Hinweise und Beratungsangebote für Familien

Familie symbolisch
Bild: Deposiphotos/Kostia777

Angebote der Jugendhilfe und des Kinderschutzes laufen weiter

Die Hilfen zur Erziehung, in ambulanter Form, aufsuchend oder an einem festen Ort erbracht, sind nicht beendet. Trotz der aktuellen Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise halten Träger der Jugendhilfe durch alternative Beratungs- und Kontaktformen die Verbindung zu den betreuten Familien.

Hierzu gehören regelmäßige telefonische Kontakte, Videoberatungen oder die Nutzung anderer digitaler Medien. Bei Bedarf finden auch persönliche Einzelkontakte statt, unter Einhaltung der besonderen Hygiene- und Abstandsregeln. Notwendige Therapien werden unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen weitergeführt.

Für akute Notfälle sind die Krisendienste der Berliner Jugendämter zu erreichen.

Der Berliner Notdienst Kinderschutz ist rund um die Uhr (24 Stunden) erreichbar und ist an allen Tagen besetzt.

Wer sich Sorgen um ein Kind macht, kann sich weiterhin an die Hotline Kinderschutz unter Telefon 030-610066 wenden.

Familienleben in der Corona-Krise

Bedingt durch die notwendigen Einschränkungen während der Corona-Krise rücken die Familien zeitlich und räumlich in zum Teil ungewohnter Enge zusammen. Sie haben bestimmt viele Fragen und vielleicht führt das enge Familienleben auch zu ungewöhnlichen Belastungen.

Was bedeutet die Corona-Krise für Familien, in denen die Eltern getrennt leben?

  • Sorge- und Umgangsrecht gelten unverändert weiter.
  • Kinder haben weiterhin Anspruch auf Umgang mit beiden Elternteilen.
  • Festgelegte Regelungen zum Umgang haben Bestand.
  • Die Kontaktbeschränkungen, die zur Eindämmung des Corona-Virus in Berlin gelten, sind kein Grund, dem anderen Elternteil das Recht auf Umgang zu verweigern.

Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass die Gesundheit des Kindes nicht gefährdet wird. Ein konkreter Hinweis auf eine Gefährdung kann im Einzelfall ein Grund sein, den Umgang befristet auszusetzen. Das gilt beispielsweise, wenn der andere Elternteil oder eine andere Person im Haushalt mit dem Corona-Virus infiziert ist oder wenn das Kind, ein Elternteil oder Haushaltsmitglieder einer Risikogruppe angehören.

Liegt ein solcher Grund vor, sind die Eltern verpflichtet, den anderen Elternteil davon in Kenntnis zu setzen. Die allgemeine Sorge, das Kind könne sich beispielsweise auf dem Weg zum anderen Elternteil mit dem Virus infizieren, ist kein Grund, den Umgang auszusetzen.

Die Eltern sind aufgefordert, eine einvernehmliche Lösung zu finden, wenn die Umgangsregelungen nicht eingehalten werden können. So könnten ausgefallene Zeiten möglicherweise nachgeholt werden. Wenn sich die Eltern nicht einigen, ist der Gang zum Familiengericht möglich.

Wenn der Umgang vorübergehend ausgesetzt werden muss, ist es wichtig, dass Eltern und Kind trotzdem in Kontakt bleiben können — zum Beispiel mit (Video-)Anrufen oder über Messenger-Dienste.

Beratungsangebote für Familien

Erziehungs- und Familienberatung – per Telefon oder online für Sie da

Die Erziehungs- und Familienberatungsstellen unterstützen Sie weiterhin kostenlos und gern auch anonym bei Fragen zur Entwicklung und Erziehung Ihrer Kinder, bei Familien- und Paarkonflikten sowie Trennung und Scheidung und bei auftretenden familiären Krisensituationen.

In den Erziehungs- und Familienberatungsstellen können derzeit, bedingt durch die Einschränkungen, die Beratungen nur online und telefonisch erfolgen.

Die Erziehungs- und Familienberatungsstellen sind weiterhin von Montag bis Freitag für Sie erreichbar, um telefonische Beratungstermine zu vereinbaren sowie die offene telefonische Sprechstunden wahrzunehmen.

Auf der Website www.efb-berlin.de finden Sie eine Übersicht mit allen Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie den jeweiligen telefonischen Sprechzeiten. Dort finden Sie auch die online-Angebote der Berliner Erziehungs- und Familienberatungsstellen.

