Familienhebammen nehmen ihre Arbeit auf – Stärkung des präventiven Kinderschutzes

Pressemitteilung vom 19.12.2013

Jetzt haben die ersten 20 Absolventinnen ihre Weiterbildung zur „Familienhebamme“ erfolgreich beendet. Angeboten wird der neue 10-monatige Zertifikatkurs an der staatlichen Alice-Salomon-Hochschule. Pro Jahr sollen zukünftig 40 Familienhebammen sowie Kindergesundheitspflegerinnen und -pfleger dort ausgebildet werden. Die „Familienhebammen“ werden speziell ausgebildet, um Familien mit besonderen Belastungen oder Problemen bereits vor der Geburt des Kindes zu begleiten und diese zu unterstützen. Ihre Arbeit ist ein wesentlicher Teil der Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und damit ein weiterer Baustein des präventiven Kinderschutzes.

Eine Einigung konnte auch über die Höhe der Vergütung für die Arbeit von Familienhebammen erzielt werden. Die einheitliche Entgelt-Empfehlung für die Beschäftigung von Familienhebammen gibt den Bezirken Planungs- und Rechtssicherheit für den Abschluss von Verträgen mit Familienhebammen. Auch den Familienhebammen bringt die Empfehlung Finanzierungssicherheit. Für nichtangestellte freiberufliche Familienhebammen wird die Fachleistungsstunde nunmehr mit 55 Euro vergütet. Für Beratungsleistungen, die zum Beispiel für junge Eltern in Stadtteil- oder Familienzentren angeboten werden, erhalten die Familienhebammen für eine Doppelstunde 50 Euro. In Bezirksämtern angestellte Familienhebammen werden in die Entgeltgruppe 8 eingegliedert.

Hierzu erklärt die Staatssekretärin für Jugend, Sigrid Klebba :
“Die neuen, speziell qualifizierten Familienhebammen werden einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von jungen Familien und Familien mit besonderen Belastungen leisten. Damit wird der Kinderschutz in Berlin weiter verbessert. Die Familienhebammen werden bereits vor der Geburt des Kindes aktiv, gehen in die Familien, beraten und helfen ihnen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des 1. Weiterbildungskurses stehen seit Dezember 2013 allen Bezirken 20 Familienhebammen zur Verfügung. Und ab April 2014 werden es weitere 20 Absolventinnen sein, die in den Bezirken dafür sorgen, dass werdende Eltern gute Startbedingungen und frühzeitige Unterstützung erhalten.”

Die Staatssekretärin für Gesundheit, Emine Demirbüken-Wegner , betont dazu:
„Familienhebammen leisten eine verantwortungsvolle Arbeit. Sie gehen insbesondere in die Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf und beraten bereits auch werdenden Eltern bei der Umstellung auf das Leben mit einem Kind. Sie geben Informationen rund um die Geburt und Anleitung zur Pflege, Ernährung, Entwicklung und Förderung des Kindes. Dabei binden sie alle Familienmitglieder mit ein und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfen. Sie sind damit für Familien wichtige Lotsinnen zu den zahlreichen Angeboten der frühen Hilfen und tragen entscheidend dazu bei, dass Kinder gesund aufwachsen können. Dazu brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte, die für ihre Arbeit eine adäquate Vergütung erhalten. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir uns jetzt auf ein einheitliches Entgelt verständigt haben.“