Informationen für Arbeitslose

Arbeitsloser
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Was bietet das Solidarische Grundeinkommen?

Eine dauerhafte Beschäftigungsperspektive verknüpft mit einer sinnvollen Tätigkeit – das ist das Prinzip des Solidarischen Grundeinkommens (SGE). Bezahlt wird nach Tarifvertrag, wenn der beschäftigende Betrieb tarifgebunden ist oder ausdrücklich auf einen Tarifvertrag Bezug nimmt.

Ist dies nicht der Fall, erfolgt die Bezahlung nach Landes- oder Bundesmindestlohn. Entscheidend ist dabei, welcher Mindestlohn höher ist. Aktuell (Juli 2019) liegt der Bundesmindestlohn mit 9,19 Euro/Stunde über dem des Landes Berlin. Allerdings soll der Landesmindestlohn künftig weiter steigen und dann deutlich über dem Bundesmindestlohn liegen. SGE-Beschäftigte, die nach Mindestlohn bezahlt werden, erhalten dann ein entsprechend höheres Einkommen.

Der Arbeitsplatz im SGE wird für fünf Jahre vom Land Berlin gefördert. Zusätzlich werden eine Begleitung und Fortbildung angeboten. Ziel ist der Übergang in eine reguläre nicht geförderte Beschäftigung. Gelingt das nicht, dann gewährleistet das Land Berlin die Weiterbeschäftigung.

Welche Tätigkeiten werden gefördert?

City-Lotsin, Quartiershelfer, Kita-Assistenz: Beim Solidarischen Grundeinkommen ist vieles möglich. Entscheidend ist, dass keine reguläre Beschäftigung verdrängt wird. Das SGE soll außerdem einen zusätzlichen Nutzen für die Berlinerinnen und Berliner bringen. Um das sicherzustellen, wurden zusammen mit wichtigen Partnerinnen und Partnern der Stadtgesellschaft Einsatzfelder festgelegt. Sie bilden den Rahmen für mögliche Tätigkeiten unter dem Dach des Solidarischen Grundeinkommens. Bei jedem Arbeitsplatzvorschlag wird geprüft, ob er den Anforderungen entspricht. Erst dann kann ein SGE-Arbeitsplatz angeboten und besetzt werden.

Kann ich mich bewerben und bei wem?

Sind Sie derzeit mindestens ein Jahr und längstens drei Jahre arbeitslos? Sie haben Interesse an einer sinnvollen Tätigkeit? Dann erfüllen Sie schon zwei Voraussetzungen für die Teilnahme am Solidarischen Grundeinkommen.

Das Jobcenter ist die richtige Anlaufstelle für Sie, wenn Sie dort Leistungen beziehen. Es prüft, ob Sie alle Bedingungen für eine Beschäftigung im Rahmen des Solidarischen Grundeinkommens erfüllen und vermittelt ggfs. auf eine passende Stelle. Vielleicht ist eine Tätigkeit dabei, auf die Sie sich bewerben möchten.

Ganz wichtig: Die Teilnahme am Solidarischen Grundeinkommen ist freiwillig. Sie bewerben sich und entscheiden frei, ob ein Jobangebot tatsächlich für Sie geeignet ist. Auch wenn Sie sich gegen eine Beschäftigung im SGE entscheiden, müssen Sie keine Sanktionen befürchten.