Bebelplatz

Bebelplatz

  • Bebelplatz© Tobias Droz/BerlinOnline
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    Das Gebäude der Humboldt-Universität auf dem Bebelplatz wird im Rahmen des Festival of Lights bunt angestrahlt.
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    Mahnmal von Micha Ullmann auf dem Bebelplatz zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis im Jahr 1933.
  • Bücherverbrennung 1933© dpa
    Nach der Machtübernahme lassen die Nationalsozialisten in Universitätsstädten die Bücher verfemter Autoren verbrennen (undatiertes Archivfoto). Zehntausende Bücher wurden allein in der Nacht des 10. Mai 1933 ein Raub der Flammen.
Mitten im musealen Zentrum Berlins lässt der Bebelplatz erahnen, wie man sich vor fast 300 Jahren eine schöne Stadt vorstellte. Die Nazis entweihten den Ort mit der Bücherverbrennung, an die heute ein Mahnmal erinnert.
Der Bebelplatz ist der einzige Platz der Innenstadt, dessen Fassaden so aussehen wie vor 1943. Allerdings befindet sich hinter den wiederaufgebauten Fronten meist eine moderne Konstruktion. Der ehemalige Opernplatz ist auch als Forum Fridericianum bekannt. Friedrich der Große, dessen Reiterstandbild wieder auf dem Mittelstreifen Unter den Linden seinen Platz fand, gab 1740 Order zur Anlage des Platzes.

Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz

Auf dem Bebelplatz ließen die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 über 20.000 Bücherverbrennen. Sie waren der Meinung, die von ihnen ausgewählten Bände seien "undeutschen Geistes". Dazu gehörten Bücher von Erich Kästner, der Familie Mann, von Magnus Hirschfeld, Lion Feuchtwanger, Karl Marx, Else Lasker-Schüler und fast 400 weiteren Autoren und Autorinnen. Auch die Bücher Heinrich Heines wurden verbrannt. Hätte man sie stattdessen gelesen, wäre man auf Heines Bemerkung gestoßen, dass man dort, wo man Bücher verbrennt, auch Menschen verbrennen werde.

Mahnmal "Bibliothek" erinnert an Bücherverbrennung

Der Satz steht nun auf Hinweistafeln im Boden, die zum acht Meter tiefen Mahnmal "Bibliothek" in der Platzmitte führen. Dieses unterirdische Mahnmal aus leeren Regalen ist so gestaltet, dass genau 20.000 Bücher hineinpassen würden, gäbe es sie noch. Zugleich erinnert es aus traurigem Grund an eine in Fels gehauene Grabkammer, denn das Heine-Zitat war leider prophetisch. Das durcheine Glasplatte sichtbare Denkmal weist darauf hin, dass die Geschichte unter dem Pflaster und hinter den Mauern verborgen liegt und sich dem erschließt, der sie dort entdecken will und hinschaut.

Informationen

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 Adresse
Unter den Linden 9
10117 Berlin

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| Aktualisierung: 10. September 2020