Moderne Schulen für Berlin Neues Raumprogramm enthält mehr pädagogische Nutzflächen

Pressemitteilung vom 21.02.2018

Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive 2017-2026 stellte Bildungssenatorin Sandra Scheeres heute das neue Musterraum- und Funktionsprogramm für den Schulneubau vor. Das Programm ist gemeinsam von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie unter Mitwir-kung von Vertretern der bezirklichen Schul- und Hochbauämter sowie Elternvertretungen, der Howoge und dem beauftragten Architekturbüro aim auf Grundlage der Empfehlungen der Facharbeitsgruppe Schulraumqualität erarbeitet worden.

Mit dem neuen Konzept der Berliner Lern- und Teamhäuser, das bei den zukünftigen Schulen umgesetzt wird, vergrößern sich durch die Raumaufteilung in erheblicher Weise die pädagogischen Nutzflächen. Im Grundschulbereich am Beispiel einer 3-zügigen Grundschule stehen pro Schüler/in von nun an 7,4 m² päd. Nutzfläche (Flurschule: 5,8 m²) zur Verfügung, im Bereich der weiterführenden Schulen am Beispiel einer 4-zügigen Integrierten Sekundarschule sind es 8,8 m² (Flurschule: 6,9 m²). Die Flächenvergrößerung ergibt sich aus den zusätzlichen Flächen für das Forum, größere Mensabereiche und Lernwerkstätten für die Inklusion.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Durch die wachsenden Schülerzahlen wird Berlin in den kommenden Jahren über 50 neue Schulen bauen. Der anstehende Bauboom war Impuls, intensiv über die Prämissen der Schule im 21. Jahrhundert nachzudenken. Die klassische Flurschule berücksichtigt Konzepte wie Lernwerkstätten oder Inklusion nur ungenügend. Sie verschenkt vielfach durch große Flurbereiche wertvolle Flächen, die pädagogisch genutzt werden könnten. Das neue Raum- und Funktionsprogramm spiegelt die pädagogischen Erfordernisse unserer Zeit und berücksichtigt die Anforderungen, die neben der reinen Wissensvermittlung an Schülerinnen und Schüler gestellt werden: Kreativität, Eigenverantwortlichkeit und Teamfähigkeit. Dafür gibt es für alle schulischen Akteure ausreichend Begegnungs- und Kommunikationsbereiche, die im Rahmen einer inklusiven Ganztagsschule den Aufenthalt in den Berliner Schulen interessanter und vielfältiger gestalten.“

Neu ist im Rahmen der Raumfunktion, dass neben der Einteilung in Compartments jede Schule ein natürlich belichtetes und belüftetes Forum enthalten soll, um das sich Stammgruppen- und multifunktionale Teilungsräume gruppieren. Das Forum erweitert daher in erheblicher Weise die pädagogische Fläche und ist die zentrale Begegnungs-, Kommunikations- und Differenzierungsfläche der Schule.

Zum allgemeinen Unterrichtsbereich gehören die Stammgruppenräume, multifunktionale Teilungsräume, ein Ruheraum sowie das oben beschriebene Forum. Diese Flächen werden durch einen Schuhwechselbereich und einen Sanitärbereich ergänzt. Das Compartment enthält in den Teamzonen Aufenthaltsbereiche mit Teeküchen und Einzelarbeitsplätze für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie für weiteres pädagogisches Personal. Zur Unterstützung für die Inklusion gehört zu jeder Teamzone ein Pflege- und Sanitärbereich.

Weitere wesentliche Änderungen zur herkömmlichen Flurschule sind folgende Punkte:

• Vergrößerung des Mensabereichs: An Grundschulen können alle Schülerinnen und Schüler (100 ) am Mittagessen teilnehmen. An den weiterführenden Schulen steigt der Anteil um 10 %, damit können 40 am Mittagessen teilnehmen.
• Ein Mehrzweckraum soll neben dem Mensabereich angeordnet werden, damit ein größerer zusammenhängender Raumbereich für schulische Veranstaltungen entstehen kann. In seiner Nähe sollen sich auch der Musik- und Instrumentenraum befinden, um gegebenenfalls die Bühne im Mehrzweckraum im Unterricht nutzen zu können.
• Drei neue Lernwerkstätten für die Grundschulen für die Bereiche Naturwissen-schaften, Kreativität, Kochen und Gesunde Ernährung.
• Einrichtung einer Bibliothek für digitale und analoge Angebote.
• Verwaltungsräume sind für die zusätzlichen Funktionsstellen [Verwaltungsleiter, Berufs- und Studienorientierung (BSO-Team), koordinierende Erzieherin, Sozialarbeiter, Pädagogische Koordinatorinnen und Koordinatoren in SEK I und Sek II]
• Alle Unterrichtsräume sind strukturiert vernetzt und besitzen Anschlüsse für Schüler- und Lehrerarbeitsplätze, für ein interaktives Display und einen Access Point für Wlan.

Das neue Musterraum- und Funktionsprogramm findet ab sofort bei Ausschreibungen zum Schulneubau Anwendung.

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