-Gymnasium hat sich das erste Gymnasium in Berlin als inklusive Schwerpunktschule profiliert.

13 Schulpsychologische und Inklusionspäd. Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ)
Perspektivisch werden in jedem der 13 SIBUZ ca. 50 Mitarbeiter/innen verschiedener Professionen tätig sein (Sonderpädagoginnen und -pädagogen, Schulpsychologinnen und
-psychologen, Lehrkräfte, Sozialarbeiter/innen, Erzieher/innen).

Zum Schuljahr 2018/19 erfolgt folgender personeller Aufbau:
- Fachbereich Inklusionspädagogik: eine weitere Lehrkräftestelle mit den Aufgabenbereichen Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben sowie Rechnen und Begabungsförderung
- Fachbereich Schulpsychologie: Einstellung von zusätzlichen Schulpsychologinnen und -psychologen auf insgesamt 26 Stellen

Auffälligkeiten in der Emotionalen und sozialen Entwicklung
Um Schulen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern zu unterstützen, die besondere Auffälligkeiten im Bereich der emotional und sozialen Entwicklung haben, werden in diesem Jahr weitere temporäre Lerngruppen für insgesamt 744 Schülerinnen und Schüler eingerichtet.

Mehr Mittel für Schulhilfemaßnahmen

Im Schuljahr 2018/19 bekommen die Bezirke ein Budget von insgesamt rund 22.000 Stunden für ergänzende Pflege und Hilfe zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Unterstützungsbedarfen zugeteilt, das sind 7,3 % mehr als im Jahr zuvor.

Erhöhung der Zahl von Schulplätzen in Förderzentren

Obwohl die Integrationsquote weiter steigt, wird entsprechend der Elternwünsche mit dem Bau von zusätzlichen Schulplätzen für Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ an Schulen mit dem oben genannten sonderpädagogischem Förderschwerpunkt begonnen.

Digitale Schule Berlin

In Berlin wird der „eEducation Berlin Masterplan“ als Konzept zur digital gestützten Bildung umgesetzt. Die vier bestehenden Säulen des „eEducation Berlin Masterplan“ sind die Fortbildung des pädagogischen Personals, die Ausstattung der Schulen mit technischer Infrastruktur, die Förderung von Projekten für den IT-gestützten Unterricht und die IT-Wartung durch externe Techniker.

IT-Wartung an allgemeinbildenden Schulen

2018 konnte im Anschluss an den erfolgreichen Pilotversuch dieser in die Fläche getragen werden. 266 Schulen sind in die technische IT-Betreuung aufgenommen worden und werden durch insgesamt 71 Techniker der Firma Bechtle GmbH IT Systemhaus Berlin betreut. Die neue Ausschreibung wird vorbereitet. Geplant ist, ab 2019 weitere Schulen aufzunehmen.

Digitale Welten: neuer Kurs für die Sekundarstufe II

Im Rahmen eines Schulversuchs, der sich bereits im zweiten Jahr befindet, bieten im kommenden Schuljahr weitere neun Schulen in der gymnasialen Oberstufe den Ergänzungskurs „Digitale Welten“ an. Die Lehrkräftefortbildung für diesen Kurs findet sowohl in Schulen als Best-Practice als auch in der TU Berlin statt. In diesem Kurs wird die zunehmende digitale Prägung unseres Alltags und unseres Zusammenlebens thematisiert und die Wirkungen auf Formen und Inhalte der Kommunikation und des Lernens auf Arbeit, Konsum und Gesellschaft betrachtet. Dieser Kurs ist bisher einzigartig in Deutschland.

Programmieren ab Klasse 3

In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS werden bis Ende Dezember weitere 60 Lehrkräfte zum „Roberta-Teacher“ ausgebildet, die ab der dritten Klasse Programmierungen mit Hilfe eines Mini-Computers und einer offenen Programmiersoftware im Unterricht umsetzen wollen. Aufgrund der großen Nachfrage in den Schulen werden 2019 weitere 50 Lehrkräfte geschult werden.

Stark gegen Antisemitismus

Pilotprojekt zur Begegnungspädagogik im Zusammenhang mit antisemitischen Vorfällen

Peertrainerinnen und -trainer aus Deutschland mit Israelerfahrung (soziales Jahr, Schulaustausch, Studium) und junge Israelis, die in Berlin wohnen und durch ihr Engagement Berlin etwas „zurückgeben“ möchten, arbeiten mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7, 8, und 9 an der kritischen Auseinandersetzung mit Stereotypen und Vorurteilen, besonders auch der israelbezogenen. Die persönlichen Erfahrungen der jungen Menschen dienen als Grundlage, um das komplexe Bild unserer Gesellschaft zu betrachten und Handlungsoptionen zu erlernen, die auf den Grundwerten basieren.

