Berliner Katastrophenschutz auf den Ernstfall vorbereitet

Pressemitteilung vom 08.11.2016

Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales weist die jüngst geäußerten Vorwürfe des Vorstands der Charité zu einer angeblich mangelhaften Versorgung Berlins im Katastrophenfall ausdrücklich zurück. Das Land Berlin ist neben Hamburg und Frankfurt eine der wenigen Metropolenregionen in Deutschland, in der regelmäßige, von staatlicher Seite koordinierte Krankenhaus-Vollübungen durchgeführt und ausgewertet werden. In diesem Jahr haben bereits sieben dieser unangekündigten Katastrophen-Übungen an Berliner Krankenhäusern stattgefunden, in den letzten 30 Jahren waren es insgesamt 170. Berlin war die erste Stadt in Deutschland, die ihre Kliniken auch im Hinblick auf chemische Anschläge ertüchtigt hat. Seit 2006 wurden diese flächendeckend mit Schutzkleidung und Dekontaminationsschleusen ausgestattet.

Übungen zum Katastrophenschutz nach einem möglichen Terroranschlag mit einer großen Anzahl von Verletzten werden flächendeckend und stets in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den beteiligten Kliniken durchgeführt. Die Übungen werden durch Beobachter-Teams einer anderen Klinik begleitet und im Anschluss zusammen mit der Klinikleitung ausgewertet. Dabei geht es stets darum, die Abläufe im Katastrophenfall fortlaufend zu optimieren. Besonders im Fokus der Auswertungen sind auch mögliche Engpässe, die im Laufe der Übung sichtbar werden. Bei der Charité wurden hier bei der letzten Übung keine Defizite festgestellt.

Darüber hinaus pflegt die Senatsverwaltung für Soziales den regelmäßigen Informationsaustausch mit den Katastrophenschutzbeauftragten aller Berliner Kliniken. Bei den turnusmäßigen Treffen werden alle anstehenden Fragen der Versorgung im Katastrophenfall erörtert, wie sie auch ein Terroranschlag darstellt. Dabei ist besonders die Frage der Ressourcen immer im Blick, dies betrifft die Anzahl der Beatmungsgeräte ebenso wie die ausreichende Versorgung mit Blutkonserven oder die Versorgung von Kindern. Die nächste große trägerübergreifende Veranstaltung zur Notfallversorgung im Katastrophenfall findet Ende November in Berlin statt.