Berliner Gedenktafel für Rahel Hirsch

Pressemitteilung vom 01.06.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner, enthüllt am Donnerstag, 2. Juni 2016, um 17.00 Uhr am Haus Kurfürstendamm 220 in 10719 Berlin eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Medizinerin Rahel Hirsch.

Veranstalter sind die Senatskulturverwaltung und die Historische Kommission zu Berlin e.V. Die Grußworte sprechen Staatssekretär Tim Renner und Rainer Knauber, Leiter der Konzernkommunikation und -marketing der GASAG. Laudatorin ist Prof. Dr. Eva Brinkschulte. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Gabriele Kaczmarczyk.

Rahel Hirsch (15.09.1870 – 06.10.1953) war die erste Medizin-Professorin in Preu-ßen, eine couragierte Ärztin und Wissenschaftlerin, der es gelang, in einem männlich dominierten Umfeld, wissenschaftlich Karriere zu machen und ihre Position zu verteidigen. Sie wuchs in einem intellektuellen, jüdisch orthodox geprägten Elternhaus auf und schlug zunächst die pädagogische Laufbahn ein. Nach einer zehnjährigen Tätigkeit als Pädagogin nahm sie 1898 ihr Medizinstudium in Zürich auf. Nach Abschluss der Promotion in Straßburg ging sie 1903 nach Berlin an die Charité. Ihre anerkennenswerten wissenschaftlichen Leistungen führten dazu, dass ihr 1913 als erste Medizinerin in Preußen der Professorentitel verliehen wurde.
Rahel Hirsch gehört zu den Vorreiterinnen für berufliche Selbstbestimmung und Emanzipation. Als Jüdin von den Nazis verfolgt, floh sie 1938 nach London, wo sie vereinsamt starb.