Scheeres: Gewalt darf keinen Platz an den Schulen haben

Pressemitteilung vom 23.04.2018

Fachtag zu Gewaltformen und Lösungsansätzen in Planung

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie plant angesichts gewalttätiger Auseinandersetzungen in der Berliner Schule, die von Mobbing bis zu körperlicher Gewalt reichen, einen internen Fachtag, auf dem die unterschiedlichen Facetten von Gewaltformen und Lösungsansätzen diskutiert werden sollen.

Stellen Schulen eine zunehmende Verrohung fest? Handelt es sich um schulinterne Probleme oder um eine gesellschaftliche Entwicklung, die von außen in die Schulen getragen wird? Welche Maßnahmen werden als erfolgreich gegen Gewalt bewertet? Was brauchen Schulen zur zusätzlichen Unterstützung? Das sind die Fragen, mit denen sich der Erfahrungsaustausch beschäftigen wird.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Gewalt ist nicht hinnehmbar. Manche Situationen lassen sich pädagogisch nicht mehr lösen. Lehrkräfte müssen die Möglichkeit haben, störungsfrei zu unterrichten. Dafür müssen wir Schülerinnen und Schüler, die massiv und kontinuierlich den Unterricht stören und gewalttätig gegenüber Mitschülern und Schulpersonal sind, zeitweise auch aus dem Regelunterricht herausnehmen können, um sie in temporären Kleingruppen zu unterrichten.“

Gewaltfreies und diskriminierungsfreies Lehren und Lernen erfordert zudem Fortbildungen für Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulaufsichten. Für einen wertevermittelnden Unterricht erarbeitet die Senatsverwaltung eine Gesamtstrategie der Politischen Bildung, um Prozesse der Demokratiebildung und Werteerziehung für alle Jahrgangsstufen zu intensivieren.

Berlin unternimmt bereits vielfältige präventive und intervenierende Maßnahmen, um gewaltfreies Lernen und Lehren zu unterstützen (eine Auswahl):
Ausweitung der Krisenteams, Unterstützung durch die Gewalt- und Krisenpsychologie, Ausweitung der Jugendsozialarbeit, Fortbildungen im Umgang mit Gewalt (PART-Konzept: Lösungen bei Aggression und Gewalt), Einbeziehung der schulpsychologischen und inklusionspädagogischen Unterstützungs- und Beratungszentren (SIBUZ), Einbeziehung der Jugendhilfe und auch der Polizei.