Zahlreiche Fortbildungsformate für Lehrkräfte zu den Themen Demokratiebildung, Prävention vor Mobbing und Gewalt sowie Prävention vor Ausbreitung menschenfeindlicher Ideologien unterstützen Schulen in ihrer Präventions-, Interventions- und Nachsorgearbeit bei antisemitischen Vorfällen. Insbesondere ist hier die Kooperation mit dem American Jewish Committee zu dem Projekt „Demokratie stärken – aktiv gegen Antisemitismus und Salafismus“ zu nennen. Zudem reist im Oktober 2018 erstmals eine Gruppe von 20 Lehrkräften und pädagogischem Personal von Gedenkstätten und freien Bildungsträgern zu einer zehntägigen Studienfahrt nach Israel. Die Fortbildung basiert auf einem Kooperationsvertrag der Bildungsverwaltung mit der Gedenkstätte Yad Vashem, die auf eine langfristige Zusammenarbeit abzielt und alljährliche Fortbildungsreisen dieser Art vorsieht.

Stärkung des Fachs Politische Bildung

Das Fach Politische Bildung wird ab dem Schuljahr 2018/19 durch eine eigene Bewertung in den Berliner Schulen sichtbar verankert und auf dem Zeugnis ausgewiesen. Gleichzeitig können alle Schulen das Schuljahr 2018/19 nutzen, um sich auf die Einführung eines erweiterten Lernbereichs Gesellschaftswissenschaften vorzubereiten (Lernbereich ab Schuljahr 2019/20). Damit sollen mehr Möglichkeiten für epochalen, fachübergreifenden oder fächerverbindenden Unterricht geschaffen werden. Durch den neuen Lernbereich können Profile der Schulen zum Beispiel im Bereich des interkulturellen Lernens und der Demokratiebildung gestärkt werden.

Ausweitung des Pilotprojekts „Mathe wirksam fördern“

Das Pilotprojekt wird nach erfolgreicher Einführung in Charlottenburg auf die Bezirke Spandau und Steglitz-Zehlendorf ausgeweitet. Das Projekt unterstützt Schulleitungen und Lehrkräfte bei der Weiterentwicklung des Förderunterrichts für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten in Mathematik. 51 Lehrkräfte erhalten die Schulungen.

Ausbau der Mehrsprachigkeit

Zum Schuljahr 2018/19 ist ein zweizügiger deutsch-spanischer SESB-Zweig an der Lemgo-Grundschule eingerichtet. Zusammen mit der Albrecht-von-Graefe-Schule und dem Robert-Koch-Gymnasium wird ein neuer SESB-Campus entstehen.

Ab diesem Schuljahr werden zwei weitere Grundschulen – die Löwenzahn- und die Silberstein-Grundschule – in das bestehende Projekt „Herkunftssprache Arabisch“ einsteigen, das seit 2014/15 an folgenden Grundschulen besteht: Wedding-Grundschule, Schule am Fliederbusch, Erika-Mann-Grundschule, Carl-Bolle-Grundschule. Mit Beginn des aktuellen Schuljahres lernen 201 Schülerinnen und Schüler in 17 Lerngruppen.

Darüber hinaus startet die Carl-Bolle-Grundschule ein so genanntes Sprachenband für Türkisch, Arabisch, Bosnisch und Serbisch, welches diese Herkunftssprachen für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Ganztags zur gleichen Unterrichtszeit anbietet.

Ausbau 2. Internationale Schule Berlin

Die 2. Internationale Schule Berlin hat sich für den Namen Wangari-Maathai-Schule ausgesprochen, der aktuell geprüft wird. Die Schule besteht im Schuljahr 2018/19 aus vier Klassen, in denen Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 1 und 2 jahrgangsgemischt nach dem System der Flexiblen Schuleingangsphase unterrichtet werden. Sie wird aktuell an einem Standort der Nelson-Mandela-Schule geführt.

Ausweitung des AG-Angebots Herkunftssprache Türkisch

Für Türkisch stehen einer großen Anzahl herkunftssprachlicher Angebote auch weitere Bedarfe gegenüber. Als Alternative zum so genannten Konsulatsunterricht starteten die ersten staatlichen Angebote an 21 Grundschulen mit dem 2. Schulhalbjahr 2017/18 für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1-3. Der Start der Pilotphase erfolgte in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln. Zum Schuljahr 2018/19 wird das Angebot ausgeweitet. Die Schulen, die Herkunftssprachen-unterricht seit Februar 2018 anbieten, führen das Angebot im kommenden Schuljahr fort und erweitern es z. T. auf Kurse für die Jahrgangsstufen 4-6. Weitere 24 Schulen – nun auch in Spandau und Reinickendorf – bieten Herkunftssprachunterricht Türkisch im Schuljahr 2018/19 erstmalig an. Es bestehen dann zum neuen Schuljahr im Land Berlin 86 Angebote an 45 Grundschulen.

Zahlen und Daten für das Schuljahr 2018/192

I. Schülerinnen und Schüler

Schulanfängerinnen und -anfänger
an den allgemeinbildenden Schulen: 33.900 (2017/18: 32.363)

Schülerinnen und Schüler
an den allgemeinbildenden Schulen: 359.490 (2017/18: 351.249)

Schülerinnen und Schüler
an den öffentlichen allgemeinbildenden
Schulen: 322.790 (2017/18: 315.358)

Schülerinnen und Schüler
an den beruflichen Schulen: 87.170 (2017/18: 88.202)

Schülerinnen und Schüler
an den öffentlichen beruflichen Schulen 70.880 (2017/18: 71.910)

II. Personal

Bestand aktiver Lehrkräfte in VZE
(LK inkl. Referendare): 30.246 (2017/18: 29.422)

in Personen 33.962 (2017/18: 33.087)

Referendare (Plätze): 2.700 (2016/17: 2.700)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer
an den schulpraktischen
Seminaren (mit berufsbegleitendem
Vorbereitungsdienst): 2.890 (2016/17: 2.878)

Erzieherinnen und Erzieher: 4.938 (2017/18: 4.838)
(Beschäftigte des Landes Berlin – in VZE)

Beschäftigte Erzieherinnen und Erzieher
bei freien Trägern in VZE: 2.617 (2017/18: 2.516)


Schulen im Schuljahr 2018/19

Öffentliche Schulen: 688
Grundschulen: 361
Integrierte Sekundarschulen: 125
darunter Gemeinschaftsschulen: 23
Gymnasien: 91
Schulen mit sonderpädagogischem
Förderschwerpunkt: 55
Berufliche Schulen: 45
Zweiter Bildungsweg: 11

Schulen in freier Trägerschaft: 351
Grundschulen: 48
Integrierte Sekundarschulen: 39 darunter Gemeinschaftsschulen: 17
Gymnasien: 10
Freie Waldorfschulen: 11
Kombinierte allgemeinbildende Schulen: 13
Schulen mit sonderpädagogischem
Förderschwerpunkt: 7
Berufliche Schulen: 77
Ergänzungsschulen: 144
Ausländische Schulen: 2

Ganztagsformen im Schuljahr 2017/18:
alle Grundschulen
47 ISS und 7 Gymnasien in gebundener Form
60 ISS und 1 Gymnasium in teilgebundener Form
38 ISS und 18 Gymnasien in offener Form

Ausweitung der Verbundoberstufen
2016/17:
Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule und Röntgen-Schule
Grünauer Gemeinschaftsschule und Schule an der Dahme
2017/18:
Refik-Veseli-Schule und Emanuel-Lasker-Schule
2018/19:
Paul- und Charlotte-Kniese-Schule mit der George-Orwell-Schule

Schulversuche zur Anbindung von ISS ohne eigne gymn. Oberstufe an Schulen mit gymnasialer Oberstufe

2015/16: Schule am Schillerpark und Lessing-Gymnasium
2016/17: Wilhelm-von-Humboldt-Schule und Elinor-Ostrom-Schule

Willkommensklassen für Kinder ohne Deutschkenntnisse an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (Stand: 01.06.2018)
Grundschulen:
Anzahl Klassen: 310
Anzahl Schülerinnen und Schüler: 3.357

Integrierte Sekundarschulen, Gymnasien:
Anzahl Klassen: 242
Anzahl Schülerinnen und Schüler: 2.844

Berufliche und zentral verwaltete Schulen:
Anzahl Klassen: 164
Anzahl Schülerinnen und Schüler: 2.248
Schulen in freier Trägerschaft:
Anzahl Klassen: 32
Anzahl Schülerinnen und Schüler: 340