Schulraumqualität

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Nat Hamon_Florent Moglia/SLANG

Beim Bau von neuen Schulen müssen die Gesichtspunkte einer modernen Pädagogik berücksichtigt werden. Die inklusive Bildung und der Ganztagsbetrieb werden in den Schulen ein Standard sein. Die Schulen werden sich für den Sozialraum öffnen. Für die Schülerinnen wird die Schule zum Lern- und Lebensort.

Mit der Frage, wie Schulgebäude künftig gestaltet werden müssen, um diese Anforderungen zu erfüllen, hat sich eine interdisziplinär arbeitende Facharbeitsgruppe beschäftigt. Mehr als 70 Experten aus unterschiedlichen Bereichen haben in der Gruppe mitgearbeitet und ihre jeweiligen Interessen eingebracht: Eltern, Lehrkräfte, Schülervertretungen, Architekten, Bezirke, Verbände und Verwaltungen. In einem Abschlussbericht hat die Arbeitsgruppe ihre Empfehlungen formuliert.

Compartments statt Flurschule

Ein zentraler Vorschlag ist, sich von der üblichen Raumstruktur, in der die Klassenräume von einem Flur abgehen, abzukehren. Stattdessen sollen Räume zu funktionalen Einheiten zusammengefasst werden. Das Schulgebäude soll dann in sog. Compartments aufgeteilt werden. Dadurch ist eine modulare Bauweise möglich, die zu einfacheren Abstimmungs- und Planungsprozessen und dadurch zu einer kürzeren Bauzeit führen kann.

Die neue Architektur der Schulgebäude soll u. a.
  • die intensive Zusammenarbeit der Pädagogen ermöglichen,
  • die individuelle Gestaltung der Lernprozesse in heterogenen Lerngemeinschaften unterstützen,
  • durch ihre Ästhetik und Funktionalität die Identifikation von allen am Schulleben Beteiligten mit ihrer Schule fördern,
  • allen Schülern, auch denen mit einer Behinderung, die volle Teilhabe an bestmöglicher Bildung gewährleisten.

Das Berliner Lern- und Teamhaus

Die Facharbeitsgruppe Schulraumqualität hat Ideen für die Schule der Zukunft gefunden. Das neue Berliner Lern- und Teamhaus setzt sich zusammen aus einem multifunktionalen Forum, den Räumen für allgemeine Lern- und Unterrichtsbereiche und den Teamzonen für das pädagogische Personal. Damit können sowohl bessere Lernbedingungen für Schüler als auch bessere Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte und Erzieher geschaffen werden.

Das Raumkonzept bietet den Rahmen für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Lehrerinnen. Hinzu kommen Fachräume, Räume für die Schulleitung und die Verwaltung, die Sporthalle und eine Schulbibliothek. Ein Mehrzweckbereich bietet Platz für die Mensa, die Aula, Theateraufführungen und viele zusätzliche Unterrichtsideen.

Die Architektinnen haben viele Möglichkeiten, diese einzelnen Bereiche anzuordnen.

Die Schule als Teil des Stadtquartiers

Die Schule ist Teil eines lokalen Bildungsnetzwerks. Die Bereiche für die schulische Nutzung sollen auch für die stadtteilbezogene Nutzung zur Verfügung stehen. So könnten die Aula, der Schulhof und die öffentliche Grünfläche auch nach Schulschluss für den Stadtteil nutzbar bleiben. Aus der reinen Schulbibliothek könnte eine Stadtteilbibliothek werden. Die Öffnung der Schule im Sozialraum wird somit Realität.

Der Ergebnisbericht der Facharbeitsgruppe Schulraumqualität

schulraumqualiaet_band_1_web.pdf

PDF-Dokument (6.6 MB)

schulraumqualiaet_band_2_web.pdf

PDF-Dokument (18.2 MB)