Future Production: Wirtschaftssenatorin Yzer und Innensenator Henkel über Möglichkeiten und Risiken in der Industrie 4.0

Pressemitteilung vom 14.07.2016

Handprothesen, Blumenvasen, Süßigkeiten – all das kommt heute, nicht mehr nur vom Fließband, sondern aus dem Drucker. Auf einer Veranstaltung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung mit dem Fraunhofer IPK Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik und der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft präsentierten Unternehmen ihre Arbeit mit industriellen 3D-Druckern. Die Beispiele zeigten, wie Fertigungsprozesse immer mehr mit Informationstechnologie verschmelzen. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer sprach über die Möglichkeiten, Innensenator Frank Henkel über das Problem der Sicherheit in der Industrie 4.0.

Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer: „Die digitale Transformation ist der größte Wandel, den die Wirtschaft seit der Industriellen Revolution zu bewältigen hatte. In ihr liegen enorme Zukunftspotenziale und zugleich Herausforderungen für Unternehmen wie auch für die Gesellschaft als Ganzes. Aufgabe der Politik ist es, diese Entwicklung zu unterstützen. Das ‚Leistungszentrum Digitale Vernetzung‘ ist ein Beispiel, wie wir die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Innovationsinstituten stärken. Doch Leuchttürme wie dieser sind noch Insellösungen in Berlin. Entscheidend für Berlins langfristigen Weg ist der Aufbau einer wettbewerbsfähigen digitalen Infrastruktur, die Innovationen und die digitale Transformation weiter befördert.“

Der 3D-Druck wird in der Industrie 4.0 zu grundlegenden Veränderungen führen, birgt neben zahlreichen Möglichkeiten aber auch Risiken, auf die Innensenator Frank Henkel in einem Vortrag einging.

Innensenator Frank Henkel: „Die immer stärker zunehmende Digitalisierung entscheidet signifikant über den zukünftigen Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Insbesondere die Zuverlässigkeit, Qualität und Robustheit der IT-Systeme sind die neuen Schlüsselfaktoren für den Geschäftserfolg geworden. Berlin hat die Wichtigkeit von Cyber Security erkannt und ist für die Herausforderungen in diesem Bereich mit zwei Kommissariaten im Landeskriminalamt gut aufgestellt. Dort ist auch die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime angesiedelt, die als Ansprechstelle – auch für Wirtschaftsunternehmen – für schwerwiegende IT-Angriffe zur Verfügung steht.“

Im Atrium der KPMG AG zeigte das Berliner Unternehmen FabLab, wie es eine Handprothese ausdruckt. 3yourmind präsentierte 3D-Flaschöffner und BigRep stellte Blumenvasen und Skateboards her. Das Unternehmen Laydrop verblüffte die Gäste mit Süßigkeiten und hat ein Verfahren entwickelt, mit dem es Marzipan als Fingerfood ausdruckt. Als Premiere wurde der neue Drucker prod³digy von von F&B vorgestellt, mit dem eine überdimensionale Vase gedruckt wurde. EOS präsentierte verschiedene 3D-Metall- und Kunststoffdrucke. Im Rahmen einer gemeinsamen Studienarbeit zwischen der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und dem Fraunhofer IPK wurde ein 3D-Fahrradrahmen gedruckt, der verschiedene Druckverfahren mit einander verbindet.

Nach der Live-Präsentation der 3D-Drucker fand eine Podiumsdiskussion über die Produktion von morgen statt, insbesondere das Potenzial für den Standort Berlin wurde analysiert.

Frank Wiethoff, der Regionalvorstand von KPMG: „Die Vielfalt der heute demonstrierten 3D-Druckverfahren zeigt uns, wie weit diese Technik schon vorangeschritten ist und was alles noch auf uns zukommen kann. Das große Interesse der Gäste zeigt zudem, dass den Unternehmen sehr wohl bewusst ist, welchen Einfluss der 3D-Druck zukünftig haben wird. Wir freuen uns, dass wir unseren Gästen Impulse und Inspirationen mit diesem visionären Blick in die Zukunft mit auf den Weg geben konnten.“

Eckart Uhlmann, Institutsleiter des Fraunhofer IPK: „Industrie und Produktion befinden sich in einem tiefgehenden Wandlungsprozess, der von technologischen Innovationen und verändertem Marktverhalten getrieben wird. Dabei spielen additive Fertigungsverfahren eine immer wichtigere Rolle. Gleichzeitig optimiert die digitale Vernetzung unter dem Schlagwort Industrie 4.0 ganzheitlich Geschäftsabläufe und Wertschöpfungsprozesse – auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Wir freuen uns, dass wir diesen Prozess mit Unterstützung durch das Land Berlin und die Fraunhofer-Gesellschaft im ‚Leistungszentrum Digitale Vernetzung‘ in Berlin vorantreiben können. Dies führt zu einer Stärkung der Industrie der Hauptstadtregion.“