Weiterhin gibt es das Angebot der Onlineberatung von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung für Eltern und gesondert für Kinder und Jugendliche

Berliner Beratungsstellen Kinderschutz

Die Berliner Beratungsstellen Kinderschutz stehen für alle Familien vorrangig telefonisch oder per Email zur Verfügung. Bei Bedarf sind unter Einhaltung der Abstandsregeln auch persönliche Einzelberatungen möglich. Diese können Ihnen dabei helfen, Ihre Sorgen oder Belastungen mit jemandem zu teilen und gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, die zu Entlastung führt.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Beratungsstellen und ihre jeweiligen Schwerpunkte.
  • Außerhalb der Sprechzeiten ist jeweils ein Anrufbeantworter geschaltet. Sie werden zeitnah zurückgerufen (in der Regel innerhalb von 24 Stunden).
  • Die Beratungsstellen passen ihre Sprech- und Öffnungszeiten dem jeweiligen aktuellen Bedarf an. Sie finden die aktuell gültigen Zeiten auf der jeweiligen Homepage.

Kinderschutz-Zentrum Berlin e.V.

Das Kinderschutz-Zentrum Berlin e.V. ist auch in diesen Tagen erreichbar und bietet für Eltern, Kinder, Angehörige oder Nachbarn telefonische Beratung bei Sorgen rund um das Kindeswohl an. Im Moment wird auch noch die persönliche (Krisen-)Beratung in Kinderschutzfällen, unter erhöhten hygienischen Bedingungen, aufrechterhalten.

Jugendnotmail.berlin

Besonders für Kinder und Jugendliche möchten wir auf das Online-Beratungsangebot Jugendnotmail aufmerksam machen. In einer Zeit, in der viele Eltern verunsichert sind, sich Sorgen machen oder von existenziellen Problemen (z.B. finanzielle Sorgen etc.) belastet sind, fällt es machen Eltern schwerer, den Blick auf die Kinder zu richten. Kinder und Jugendliche halten sich zurück, um die Belastungen der Eltern – oder anderer wichtiger Bezugspersonen – nicht zu steigern. Jugendnotmail.berlin ist eine geeignete Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, Zugang zu Beratung (niedrigschwellig, unbürokratisch und datensicher) zu erhalten.

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Berlin e.V.

Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Berlin e.V. bietet weiterhin telefonische Beratung (auch anonym), Krisenintervention und Hilfe für Eltern, Kinder, Angehörige oder Nachbarn bei Gewalt gegen Kinder an. Aktuell werden auch noch Krisenberatungen in Einzelfällen unter den entsprechenden hygienischen Vorschriften durchgeführt.
  • Tel.: (030) 45 08 12 600
  • Mo – Do von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr
  • Di und Do von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr
  • Fr von 09:00 bis 13:00 Uhr
Außerhalb der Sprechzeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet, der regelmäßig abgehört wird. Ein Rückruf erfolgt zeitnah.

Kind im Zentrum – Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gAG

Kind im Zentrum berät bis auf weiteres telefonisch oder per Videosprechstunde. Videosprechstunden (Videoberatungen/Videotherapien) sind mit der kostenlosen Software Red medical Videosprechstunde durchführbar.

Aus Datenschutzgründen ist hierfür eine individuelle Zustimmung erforderlich. Das Beratungsangebot richtet sich an Mädchen und Jungen und ihre Angehörigen und Bezugspersonen zur Bearbeitung und Bewältigung von sexuellem Missbrauch und zum Umgang mit Verdachtsfällen.
  • Tel.: (030) 282 80 77
  • Mo – Fr von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr
  • Mails kiz@ejf.de

Außerhalb der Sprechzeiten oder bei besetzter Leitung ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Man kann also jederzeit eine Nachricht hinterlassen, der Rückruf erfolgt innerhalb von 24h.
www.ejf.de/einrichtungen/beratungsstellen/kind-im-zentrum-kiz.html

Wildwasser e.V. Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen

Mädchen und jungen Frauen bis 27 Jahren, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, sowie Angehörigen und Bezugspersonen bietet Wildwasser e.V. Beratung und Unterstützung an. Auch bei einem vermuteten Verdacht des sexuellen Missbrauchs kann man sich an die Beratungsstellen wenden.

Beratung findet derzeit vorrangig telefonisch oder über eine gesicherte Online-Plattform statt. Im Einzelfall werden auch unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen persönliche Beratungen durchgeführt.

Die telefonische Erreichbarkeit:
  • Mädchen*beratungsstelle Wriezener Straße: (030) 48628222
    Mo – Do 10:00 bis 16 Uhr,
    Freitag 10:00 Uhr bis 13 Uhr
  • Mädchen*beratungsstelle Dircksenstraße: (030) 2824427
    Mo und Di 10-13 Uhr, Donnerstag 13-16 Uhr
Die Möglichkeit der Online-Beratung besteht unter:

neuhland e.V.

ist eine Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Notlagen, wenn Gefühle der Ausweglosigkeit oder Suizidgefahr bestehen. Bei Bedarf besteht weiterhin die Aufnahmemöglichkeit in die Krisenwohnung.

