Good Practice: Schule im Corona-Modus

Wie organisieren Schulen den eingeschränkten Präsenzunterricht und das Lernen zu Hause? Wie können sich Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler auf die ungewohnte Situation einstellen? Und wie lassen sich Unterrichtsangebote trotzdem vermitteln?

Viele Schulen haben sich gut auf die Ausnahmesituation eingestellt. Wir stellen Ihnen hier Beispiele von Schulen vor.

Homepage Screenshot Schule an der Jungfernheide

Schule an der Jungfernheide

Die Schule an der Jungfernheide ist eine Integrierte Sekundarschule in Spandau für die 7. bis 13. Klassenstufe und auch eine inklusive Schwerpunktschule, die dadurch besonders viele Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und ebenso eine Vielzahl von benachteiligten Schülerinnen und Schüler hat.

Die Schulleiterin hat mit ihrem gesamten Kollegium in kürzester Zeit ein umfassendes Angebot für die Schülerinnen und Schüler und auch für die Eltern auf die Beine gestellt, das gerade den Familien besonders entgegen kommt, die in sozial oder häuslich schwierigen Situationen leben:

  • Alle Klassenleitungen haben mit und für alle Schülerinnen und Schüler eigene E-Mail-Konten eingerichtet.
  • Alle der Schule zur Verfügung stehenden Tablets sind an Schülerinnen und Schüler verteilt worden, die keine eigenen digitalen Zugänge von zu Hause haben.
  • Für weitere Schülerinnen und Schüler und Kollegeninnen und Kollegen, die aus diversen Gründen nicht digital arbeiten können, wurde auch das analoge Arbeiten ermöglicht (Abholen von Arbeitsmaterialien zu festen Zeiten in der Schule, ebenso Abholung, Korrektur etc.)
  • Die Sonderpädagogen stehen im engen Austausch mit den Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf – hier finden regelmäßig Videokonferenzen statt, da für diese Schülerinnen und Schüler der persönliche Austausch besonders wichtig ist.
  • Jede Klassenleitung telefoniert zwei Mal pro Woche mit jeder Schülerin und jedem Schüler der eigenen Klasse. Oft werden auch deeskalierende Gespräche mit Eltern geführt, wenn es zuhause zu schwierigen Situationen kommt.
  • Die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sind auf der Website mit den jeweiligen Telefonnummern aufgeführt, es gibt einen regen Austausch gerade mit den Familien und Kindern in schwierigen sozialen oder häuslichen Lagen. Einige Schülerinnen und Schüler, die durch die Klassenleitungen zunächst nicht erreicht werden konnten, sind durch das beharrliche Agieren der Schulsozialarbeiter dann doch erreicht worden, so dass es wieder Kontakt zu den Klassenleitungen gibt.
  • Auf der Website der Schule wurde ein „Notfallkoffer“ für außergewöhnliche Situationen eingestellt, auch dieser ist beispielgebend und gibt für Schülerinnen und Schüler und Eltern wichtige und hilfreiche Anregungen und Telefonnummern.
  • Auch auf der Website gibt es Unterrichtsmaterialien nach Jahrgangsstufen unterteilt, der Klassenlehrer ist hier jeweils der direkte Ansprechpartner, es gibt feste Fristen für die Bearbeitung und die Rückmeldungen.

Die Schule hat durch den intensiven Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Austausch mit allen Schülerinnen und Schülern sichergestellt.

Grüner Campus Malchow

In der Gemeinschaftsschule Grüner Campus Malchow in Lichtenberg lernen Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 13. Klassenstufe. Die Schule stellt zwei ihrer Maßnahmen vor:

Campus TV
Eine kleine Gruppe von Pädagoginnen und Pädagogen hat in den vergangenen drei Wochen über YouTube täglich eine Sendung zusammengestellt. Dank der Technik aus einem Jugendclub konnten wir ohne größere Anschaffungen in einem Klassenraum den TV-Bereich errichten. Anfänglich handelte es sich “nur” um Beiträge des Campus-Teams. Nach einem Aufruf an das Kollegium und an die Schülerinnen und Schüler wurden viele Beiträge eingereicht.

