Chancengleichheitsprogramm ermöglicht erste Gastprofessur für Dirigieren und Orchesterleitung in Berlin: Larsen-Maguire neue Dirigentin an der UdK

Pressemitteilung vom 10.12.2014

Das Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit (Berliner ChancengleichheitsProgramm – BCP) für Frauen in Forschung und Lehre finanziert eine dreisemestrige Gastprofessur „Dirigieren und Orchesterleitung“ von Catherine Larsen-Maguire an der Fakultät Musik der Universität der Künste (UdK) Berlin. „Mit Catherine Larsen-Maguire unterrichtet an der UdK zum ersten Mal seit Gründung der Musikhochschule 1869 eine Professorin im Bereich Orchesterdirigieren in Berlin“, erklärt Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen. „Dennoch ist insbesondere das Orchesterdirigieren nach wie vor eine Männerdomäne.“ Tatsächlich leiten selten Frauen eines der rund 130 deutschen Symphonie- oder Opernorchester. Simone Young ist Intendantin und Generalmusikdirektorin der Hamburger Staatsoper, Karen Kamensek Generalmusikdirektorin der Staatsoper Hannover und Kristiina Poska ist als Kapellmeisterin an der Komischen Oper Berlin tätig.

„Mit Catherine Larsen-Maguire fördert das Berliner ChancengleichheitsProgramm nun die erste Professorin im Bereich der Orchesterleitung an der UdK. Das ist ein weiterer Schritt, mit dem wir der eklatanten Unterrepräsentanz von Frauen in den Dirigierklassen der Hochschulen entgegentreten“, ergänzt Senatorin Kolat. „Frauen sind an Hochschulen auf allen wissenschaftlichen Qualifikationsebenen weiterhin unterrepräsentiert. Deshalb setzt sich das Land Berlin weiterhin für eine gezielte Förderung von exzellenten Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen in der Wissenschaft ein.“

Das Berliner ChancengleichheitsProgramm ermöglicht neben Catherine Larsen-Maguire weitere 18 Gastprofessuren zum Beginn des Wintersemesters 2014/15. Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft berichtet: „Mit seinen gezielten Fördermöglichkeiten ist das Berliner Chancengleichheitsprogramm ein wichtiger Baustein der Hochschulgleichstellungspolitik. Es trägt neben den Gastprofessuren insbesondere auch durch das Instrument der vorgezogenen Nachfolgeberufung dazu bei, dass die Berliner Hochschulen beachtliche Fortschritte im Bereich der Gleichstellung verzeichnen und im bundesweiten Vergleich seit Jahren Spitzenplätze einnehmen. Wichtig sind vor allem die Voraussetzungen für dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse, also die Berufung von Frauen auf Lebenszeitprofessuren in bisher unterrepräsentierten Fachgebieten. Neben den MINT-Fächern zählen hierzu auch zahlreiche Fachgebiete der Geistes- und Sozialwissenschaften aber künstlerische Fächer. Die Gleichstellung von Frauen im Wissenschaftsbereich werden wir weiter voranbringen und die so genannte gläserne Decke durchlässiger machen. Wir brauchen noch mehr Frauen sowohl in Hochschulleitungspositionen als auch in der Leitung von Gremien und Forschungseinrichtungen.“

Catherine Larsen-Maguire, 1971 in Manchester geboren, hat an der Komischen Oper in Berlin, der Magdeburgischen Philharmonie, das London and Royal Philharmonic Orchester und das BBC and Bournemouth Symphony Orchesta dirigiert und mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Bernhard Haitink und Sir Simon Rattle zusammen gearbeitet. 2013 leitete sie die szenischen Aufführungen von Schönbergs „Erwartung“ am Radialsystem in Berlin.