Presseinformation Vogelgrippe: Vorbeugende Sicherheitsmaßnahme/ Rund um 13 Berliner Gewässer muss Geflügel im Stall bleiben

Pressemitteilung vom 26.11.2014

Die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz hat den Berliner Bezirken empfohlen, rund um diejenigen Gewässer im Berliner Stadtgebiet ein sogenanntes Aufstallungsgebot einzurichten, die häufig von durchziehendem Wildgeflügel genutzt werden. Das heißt, innerhalb eines 500 Meter breiten Sicherheitsstreifen um die entsprechenden Seen und Fließgewässer muss Hausgeflügel im Stall bleiben. Damit soll das Risiko verringert werden, dass infizierte Wildvögel Hausgeflügel anstecken. Es gilt für konventionelle Betriebe, Bio-Betriebe sowie für private Halterinnen und Halter von Hausgeflügel.

Damit folgt Berlin der Empfehlung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), das nach dem Nachweis des Vogelgrippe-Virus H5N8 bei einer Wildente auf Rügen eine entsprechende Risiko-bewertung abgegeben hat. Das FLI schätzt demnach das Risiko, dass Wildvögel das H5N8-Virus in Deutschland verbreiten können, als hoch ein.

„Wir reden von einer reinen Vorsichtsmaßnahme, es gibt bislang keinerlei Anzeichen dafür, dass sich das H5N8-Virus bis Berlin ausgebreitet hat.“, sagt dazu Sabine Toepfer-Kataw, Staatssekretärin für Verbraucherschutz. Deshalb gelte das Aufstallungsgebot auch nicht für das gesamte Stadtgebiet. Im Wesentlichen betroffen sind Geflügelhalterinnen und -halter im Umkreis von 500 Metern rund um folgende Gewässer:
Kleiner Wannsee, Großer Wannsee, Krumme Lanke, Schlachtensee, Tegeler See, Havel, Hohenzollernkanal, Langer See, Große Krampe, Seddinsee, Krossinsee, Zeuthener See und Müggelsee

Diese wurden bereits 2006 im Zuge des damaligen Vogelgrippe-Ausbruchs als Risikogebiete definiert. Die Umsetzung sowie die endgültige Entscheidung, ob das Aufstallungsgebot gegebenenfalls weitere Gebiete umfasst, liegt bei den jeweiligen Bezirken mit ihren Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern. Auch für Geflügelmärkte können während dieses Zeitraums besondere Auflagen erteilt werden.

In Berlin sind 638 Geflügelhalterinnen und -halter mit insgesamt rund 15.000 Tieren regis-triert.

Das in Mecklenburg-Vorpommern identifizierte Vogelgrippen-Virus H5N8 ist zwar hochanste-ckend für Geflügel, Hinweise, dass sich Menschen angesteckt haben, gibt es bislang aller-dings nicht. Eine Übertragung auf Geflügelhalterinnen und -halter kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, ist bei Einsatz entsprechender Schutzmaßnahmen aber unwahrscheinlich.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite des Friedrich-Löffler-Instituts

Herzliche Grüße

Claudia Engfeld
Pressesprecherin der
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