Chronischen Krankheiten vorbeugen - Basisbericht zum Gesundheitszustand der Berlinerinnen und Berliner und dem Gesundheitswesen erschienen

Pressemitteilung vom 18.12.2013

Der Basisbericht 2012/2013 liegt jetzt vor. Er enthält wichtige Daten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung wie Lebenserwartung, vorzeitige bzw. vermeidbare Sterblichkeit und Todesursachen, Pflegebedürftigkeit, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen, Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitsförderung.

Im Mittelpunkt des Berichts stehen chronische Erkrankungen . Zu den wichtigsten dieser Erkrankungen gehören Herz-Kreislaufkrankheiten (z. B. Hypertonie, ischämische Herzkrankheiten), bösartige Neubildungen, psychische und Verhaltensstörungen (z. B. Demenz, Psychosen, Suchtkrankheiten) und Diabetes mellitus. In den meisten Fällen sind sie nicht vollständig zu heilen. Von diesen „Volkskrankheiten“ ist ein Großteil der Bevölkerung betroffen. Sie sind volkswirtschaftlich bedeutsam, denn sie verursachen hohe Behandlungskosten, häufige Arbeitsunfähigkeit, Schwerbehinderung und Frühberentung. Viele Menschen erkranken bereits in einem Alter unter 65 Jahren chronisch. Die Krankheiten verursachten 2011 in Berlin mit 3.400 Zugängen 83 % aller Frühberentungen bei den Frauen und mit 2.800 Zugängen 78 % bei den Männern. 125.000 Berliner und Berlinerinnen mussten aufgrund derartiger Erkrankungen in einem Berliner Krankenhaus stationär behandelt werden. Das waren immerhin 34 % aller Behandlungsfälle bei unter 65-Jährigen. 1.300 Frauen und 2.200 Männer unter 65 Jahren starben an den genannten Krankheiten. Damit verursachen chronische Krankheiten 64 % der Todesfälle bei unter 65-jährigen Frauen und 54 % der Todesfälle bei unter 65-jährigen Männern.

Der Senator für Gesundheit und Soziales Mario Czaja verwies auf einen wichtigen Zusammenhang: „Es ist wissenschaftlich gesichert, dass das eigene Gesundheitsverhalten die Entstehung chronischer Krankheiten maßgeblich mitbestimmt. Die Risikofaktoren sind bekannt und oft beeinflussbar: ungesunde Ernährung, körperliche Inaktivität, Adipositas, Alkohol- und Tabakmissbrauch, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Stress. Es liegt also zu großen Teilen in der Hand jedes Einzelnen, mit einer gesundheitsbewussten Lebensführung dazu beizutragen, chronische Erkrankungen zu vermeiden. Wir wollen die Berlinerinnen und Berliner dazu ermutigen, noch mehr Verantwortung für die Erhaltung ihrer Gesundheit selbst zu tragen. Mit vielen Projekten wie der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit und dem Aufbau des Web-Portals `Stadtplan Gesundheitsförderung` wollen wir die Gesundheitsförderung und Prävention als einen unserer Handlungsschwerpunkte weiter stärken. Zudem wollen wir mit dem Aktionsprogramm Gesundheit die individuelle Prävention stärken und in den unterschiedlichen Lebenswelten Angebote der Gesundheitsförderung verstärkt sichtbar machen.“

Der Bericht gibt zum ersten Mal auch in Bezirksprofilen einen schnellen Überblick über die gesundheitliche und soziale Lage der Berliner Bezirke und zeigt so regionale Besonderheiten. So vielfältig wie in den Städten mit vergleichbarer Einwohnerzahl (z. B. Bonn, Augsburg, Chemnitz und Magdeburg) sind auch in den Berliner Bezirken die Bevölkerungs- und Haushaltsstrukturen, die Lebenslagen sowie die gesundheitlichen Potenziale und Defizite.

PDF- Basisbericht 2012/2013 – Daten des Gesundheits- und Sozialwesens