Schnellere Hilfe für Opfer von Gewalttaten – Berliner Modellprojekt Traumaambulanzen für Gewaltopfer startet

Pressemitteilung vom 23.12.2011

Zum 1. Januar 2012 startet das Modellprojekt Traumaambulanzen für Gewaltopfer in Berlin. In zwei Ambulanzen können dann Opfer von Gewalt und deren Angehörige schnell nach einer Gewalttat psychotherapeutisch versorgt werden. Mit dieser niedrigschwelligen Hilfe sollen chronische Belastungsstörungen und psychische Spätfolgen bei den Betroffenen vermieden werden.

Dieses ist ein neues Angebot in Berlin, angelehnt an ein vergleichbares Projekt in NRW. Durchgeführt wird es für zunächst zwei Jahre auf Grundlage des Opferentschädigungsgesetzes (OEG). Die Berliner Koalition unterstützt ausdrücklich die Einrichtung von Opferambulanzen.

Zwei Ambulanzen werden nun an renommierten Berliner Instituten eingerichtet:

1. eine Traumaambulanz für erwachsene Gewaltopfer an der Psychiatrischen Universitätsklinik im St. Hedwig-Krankenhaus
2. und eine Traumaambulanz für Kinder und Jugendliche an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Bislang war eine schnelle Versorgung von Gewaltopfern auf der Grundlage des OEGs nicht möglich, denn bei niedergelassenen Traumatherapeuten gibt es lange Wartezeiten. Dadurch sind die psychischen Leiden bei den Betroffenen oftmals chronisch geworden. Jetzt sollen die Opfer bereits bei Aufnahme einer Strafanzeige durch die Polizei oder im ersten Kontakt mit dem Rettungsdienst auf das Behandlungsangebot der Traumaambulanz – also unmittelbar nach einer Gewalttat – hingewiesen werden.

Finanziert werden die beiden Ambulanzen aus dem Haushalt des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, das auch Vertragspartner auf Seiten des Landes Berlins ist, und aus Mitteln zur Durchführung des Opferentschädigungsgesetzes.