Inklusion - Fachinformationen

Die UN-Behindertenrechtskonvention setzt der Senat mit dem Gesamtkonzept “Inklusive Schule in Berlin” schrittweise um. Im Schulbereich ist das Ziel, die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, die gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen lernen, deutlich zu erhöhen.

Gesamtkonzept „Inklusive Schule in Berlin”

Um die in der UN-Behindertenrechtskonvention formulierten Forderungen im Schulbereich umzusetzen, erarbeitete der Senat 2011 das Gesamtkonzept Inklusive Schule in Berlin . Da dieses Konzept im Parlament und in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert wurde, setzte Frau Senatorin Scheeres im Mai 2012 zu Beginn ihrer Amtszeit den Beirat “Inklusive Schule in Berlin” ein.

Beirat „Inklusive Schule in Berlin”

Der Beirat „Inklusive Schule in Berlin“ hatte die Aufgabe, eine Empfehlung zur Umsetzung des Gesamtkonzepts “Inklusive Schule in Berlin” in den allgemeinbildenden Schulen zu erarbeiten. Dabei sollen die Stellungnahmen, Bedenken und Sorgen der Verbände, der Betroffenenvertretungen und Schulen berücksichtigt werden. Selbstverständlich war, dass in der offen angelegten Debatte das Konzept geöffnet, ergänzt und auch geändert werden konnte.

Der Beirat wurde im Juni 2012 von der Bildungssenatorin Sandra Scheeres gemeinsam mit der Beiratsvorsitzenden Sybille Volkholz vorgestellt. Er setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Bezirke, der Wissenschaft sowie Gremien- und Schulvertretungen zusammen.

Wesentliche Empfehlungen des Beirats waren:

  • der Wegfall des Haushaltsvorbehalts in § 37 Abs. 3 Schulgesetz, damit allen Schülerinnen und Schülern, mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, ein Platz an einer allgemein bildenden Schule zur Verfügung steht,
  • die Einrichtung von Beratungs- und Unterstützungszentren in allen Bezirken,
  • spezielle Fortbildung der Pädagoginnen und Pädagogen,
  • die Einrichtung von Schwerpunktschulen,
  • der Wegfall der Feststellungsdiagnostik für die Förderschwerpunkte Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache (LES),
  • die schulgenaue Zuweisung einer verlässlichen Grundausstattung,
  • die Bereitstellung von zusätzlichen 10 Prozent der Personalressourcen für sonderpädagogische Förderung, womit die Schulaufsicht ungleiche Förderquoten an Schulen ausgleichen kann.

Für eine umfassende Dokumentation und ein transparentes Verfahren werden die im Beirat abgestimmten Protokolle hier veröffentlicht.

Protokolle des Beirats Inklusive Schule

Fachforen des Beirats „Inklusive Schule in Berlin“

Neben den Sitzungen der 20 Mitglieder des Beirats „Inklusive Schule in Berlin“ fanden zur Beteiligung an der Arbeit des Beirats zwei Veranstaltungen unter dem Titel „Forum Inklusion“ statt. In Form eines größeren Arbeitstreffens wurden unter Einbeziehung von Betroffenenverbänden und potentiellen Umsetzern sowie Experten offene Fragen hinsichtlich der Implementierung des Inklusionskonzeptes geklärt und detaillierte Vorschläge zu wichtigen Punkten in diesem Prozess erarbeitet.

Im Sinne eines offenen und diskursiven Verfahrens sind die Dokumentationen dieser Veranstaltungen mit über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die den Verlauf des Forums, die Themen der Arbeitsgruppen und die Ergebnisse der Arbeitsgruppen festhalten veröffentlicht. Die Arbeitsergebnisse zu den Themenschwerpunkten wurden dem Beirat vorgelegt, der sie in seine Arbeit einbezog.

Eckpunkte „Auf dem Weg zur Inklusiven Schule”

Die Empfehlungen des Beirats wurden anschließend gründlich von der Projektgruppe Inklusion in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten geprüft. Aus dieser Prüfung heraus wurden die Eckpunkte „Auf dem Weg zur Inklusiven Schule“ entwickelt, die dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses im November 2014 vorgelegt worden sind.