HILFE – FÜR – JUNGS e.V.

bietet in der subway-Anlaufstelle Beratung und Hilfe für Jungs, die zur Prostitution gezwungen sind. Die Anlaufstelle, Kirchbachstr. 5 in 10783 Berlin, ist erweitert geöffnet – für tägliche Grundbedürfnisse, Beratung/Begleitung, ärztliche Sprechstunde. Streetwork wird täglich an den Orten der männlichen Prostitution durchgeführt.

Im Moment sind die Öffnungszeiten
  • von montags bis freitags
  • von 09:00 bis 17:00 Uhr und
  • es wird maximal 2 Personen Einlass gewährt.
  • Tel.: (030) 23 52 04 76
Das Projekt „berliner jungs“ leistet Aufklärungs- und Beratungsarbeit bei außerfamiliärer Gewalt gegen Jungen und dient dem Schutz von Jungen gegen sexuellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung, insbesondere im öffentlichen Raum. Außerdem wird von Gewalt betroffenen Jungen und deren Erziehungsberechtigte Beratung angeboten.

Unterstützung für Pflegende Jugendliche auf Echt-Unersetzlich.de

Jugendliche und junge Erwachsene, die in die Pflege und Versorgung von Angehörigen eingebunden sind, können in Berlin eine Online-Beratung nutzen.

Mit www.echt-unersetzlich.de bietet die Beratungsstelle Pflege in Not im Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte e.V. Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Gedanken, Sorgen und Fragen direkt – und auf Wunsch auch anonym – auszutauschen. Das Online-Informations- und Beratungsangebot unter www.echt-unersetzlich.de steht Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 13 und 25 Jahren kostenfrei zur Verfügung.

Tipps für die Zeit zu Hause

Kitas, Schulen, Kinder-, Jugend- und Familienzentren, aber auch Bibliotheken, Sportstätten und Spielplätze haben geschlossen. Das stellt alle Beteiligten vor eine hohe Belastungsprobe. Kinder benötigen in dieser Zeit noch mehr Unterstützung und Zuwendung.

Lernen zu Hause

Eltern können ihre Kinder beim Lernen zu Hause unterstützen. Die Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ) haben hierzu Tipps zusammengestellt:
Deutsch Zum SIBUZ-Sonderbrief
in deutscher Sprache

leichte Sprache Zum SIBUZ-Sonderbrief
in leichter Sprache

English Zum SIBUZ-Sonderbrief
in englischer Sprache

Türkçe Zum SIBUZ-Sonderbrief
in türkischer Sprache

arabisch - Arabische Liga Zum SIBUZ-Sonderbrief
in arabischer Sprache

Die Politikstunde im täglichen Stream

In der Politikstunde beschäftigt sich die Bundeszentrale für politische Bildung mit allem, was so los ist in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Praktische Beschäftigungstipps

Das Jugendamt Marzahn-Hellersdorf hat deshalb praktische Tipps zusammengestellt, wie Eltern die gemeinsame Zeit als Familie gestalten, Kindern sinnvolle Beschäftigung bieten und einen guten Tagesrhythmus schaffen können, der sie entlastet.

FEZ

Auch das FEZ kommt zu Euch nach Hause. Ihr findet an dieser Stelle interessante Spiele, Tipps, Tricks und viele Ideen, was ihr mit euren Geschwistern und Eltern oder auch alleine machen könnt.

Notfall-Kinderzuschlag

Um Eltern und ihre Kinder in der Corona-Zeit zu unterstützen, können sie einen Notfall-Kinderzuschlag (Notfall-KiZ) erhalten. Ein entsprechendes Programm hat das Bundesfamilienministerium gestartet. Pro Kind kann das monatlich bis zu 185 Euro ausmachen.

Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für erwerbstätige Eltern, die genug für sich selbst verdienen, aber bei denen es nicht oder nur knapp reicht, um auch für den gesamten Bedarf der Familie aufzukommen.

Für den Notfall-KiZ wird der Berechnungszeitraum deutlich verkürzt. Familien, die ab dem 1. April einen Antrag auf den KiZ stellen, müssen nicht mehr das Einkommen der letzten sechs Monate nachweisen, sondern nur das des letzten Monats vor der Antragstellung. Der Antrag kann online gestellt werden.

Die Regelungen zum Notfall-KiZ sollen als Teil eines Sozialschutz-Paketes bis zum 29. März in Kraft treten. Gelten soll die Regelung befristet bis zum 30. September 2020. Wer den Kinderzuschlag erhält, hat außerdem Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe.

  • Alle Informationen finden Sie auf der Internetseite Notfall-Kiz des Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend