Berliner Cannabis-Kampagne „Zu breit?“ gestartet

Pressemitteilung vom 29.09.2016

Heute wurde in Berlin eine Präventions- und Aufklärungskampagne zu Cannabis gestartet. Unter dem Titel „Zu breit?“ will die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Jugendliche und Erwachsene mit der Kampagne aufrütteln, über die gesundheitlichen und sozialen Risiken des Cannabiskonsums informieren und zum Jugendschutz beitragen. Nirgendwo in Deutschland wird mehr Cannabis konsumiert als in Berlin. Die Wirkungen und die Risiken des Cannabiskonsums werden aber häufig unterschätzt. Eine Pressekonferenz mit Gesundheitssenator Mario Czaja und der Landesdrogenbeauftragten Christine Köhler-Azara gab heute den Auftakt zur neuen Kampagne.

Die Koalitionsfraktionen CDU und SPD hatten 2015 vereinbart, einerseits an der liberalen Regelung zur Umsetzung des §31a Betäubungsmittelgesetz festzuhalten und andererseits am Görlitzer Park und im Umfeld von Kitas und Schulen Null-Toleranz -Zonen einzuführen. Eine Aufklärungs-kampagne zu den Risiken des Cannabiskonsums sollte die Maßnahmen flankieren. Dafür wurden 500.000 Euro im Berliner Haushalt bereitgestellt.

Im Fokus der Kampagne stehen der Cannabis-Konsum von Minderjährigen und jungen Erwachsenen und die damit verbundenen gesundheitlichen und sozialen Risiken. Zu oft wird der Cannabis-Konsum nicht mehr als illegal und gesundheitsgefährdend wahrgenommen. Gesundheitssenator Mario Czaja erklärt: „Bei der Aufklärung über die Risiken von Cannabis sprechen wir ganz bewusst nicht nur die Jugendlichen an, sondern auch deren Eltern, Lehrer, Erzieher und Trainer. Durch Information soll eine kritische Haltung gegenüber dem Konsum von Cannabis gefördert werden. Die Kampagne soll Mut machen, auch Nein zu sagen – oder Maß zu halten. Eine repräsentative Umfrage, die im Rahmen der Kampagne durchgeführt worden ist, belegt wie notwendig es ist, alle anzusprechen und auch präventiv zu wirken. Eltern oder Lehrer, die auf das Problem aufmerksam werden, müssen hinschauen und mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Ihre eigene Haltung zum Cannabiskonsum und das Wissen um die Risiken hat erheblichen Einfluss auf Jugendliche und junge Erwachsene“.

Auch die Landesdrogenbeauftrage Christine Köhler-Azara verweist auf die Unterschätzung der Risiken von Cannabis in der Berliner Bevölkerung. Auf eine Verurteilung von Konsumenten soll aber ganz bewusst verzichtet werden: „Wir wollen suchtgefährdete Jugendliche ansprechen und nicht abschrecken. Die Kampagne wird mit vielen verschiedenen Elementen im Stadtbild auffallen. Sie wird auch durch fachliche Angebote aus dem Bereich der Suchtprävention und Suchthilfe begleitet.“

Die Elemente der Kampagne:

Herzstück der Kampagne „Zu breit?“ ist die Webseite. Dort trifft man auf den musikalischen Botschafter der Kampagne – den Kreuzberger Rapper Drob Dynamic mit einem speziell für die Kampagne geschriebenen Song und dazugehörigem Musikvideo. Darin setzt er sich humorvoll, aber kritisch mit Cannabis auseinander – Comedy Rap auf Augenhöhe der Zielgruppe.
Die Webseite bietet zudem ein Wissens-Quiz und einen Schnelltest sowie nützliche Informationen rund um Cannabis.
Informationsbroschüren und City Cards werden in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen ausliegen. Drei Plakatmotive zeigen bewusst überzeichnet die negativen Auswirkungen von Cannabis und setzen dabei – wie schon das Musikvideo – auf Comedy als Stilmittel. Als Sponsor für die Außenwerbeflächen konnte die Wall GmbH gewonnen werden. Dadurch erreicht die Kampagne mit 20 Ganzstelen, 500 City Light Postern sowie einem Flight im U-Bahnhof Friedrichstraße eine große Reichweite. Als zusätzliches Kampagnenmotiv wird Drob Dynamic auch auf einer Hauswand am Kottbusser Tor zu sehen sein.

Für öffentliche Schulen werden spezielle Unterrichtsmaterialien bereitgestellt – inklusive des Musikvideos „Zu breit?“.

Im Rahmen der Kampagne bietet der Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. – eine Einrichtung der Suchthilfe und Prävention – zusätzliche Informationsveranstaltungen, Diskussionsforen, Workshops und Coachings zur Suchtprävention und Suchthilfe an – sowohl für Konsumenten als auch für Eltern und Erwachsene mit Erziehungsverantwortung. Speziell für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es die mobile „Zu breit?“- Lounge, die über die Laufzeit der Kampagne bis Ende November 2016 mehrmals den Standort wechseln wird. In der Info-Lounge wird sowohl über Risiken informiert als auch eine kritische Sensibilität im Umgang mit Cannabis vermittelt. Die Pädagogen des Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. stehen vor Ort für vertrauliche Einzelgespräche zur Verfügung. Alle Termine finden sich online sich unter www.berlin.de/zu-breit

Zum Kampagnentrack findet auch eine Record Release Party statt. Am 1. Oktober 2016 werden Jugendliche in dem Club „Musik und Frieden“ in der Falckensteinstraße 48 in Berlin-Kreuzberg den Rapper Drob Dynamis live erleben können.

Einlass ist um 19.30 Uhr. Bei Interesse bitten wir um vorherige Anmeldung unter sengs@markengold.de.