Fachbeirat Inklusion

Wie vom Beirat „Inklusive Schule in Berlin“ empfohlen, wurde von Bildungssenatorin Scheeres ein Fachbeirat Inklusion eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, unter Berücksichtigung der vorliegenden Empfehlungen des Beirats „Inklusive Schule in Berlin“ den weiteren Umsetzungsprozess der Inklusion in den Schulen Berlins konstruktiv zu begleiten und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Empfehlungen zur weiteren Gestaltung dieses Umsetzungsprozesses zu unterbreiten.

Dazu soll der Fachbeirat über die geplanten Umsetzungsschritte sowie die von der Projektgruppe Inklusion der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Wissenschaft erarbeiteten Konzepte beraten. Vorsitzende des Fachbeirats Inklusion ist Sybille Volkholz. Die konstituierende Sitzung fand am 10. Oktober 2013 statt.

Im Folgenden wird der Arbeitsprozess des Fachbeirats Inklusion durch die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle dokumentiert:

Protokolle des Fachbeirats Inklusion

Empfehlung des Fachbeirats Inklusion

Fachforen des Fachbeirats Inklusion

Der Fachbeirat Inklusion hat in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und der Heinrich Böll Stiftung das Format der Fachforen aus der Zeit des Beirats „Inklusive Schule in Berlin“ fortgeführt und bisher zwei Fachforen veranstaltet. Beide Fachforen sind ausführlich dokumentiert worden.

Rahmenkonzept „Inklusive Schwerpunktschule“

Auf der Grundlage der Empfehlungen des Beirats „Inklusive Schule in Berlin“ sowie den Expertisen von fünf Facharbeitsgruppen zu den Förderschwerpunkten „Körperliche und motorische Entwicklung“, „Sehen“, „Hören und Kommunikation“, „Geistige Entwicklung“ und „Autismus“, hat die Facharbeitsgruppe „Inklusive Schwerpunktschulen“ ein Rahmenkonzept für Inklusive Schwerpunktschulen entwickelt.

Das Konzept wurde von der Projektgruppe Inklusion bearbeitet und dem Fachbeirat Inklusion vorgelegt. Die zukünftigen Inklusiven Schwerpunktschulen setzen die Empfehlungen zu den oben genannten sonderpädagogischen Förderschwerpunkten um.

Das Rahmenkonzept sowie die Berichte der Facharbeitsgruppen sind hier veröffentlicht:

Rahmenkonzept für Beratungs- und Unterstützungszentren (BUZ)

Auch für den Fachbereich Inklusionspädagogik der neu geschaffenen Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ) wurde ein Rahmenkonzept erarbeitet.

Da bei der Konzepterstellung noch nicht entschieden war, dass ein SIBUZ aus den beiden Fachbereichen Schulpsychologie und Inklusionspädagogik bestehen soll, lautet der Titel noch: „Rahmenkonzept für Beratungs- und Unterstützungszentren (BUZ) im Land Berlin“.

Im Rahmen der Entwicklung eines inklusiven Schulsystems arbeiten seit Herbst 2015 Facharbeitsgruppen an folgenden Themen:

  • Entwicklung eines Qualitätsmodells für Schulhilfemaßnahmen
  • Umgang mit Schülerinnen und Schüler mit erheblichen Problemen in der emotionalen und sozialen Entwicklung sowie mit psychischen Erkrankungen
  • Entwicklung eines Inklusionskonzeptes für die beruflichen Schulen

Weitere Arbeitsschwerpunkte ab September 2016 werden sein:

  • Überprüfung der vorhandenen Regelungen zum Nachteilsausgleich bei sonderpädagogischem Förderbedarf, bei Lese- und Rechtschreibschwäche sowie Rechenschwäche und gegebenenfalls Überarbeitung der Regelungen
  • Erarbeitung von Hinweisen zur Gestaltung von Übergängen von Schülerinnen und Schülern in die Schule sowie zwischen den Schulstufen und -arten
  • Inklusion und Ganztagsschule