Andreas Ebert für Verdienste in der Frauenheilkunde mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Pressemitteilung vom 08.11.2016

Für sein langjähriges Engagement in der Behandlung und Erforschung der Endometriose und seine Verdienste als Medizinhistoriker wurde dem Gynäkologen Prof. Dr. Dr. Andreas Ebert vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der Staatsekretär für Soziales, Dirk Gerstle, wird Andreas Ebert die hohe Auszeichnung morgen (Mittwoch) um 15 Uhr in der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales feierlich überreichen.

Die Spezialgebiete von Herrn Professor Ebert sind die minimal-invasive operative Gynäkologie, die Endometrioseforschung und –therapie sowie die gynäkologische Onkologie. Nach Studium, Promotion und Habilitation in Berlin wurde Professor Ebert nach Jahren als geschäftsführender Oberarzt der Frauen- und Poliklinik am Universitätsklinikum Benjamin Franklin zum außer-planmäßigen Professor an der Charité-Universitätsmedizin ernannt. In der Zeit von 2005 bis 2013 war er Chefarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Vivantes Humboldt Klinikum Berlin und etablierte hier das erste zertifizierte Endometriosezentrum in Deutschland nach modernsten Kriterien der Endometriose-Forschung.

Staatssekretär Gerstle: „Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Durch seine herausragenden und zukunftsorientierten Aktivitäten hat Professor Ebert maßgeblich dazu beigetragen, die Qualität der Behandlung der betroffenen Frauen in Berlin und darüber hinaus deutlich zu verbessern. Zudem hat Andreas Ebert neben seiner täglichen klinischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit auch das medizinisch-wissenschaftliche Profil von Vivantes im Fachgebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf regionaler und nationaler Ebene geschärft. Durch sein Engagement im Aufbau internationaler Beziehungen zu Ärzten aller Fachgebiete und seine Zusammenarbeit mit wichtigen Kliniken und Institutionen der GUS-Staaten hat Andreas Ebert das Ansehen der deutschen Medizin und Wissenschaft im Ausland insgesamt maßgeblich gefördert. Dafür gebührt ihm große Anerkennung. Auch auf menschlicher Ebene hat er viel für die internationale Verständigung getan – das können die zahlreichen Gastärzte und Studenten bezeugen, die aus Russland, Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan, Lettland, Estland, China und anderen Ländern nach Berlin kamen und von ihm betreut wurden. Eine Vielzahl von Neuerungen und Reformen wären auf nationaler und internationaler Ebene ohne Andreas Eberts Einsatz nicht möglich gewesen. Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie ihn, die sich nachhaltig für andere einsetzen. Dafür möchte ich ihm von Herzen meinen Dank aussprechen. Ich freue mich, Professor Ebert für seine langjährige Arbeit und seinen großen Einsatz diese hohe Auszeichnung überreichen zu können.“

Professor Ebert hat sich zudem um die die deutsche Wissenschaftsgeschichte – hier speziell die der Berliner Frauenheilkunde – und die Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Hochschullehrer an Preußischen Universitäten verdient gemacht. So konnte Professor Ebert nachweisen, dass Wissenschaftler und Ärzte jüdischer Herkunft auch nach ihrer staatsbürgerlichen Gleichstellung im Kaiserreich und in der Weimarer Republik stillschweigend weitgehend von den akademischen Schlüssel- und Entscheidungspositionen ausgeschlossen blieben.