Justizsenator Heilmann verabschiedet Präsidentin des Kammergerichts in Berlin

Pressemitteilung vom 31.08.2015

Justizsenator Thomas Heilmann hat heute die langjährige Präsidentin des Kammergerichtes Berlin, Monika Nöhre, im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet.
„Mit Monika Nöhre verabschieden wir eine herausragende Juristin, die durch ihre fachliche Kompetenz verbunden mit unermüdlichem Engagement und einer bewundernswerten positiven Einstellung über Jahre hinweg den Ruf des Kammergerichts national und international gesteigert hat“, erklärte Senator Heilmann vor den rund 160 geladenen Gästen im Plenarsaal des Kammergerichts.
Die gebürtige Hamburgerin war 2002 von den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses zur Präsidentin des Kammergerichts in Berlin gewählt worden. In der langen Geschichte des ältesten noch arbeitenden Gerichts war sie damit erst die zweite Frau an der Spitze des höchsten Berliner Gerichts für Straf- und Zivilangelegenheiten.
„Frau Nöhres Verdienste gehen aber weit über die rein juristischen hinaus“, so Heilmann weiter.
2007 gehörte sie zu den Mitbegründern des Vereins „Forum Recht und Kultur im Kammergericht“. Der Verein, dessen Vorsitzende die Juristin auch ist, fördert seither mit zahlreichen Veranstaltungen den rechtspolitischen, rechtswissenschaftlichen, rechtshistorischen und rechtskulturellen Dialog.
„Hier in diesem Plenarsaal fanden in der Nazizeit die Schauprozesse gegen die Hitler-Attentäter statt. Es war ein finsterer Ort schreienden Unrechts. Es gehört zu Ihren großen Ver-diensten, sehr geehrte Frau Nöhre, dass Sie aus diesem Saal mit seiner unseligen Geschichte einen Ort des Rechts und der Kultur gemacht haben.

Wie wichtig es ist, stets aufs Neue gegen Unrecht und Unkultur anzugehen, führen uns leider gerade in diesen Wochen die unerträglichen Anfeindungen und Ausschreitungen gegen Flüchtlinge beschämend vor Augen“, betonte Heilmann in seiner Rede.
„Im Namen des Landes Berlin, der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz und natürlich auch ich ganz persönlich möchte Ihnen deshalb auf das Allerherzlichste danken für Ihren Einsatz für Recht und Kultur in Berlin und darüber hinaus“, schloss Heilmann.

Kurzvita Monika Nöhre:
Bevor Frau Nöhre 2002 zur Präsidentin des Kammergerichts gewählt wurde, war die 1950 geborene gebürtige Hamburgerin zunächst als Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Familien- und Arbeitsrecht tätig. 1982 trat sie in den höheren Justizdienst der Freien und Hansestadt Hamburg ein und wurde 1992 zur Richterin am Hanseatischen Oberlandesgericht ernannt. 1994 bis 2000 war sie Leiterin des Amtes für Allgemeine Verwaltung in der Hamburger Justizbehörde. Zugleich war sie Leiterin des Koordinierungsstabes für das Projekt „Justiz 2000“, das im Rahmen der Reform der Hamburger Justiz die Maßnahmen zur Modernisierung bündelte. Anschließend war sie ab 2000 zwei Jahre lang Vizepräsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts bevor sie am 1. August 2002 in Berlin die Nachfolge von Gisela Knobloch am Kammergericht antrat. Nach 13 Jahren als Präsidentin des Kammergerichts in Berlin wird sich Frau Nöhre ab September dieses Jahres neuen Aufgaben widmen und die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft bei der Bundesrechtsanwaltskammer leiten.