Wir werden diesen Start in eine andere Form der Informationsweitergabe nutzen und in Zukunft gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer TV-AG unser Campus-TV weiterbetreiben.

Laptop-Ausleihe
Da wir an unserer Schule doch eine größere Anzahl von Schülerinnen und Schülern ohne Laptop haben, entstand die Idee der Ausleihe. Erst einmal haben wir Geräte in Form eines Sponsorings gesammelt. Gemeinsam mit einem Verein werden die Geräte aufgearbeitet und dann an die Schüler ausgeliehen.

Auch diese Form der Unterstützung werden wir in Zukunft beibehalten.

Nutzung des Lernraum Berlin
Bereits vor der Corona-Krise hatten wir den Lernraum Berlin an unserer Schule als feste Lernumgebung integriert. So erhalten alle Kinder in der 7. Klasse im ITG-Unterricht einen Zugang und lernen mit der Lernplattform umzugehen.
Auch die Schul- und Fachschaftsorganisation läuft bei uns zu großen Teilen über den Lernraum.

Nach der Schulschließung wurden alle Klassen in festen Klassenkursen mit allen Fachlehrern organisiert. So haben die Klassenleitungen stets einen Überblick darüber, wie viele Aufgaben die Kinder bekommen und wo vielleicht noch Material fehlt. Außerdem gibt es so einen sicheren und einheitlichen Kommunikationsweg für das Kollegium und die Klasse sowie mit den Kolleginnen und Kollegen.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten über den Lernraum von ihren Lehrern Rückmeldung zu den Aufgaben, können Nachfragen stellen und miteinander im Forum kommunizieren.

Martin-Niemöller-Grundschule

Die Grundschule in Neu-Höhenschönhausen stellt ihre Maßnahmen vor, mit denen sie während der Schulschließung Kontakt zu den Familien der Schülerinnen und Schüler hält:

Digitale Materialien und Aufgaben für alle Klassen
Zentraler Anlaufpunkt für Eltern und Kinder ist unsere Schulhomepage www.niemoeller-grundschule.de, auf der Materialien und Aufgaben zum Download für alle Klassenstufen bereitgestellt sind.

Für diejenigen, die nicht alle digitalen Lernangebote nutzen können, bieten wir nach Absprache die Möglichkeit an, die Arbeitsmaterialien in ausgedruckter Form in der Schule abzuholen.

Individuelle Lernpakete
Unsere Lehrkräfte haben für ihre Schülerinnen und Schüler individuelle Lernpakete mit Aufgaben zusammengestellt und zum Abholen bereitgelegt. Jeder Kollege hat individuell geschaut, was für den jeweiligen Schüler oder die jeweilige Schülerin die beste Option ist. Die Übermittlung der Aufgaben erfolgt sowohl digital als auch analog.

Kontakt mit Schülern und Eltern
Per Email oder über andere Kanäle wird der Kontakt mit den Eltern und Kindern gehalten. Ergänzend wurden Telefonketten aufgebaut und Lehrkräfte sind zu bestimmten Zeiten telefonisch erreichbar.

Bei Bedarf wurden Aufgaben per Schulpost nach Hause geschickt oder persönlich nach Hause gebracht (selbstverständlich unter Beachtung aller notwendigen Maßnahmen und der Abstandsregel). Der persönliche Austausch von Schülerinnen oder Schülern und Lehrkräften ist in Einzelfällen wichtig und förderlich. Die Eltern wissen, dass Lehrkräfte da sind, die Fragen beantworten, den Kontakt halten und die Aufgaben auch kontrollieren.

Wilma-Rudolph-Schule (Integrierte Sekundarschule)

Kommunikationsstruktur für das Lernen zuhause

zwischen Lehrkräften und Schülern/Eltern

PDF-Dokument (230.8 kB) - Stand: 20. April 2020

Picasso Grundschule

Checkliste Maßnahmen Corona

zwischen Lehrkräften und Schülern/Eltern

PDF-Dokument (151.8 kB) - Stand: 4. Mai 2020