Die Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten zum Offenen Brief einiger Regisseure, Dramaturgen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volksbühne

Pressemitteilung vom 21.06.2016

Der vorliegende Brief enthält viele Vermutungen aber wenig Fakten. Die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbühne geäußerte Sorge und Kritik bedauern wir sehr und nehmen sie selbstverständlich ernst. Es ist im Interesse der Volksbühne, des designierten Intendanten Chris Dercon und der Kulturverwaltung, dass die geäußerten Sorgen ausgeräumt werden. Diese Sorgen sind unbegründet. Die Kulturverwaltung wird hier mit allen Beteiligten das Gespräch suchen. Es gehört zum Selbstverständnis der Kulturverwaltung, sich die Pläne neuer Intendanten aufmerksam anzuschauen. Das wird sie auch beim designierten Intendanten der Volksbühne Chris Dercon so handhaben.

Die im offenen Brief angesprochene Personalvollversammlung am 28. April 2016 war keine Programmkonferenz. Chris Dercon und seine Programmdirektorin Marietta Piekenbrock übernehmen die Volksbühne zur Spielzeit 2017/2018. Ihre konkreten Pläne werden sie im Frühjahr 2017 veröffentlichen. Im Zentrum des Spielplans der Volksbühne stehen weiterhin Eigenproduktionen, die in Berlin entwickelt, geprobt und uraufgeführt werden. Wo künstlerisch sinnvoll und finanziell notwendig werden diese Aufführungen und Werke im Zusammenspiel mit lokalen, nationalen und internationalen Koproduktionspartnern verantwortet.

In den letzten Monaten haben zahlreiche Personalgespräche mit den derzeitigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbühne stattgefunden. Alle Abteilungen und Werkstätten des Hauses bleiben erhalten, der aktuelle Stellenplan wird nicht gekürzt, sondern sogar aufgestockt. Die Anzahl der Nichtverlängerungen im Zuge des anstehenden Intendantenwechsels entspricht dem üblichen Umfang bei Personalwechseln. Das Haus wird auch künftig mit einem eigenen Ensemble arbeiten – als festes Künstler-Ensemble wird es ergänzt durch gastierende Künstler.

In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres werden die Berlinerinnen und Berliner die ersten Arbeiten sehen, die er mit zu verantworten hat. Das wird gemeinhin der erste Moment sein, um sich eine Meinung bilden zu können.

Chris Dercon dazu: „Wir planen ein Programm, das Brücken schlägt von der Gegenwart in die Geschichte des Theaters und in die Geschichte der Volksbühne. Dieses einzigartige Theater hat bisher in jeder Generation Revolution gespielt – und immer erscheinen die Verhältnisse nachher noch beweglicher als zuvor! Für ein solches Programm werden wir alle Kompetenzen, alle Kreativität und alle Fantasie der Volksbühnen-Mitarbeiter brauchen. Es wird deswegen weder einen großen personellen Umbruch geben noch sind die verschiedenen Gewerke in Gefahr.”

Hinweis für Pressevertreter:
Ihr zukünftiger Ansprechpartner ist Johannes Ehmann, der ab September 2016 für die Pressearbeit der Volksbühne 2017/18ff verantwortlich sein wird.