Senator Czaja zum Landespflegeplan 2016: pflegerische Versorgungsstruktur in Berlin weiter gestärkt

Pressemitteilung vom 08.06.2016

Heute hat Sozialsenator Mario Czaja den Landespflegeplan 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Plan gibt einen Überblick über die gesamte pflegerische Versorgung in der Stadt und damit Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ein Kompendium rund um die Pflege in die Hand. Sie finden darin alles Wissenswerte zu ambulanten und stationären Pflegeangeboten, gesetzlichen Grundlagen und Ansprechpartnern für Fragen zu speziellen Pflegesituationen. Künftige Entwicklungen können aus dem Landespflegeplan ebenso abgeleitet werden wie kommende Herausforderungen.

Die Zahl der Älteren steigt und damit wächst auch die Zahl der Pflegebedürftigen kontinuierlich weiter. Wurden in der amtlichen Pflegestatistik 1999 in Berlin etwa 81.000 Pflegebedürftige genannt, so waren es Ende 2013 bereits 112.509. Das entspricht einem Anstieg von 39 %. Davon wurden mit rund 85.000 Menschen rund drei Viertel zu Hause gepflegt. 27.528 Pflegebedürftige – und damit knapp ein Viertel – leben in einem der 290 Berliner Pflegeheime. Von den zu Hause gepflegten Menschen wurden 57.212 Menschen ausschließlich von Angehörigen gepflegt. Senator Mario Czaja verweist auf die Besonderheit, dass die häusliche Versorgung einen so deutlichen Vorrang gegenüber der stationären Versorgung hat. Der Senator: „Die Angehörigen sind der größte Pflegedienst in unserer Stadt. Sie leisten eine unersetzbare und anstrengende Pflegearbeit, die im Verborgenen stattfindet und immer noch nicht genug gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung erfährt. Wir haben daher einen Maßnahmenplan entwickelt, der die Unterstützungsangebote für die pflegenden Angehörigen weiter entwickelt. Wir dürfen sie in ihrer schwierigen Situation nicht sich selbst überlassen. Das ist auch Ziel unserer regelmäßig stattfindenden `Woche der pflegenden Angehörigen`.

Der Landespflegeplan zeigt auch, dass für eine gute Pflege in der Zukunft mehr professionell Pflegende gebraucht werden. Denn Berlin wird nicht nur bunter und wächst, es wird auch älter. Die Bevölkerungsprognose geht davon aus, dass die Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen in Berlin in den nächsten Jahren prozentual am stärksten wachsen wird. Bis 2030 wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen zugleich auf etwa 170.000 ansteigen. Um auch in Zukunft eine gute pflegerische Versorgung für Berlin sicherzustellen, brauchen wir mehr Nachwuchs für die Pflegeberufe. Mit einem ganzen Maßnahmenbündel haben wir die Pflegeberufe gestärkt. So haben wir erreicht, dass das Schulgeld in der Altenpflegeausbildung jetzt wegfällt. Das erhöht die Attraktivität der Ausbildung deutlich. Die Praxisanleitung der Ausbilder wird finanziert und die Ausbildung des Krankenpflegehilfeberufs haben wir eingeführt. Mit unser Rahmenstrategie 80plus haben wir den Diskurs darüber eröffnet, wie wir Lücken zwischen den einzelnen Versorgungsbereichen schließen und die gesundheitliche und pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen in Berlin weiter verbessern können.“

Senator Czaja verweist gleichzeitig auf die hochwertige und auskömmliche Versorgung im ambulanten und im stationären Bereich, die in den letzten Jahren weiter ausgebaut wurde. „Dieses breite Spektrum an Einrichtungen, Diensten und Unterstützungsangeboten müssen wir für die Zukunft sichern und an die Anforderungen der zunehmend älter werdenden Bevölkerung anpassen. Politik, Verwaltung, Leistungsanbieter, Kostenträger und die Gesellschaft insgesamt müssen sich diesen Herausforderungen in den nächsten Jahren gemeinsam stellen. Wir wollen bis zum Jahr 2030 die gute Versorgung der Pflegebedürftigen nicht nur zu erhalten, sondern sie weiter auszubauen. Dies gilt sowohl für die Quantität der Angebote als auch für ihre Qualität“, erklärt Senator Czaja.