Verbrauchermonitor Berlin 2011: Mehr Geld für den Verbraucherschutz

Pressemitteilung vom 30.03.2012

Was erwarten die Berliner vom Senat in Sachen Verbraucherschutz? Diese Frage beantwortet der mittlerweile dritte Verbrauchermonitor, den die Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Sabine Toepfer-Kataw, am Freitag in Berlin vorstellte. Die Antwort: Sichere Lebensmittel, umfassenden Schutz im Bereich Mieten und Energie – und bereits auf dem dritten Platz der Nennungen steht das Thema Internet.

„Der Verbrauchermonitor ist für uns eine wichtige Handlungsgrundlage, denn er zeigt, welche Schwerpunkte die Berliner fordern. So können wir sicherstellen, dass wir mit unseren Entscheidungen nah am Verbraucher sind“, so die Staatsekretärin.

Insgesamt sind die Berliner mit dem Verbraucherschutz zufrieden. Der entsprechende Indexwert ist von 51 Punkten im Jahr 2010 auf 53 Punkte 2011 gestiegen. „Das ist ein gutes mittleres Niveau“, erklärte dazu Michael Plock, Projektleiter bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK), die die Untersuchung im Auftrag der Senatsverwaltung durchgeführt hat. Am stärksten ist demnach das Vertrauen bei den über 50jährigen gestiegen. Das ist gleichzeitig die Altersgruppe, die sich am besten über ihre Rechte als Verbraucher informiert fühlt.

„Wir sehen aber, dass es immer noch viele Menschen gibt, die nicht wissen, an wen sie sich bei Problemen wenden können. Deshalb haben wir zusätzliche Mittel für den aufsuchenden Verbraucherschutz“, erläutert Sabine Toepfer-Kataw.
Die allgemeinen Zuwendungen für die Verbraucherzentrale sollen um 250.000 Euro erhöht werden. Daneben sind weitere 50.000 Euro zusätzlich für die Verbraucheraufklärung vorgesehen.

Auch für den dritten Verbrauchermonitor wurden in einer gesonderten Umfrage türkischsprachige Berliner interviewt. Die Umfrage ergab, dass hier vor allem eine Verstärkung des Verbraucherschutzes in den Bereichen Wohnen/Energie und Finanzen notwendig ist.

„Das Ergebnis des Verbrauchermonitors zeigt uns: Hier sind wir als Verbraucherzentrale beson-ders gefragt“, sagte dazu Dr. Peter Lischke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Berlin e.V.

Berlin ist neben Bayern das einzige Land, das regelmäßig einen Verbrauchermonitor erstellen lässt. Befragt wurden insgesamt 700 repräsentativ ausgewählte Berlinerinnen und Berliner sowie 201 Personen mit türkischem Migrationshintergrund. Die Ergebnisse der Befragung der türkischsprachigen Verbraucher wurden gesondert ausgewertet und sind nicht in das Gesamtergebnis eingeflossen. Befragungszeitraum war der Oktober 2011.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Der Indexwert für das Berliner Verbrauchervertrauen steigt auf 53 Punkte, ein gutes mittleres Niveau; dieser Zuwachs wird aus allen vier Dimensionen des Verbrauchervertrauens ge-speist, am deutlichsten durch das Vertrauen in Produktsicherheit; bei der Lebensmittelsi-cherheit wächst gleichzeitig die Kritik.
  • Am stärksten ist das Vertrauen bei den über 50-Jährigen gestiegen; das Verbrauchervertrauen von deutschsprachigen Berlinern und Berlinern mit türkischem Migrationshintergrund nähert sich an.
  • Die Ernährung ist aus Verbrauchersicht das wichtigste Handlungsfeld für den Verbraucherschutz, neben Lebensmitteln im Allgemeinen ist den Berlinern die Kennzeichnung von Lebensmitteln in diesem Bereich am wichtigsten. Am zweitwichtigsten ist der Bereich Energie und Wohnen, hier wünschen sich die Berliner bei Miet- und Energiepreisen einen besseren Verbraucherschutz. Auf Position 3 folgt der Bereich Telefon und Internet, wichtigste Punkte sind die Internetsicherheit und der Schutz vor unliebsamen Werbeanrufen.
  • Etwa drei Viertel der Berliner Verbraucher wohnen zur Miete in einer Wohnung – unabhängig von der Herkunft. Knapp die Hälfte der Berliner Mieter hat ein gutes Verhältnis zu ihrem Vermieter, jeder fünfte fühlt sich diesem gegenüber allerdings machtlos; deutschsprachige Mieter wissen sich bei Problemen scheinbar deutlich besser zu helfen.
  • Bei jedem fünften Berliner Mieter haben sich die Mietkosten in den letzten 2 Jahren merklich erhöht, was für die Mehrheit nicht nachvollziehbar war; bei Berlinern mit türkischem Migrationshintergrund hatten drei Viertel eine Erhöhung der Mietkosten bzw. der Mietnebenkosten.
  • Trotzdem hat sich die Zufriedenheit mit den Wohn- bzw. Energiekosten der deutschsprachigen Berliner gegenüber 2009 durchweg leicht verbessert, Wohnentscheider mit türkischem Migrationshintergrund sind jedoch bei allen Aspekten der Wohnkosten unzufriedener als die Deutschsprachigen.
  • Drei Viertel der Berliner Verbraucher achten beim Kauf von Haushaltsgeräten darauf, dass diese möglichst wenig Energie verbrauchen, bei türkischen Wohnentscheidern tun dies nur 41%. Verbraucherwissen zum Thema Wohnen und Energie generell ist eine Frage des Alters – oder der Lebenserfahrung, denn über 50-Jährige wissen am besten Bescheid.

Hier finden Sie eine detaillierte Auflistung der Ergebnisse .