Kultusministerkonferenz: Austausch zum Lehrkräftebedarf, Konsulatsunterricht und Vergleichsarbeiten

Pressemitteilung vom 13.10.2017

Gestern Abend endete die 359. Kultusministerkonferenz (KMK), bei der sich die Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturministerinnen und -minister sowie -senatorinnen und -senatoren zum bundesweiten Lehrkräftebedarf über alle Schularten austauschten. Dabei wurden gemeinsame Maßnahmen zur Sicherung der länderübergreifenden Unterrichtsversorgung diskutiert wie zum Beispiel die Zugangsbeschränkungen bei Bedarfslehrämtern und Bedarfsfächern oder die Reduzierung von Studienabbrecherinnen und -abbrechern. In der KMK wurde u.a. verabredet, einen Austausch über länderspezifische Sondermaßnahmen zur Lehrkräftegewinnung umgehend auf den Weg zu bringen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Ich würde es begrüßen, wenn wir mit einer bundesweiten Werbekampagne mehr junge Menschen für den Lehrkräfteberuf begeistern und gewinnen. Wichtig ist, dass wir hierfür deutschlandweit eine transparente Datenlage haben, die als Planungs- und Steuerungsgrundlage dient. Für Berlin liegen verlässliche Prognosen zur Schülerzahlentwicklung und zum Lehrkräftebedarf vor.“

Berlin betonte beim Thema Konsulatsunterricht, dass die Überprüfung der Lehrpläne mit der Überprüfung der EU-Wanderarbeiterrichtlinie einhergehen sollte, die nach Auffassung von Bildungssenatorin Scheeres nicht mehr zeitgemäß ist: „Wir setzen im Dialog mit der türkischen Botschaft auf die Überarbeitung des Lehrplans und erarbeiten parallel eigene öffentliche Angebote zur Förderung der Mehrsprachigkeit.“ Berlin lässt derzeit alle Lehrpläne muttersprachlicher Angebote der Konsulate überprüfen.

Die Kultusministerkonferenz verständigte sich zudem darauf, dass die neuen Verfahrensgrundsätze zu den bundesweit durchgeführten Vergleichsarbeiten noch in diesem Jahr verabschiedet werden sollen. Die Vergleichsarbeiten sollen künftig noch stärker als Schulentwicklungsinstrument der einzelnen Schule profiliert werden. Berlin und Brandenburg werden im Zuge dessen ihren Sonderweg beenden und die Ergebnisse nur noch an die einzelne Schule sowie die Eltern der getesteten Schülerinnen und Schüler zurückmelden. Länderberichte werden nicht mehr erstellt. Senatorin Scheeres: „Die Vergleichsarbeiten sind ein diagnostisches Instrument zur Feststellung von Lernständen und dienen der internen Unterrichts- und Schulentwicklung. Eltern bekommen gleichzeitig eine Rückmeldung zu den Lernerfolgen ihrer Kinder.“