Mexikanische Botschaft

Mexikanische Botschaft

Die Mexikanische Botschaft gilt als einer der schönsten Neubauten im Berliner Botschaftsviertel. Architektonisch interessant sind vor allem die Straßenfassade und das innenliegende Atrium.

  • Mexikanische Botschaft© dpa
  • Mexikanische Botschaft© Lutz Wallroth
    Aussenansicht der mexikanischen Botschaft in Berlin.
Zu den größten Überraschungen in der neueren Architekturlandschaft Berlin zählt sicher der Neubau der mexikanischen Botschaft. Die Mexikaner, die Berlin als „Ort der Avantgarde“ empfinden, nahmen sich nichts Geringeres vor, als einen „beachtlichen Beitrag zur modernen Architektur“ zu leisten. Beachtlich sollte er auch deswegen sein, da Deutschland für Mexiko als der wichtigste EU-Handelspartner und - nach den USA und Japan - als drittgrößter Exporteur gilt.

Architekten der Mexikanischen Botschaft

In einem beschränkten Wettbewerbsverfahren gelang es 1997 den Architekten Teodoro González de León und Francisco Serrano, sich mit ihrem Entwurf gegen sieben Konkurrenten durchzusetzen. Das erprobte Architektenduo ließ sich in seinem Entwurf von charakteristischen Merkmalen der mexikanischen Architektur leiten: große offene Repräsentationsräume und eine kraftvolle Strukturierung der einzelnen architektonischen Elemente.

Architektur der Mexikanischen Botschaft

Das Gebäude verfügt über fünf Etagen. Im Erdgeschoss befinden sich neben einem Veranstaltungssaal auch ein zweistöckiges Foyer, eine Besucherinformation und das gebäudehohe Atrium. In der ersten Etage sind die Konsularabteilung und die Kulturabteilung untergebracht, in der zweiten und dritten Etage liegen die Büroräume des Botschafters und des diplomatischen Personals. Die beiden obersten Etagen des fünfgeschossigen Baus, der rückwärtig diagonal angeschnitten ist, sind dem Botschafter und seinem Stab vorbehalten. Ein Dachgarten erstreckt sich über die gesamte Grundfläche.

Fassade

Architektonisch signifikant sind die Straßenfassade und das innenliegende Atrium. Die Fassade zur Klingelhöferstraße besteht aus 18 Meter hohen, teilweise schräggestellten Betonstützen. Jede dieser 40 Stützen hat einen anderen Querschnitt, der sich horizontal stetig verändert. Die gesamte Fassade wird an den Seiten sowie entlang der 18 Meter hohen Traufkante von einem Betonband gerahmt. Rahmen und Stützen bestehen aus einem speziellen Beton, der mit kleinen Marmorstücken und gemahlenem Marmor anstelle von Sand und Kies hergestellt wurde. Alle sichtbaren Oberflächen erhielten im Nachhinein mit Hilfe von Pressluftmeißeln ihre strukturierte Oberfläche - ein Verfahren, das Gonzalez de León und Serrano schon in früheren Projekten in Mexiko angewandt haben.
Die Glasfassade hinter den Stützen lässt bei frontaler Betrachtung viele Einblicke zu, und die Verschiebung der Fassade durch die Bewegung des Betrachters ruft eine Vielzahl architektonischer Eindrücke hervor. Die unterschiedlichen Ausformulierungen der Stützen rechts und links des Einganges lenken den Schritt und den Blick auf den äußerst schmal gestalteten Haupteingang des Gebäudes.

Atrium

Das zylindrisch geschnittene Atrium verfügt über etwa 400, kleinen Bullaugen vergleichbare Fenster in seiner Außenhaut und ist im Dach vollständig verglast. Die Erschließung der Büroräume in den darüber liegenden Geschossen erfolgt mit Blickbeziehung zu diesem lichten zentralen Mittelpunkt des Hauses.

Neben den herausragenden architektonischen Elementen sind schwer möblierbare Grundrisse und eine zum Teil unbefriedigende Detailplanung und Bauausführung zu verzeichnen.

Informationen

Karte

Adresse
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Internetadresse
embamex.sre
Architekt
Teodoro González de León, Francisco Serrano
Textquelle
BauNetz

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| Aktualisierung: 17. November 2015