40 Jahre Kindernotdienst

Pressemitteilung vom 22.05.2018

Gewalt in der Familie, Krisen, Vernachlässigung – seit 40 Jahren bietet der Kindernotdienst (KND) rund um die Uhr schnelle und unbürokratische Hilfe und Schutz für Kinder in akuten Gefähr-dungssituationen. Das Jubiläum wird am Donnerstag und Freitag, 24. und 25. Mai 2018, gefeiert. Unter dem Motto „40 Jahre Kindernotdienst – 40 Stunden Festveranstaltung“ stehen Fachvorträge und Fachveranstaltungen auf dem Programm. Sigrid Klebba, Staatssekretärin für Jugend und Familie, wird den ersten Tag eröffnen. Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, besucht am Freitag das Hoffest für Kinder. Alle Veranstaltungen finden im Kindernotdienst, Gitschiner Straße 48/49 in Berlin-Kreuzberg statt.

Sandra Scheeres: „40 Jahre Kindernotdienst – das bedeutet mehr als 14 600 Tage und Nächte durchgehender Einsatz für Kinder in Not. Dafür möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbei-tern danken. Ihre Arbeit ist von enormer Bedeutung: Sie sind rund um die Uhr da, bieten Schutz und eine liebvolle und umsorgende Betreuung für Kinder, die Schlimmes erleben mussten. Zu-gleich sind sie immer ansprechbar, wenn Eltern, Angehörige oder andere Erwachsene Fragen zum Kinderschutz haben.“

An den Kindernotdienst wenden sich Kinder selbst, Eltern oder Familienangehörige, Fachkräfte, Polizei oder andere Personen. Gehen Hinweise auf eine akute Kindeswohlgefährdung ein, ist ein sofortiges Handeln erforderlich. Abends, nachts und am Wochenende wird der KND anstelle des Jugendamts tätig. Gegebenenfalls prüfen zwei Fachkräfte mit Amtshilfe der Polizei die Situation direkt vor Ort und nehmen Kinder in Obhut. Der Kindernotdienst nimmt auch Kinder bis 14 Jahre auf, die keine Meldeadresse in Berlin haben und sich ohne ihre Eltern hier aufhalten.

Allein im Jahr 2017 wurden 766 Kinder im Kindernotdienst aufgenommen. Sie blieben durch-schnittlich drei Tage. Die Gesamtzahl der Fälle in den vergangenen 40 Jahren liegt nicht vor. Der-zeit sind im KND rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Der Kindernotdienst wurde im Jahr 1978 durch die damalige Senatsverwaltung für Jugend eröff-net. Hervorgegangen war er aus dem Hauptkinderheim in der Alte-Jakob-Straße in Kreuzberg, dem großen Durchgangs- und Beobachtungsheim in West-Berlin. Heute gehört der Kindernot-dienst zum Berliner Notdienst Kinderschutz (BNK). Weitere Angebote des BNK sind die mehrspra-chige Hotline Kinderschutz, der Mädchen- und der Jugendnotdienst sowie die Kontakt- und Bera-tungsstelle für Straßenjugendliche mit ihrer Notschlafstelle „Sleep In“. 2018/19 stehen für den BNK insgesamt rund 7,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Seit Jahresbeginn 2018 ist der BNK und damit auch der Kindernotdienst wieder in der Verantwortung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Von 2001 bis 2017 wurde der BNK durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg stellvertretend für alle Berliner Bezirke organisatorisch betreut. Mit der Rückanbindung an die Senatsverwaltung wurde dem gesamtstädtischen Charakter des BNK entsprochen.