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Imagebild der Kampagne mit sechs Jugendlichen

Bei Gericht geht eine Klage ein. Hierfür wird eine Akte mit einem Aktenzeichen angelegt, damit man den gesamten Vorgang von der Klage bis zum Urteil lückenlos verfolgen kann. Die Akte kommt dann einer*einem Justizfachangestellten, die*der sie während des gesamten Verfahrens betreuen wird.

Stellen Sie sich nun das folgende Szenario vor: Die zuständige Richterin fordert fehlende Unterlagen vom Kläger an. Außerdem muss eine Kopie der Klage an die beklagte Partei mit der Bitte um Stellungnahme geschickt werden. Als Justizfachangestellte*r ist es nun Ihre Aufgabe, die Schreiben zu erstellen.

Die Richterin setzt für die Antwort eine Frist, zum Beispiel drei Wochen. Sie berechnen nun, an welchem Tag genau diese Frist abgelaufen ist und überwachen, ob die Antwort auch fristgerecht bei Gericht eintrifft. Dann gehen die Antworten auf die Anfragen ein. Sie müssen jetzt die Antworten der richtigen Akte zuordnen und sie auch der*dem Richter*in bzw. der*dem zuständigen Rechtspfleger*in vorlegen.

Schließlich findet die Gerichtsverhandlung statt – und Sie führen Protokoll.

Wenn die*der Richter*in dann das Urteil gefällt hat, stellen Sie davon die amtlichen Urkunden her, die den an dem Prozess Beteiligten zugestellt werden müssen. Erst dann beginnt die Rechtsmittelfrist, die Sie berechnen müssen. Danach wird das Urteil rechtskräftig. Eine Kopie des Urteils geht auch an den Kläger.

Gerichtskosten werden fällig. Diese Gebühren und Auslagen berechnen Sie, wie Sie es in der Ausbildung gelernt haben. Dann veranlassen Sie alles Notwendige, damit die Gebühren auch fristgerecht bezahlt werden.

Sie kümmern sich um den Publikumsverkehr im Gericht. Kläger*innen oder Beklagte, Erben oder Betreuer*innen kommen mit ihren Anfragen zu Ihnen, und Sie wissen, wer dafür zuständig ist und geben den Besucher*innen entsprechende Auskünfte.

Die Service-Einheiten, in denen Justizfachangestellte zusammen arbeiten, sind wichtige Stellen im Gericht. Sie arbeiten selbstständig und auf Anweisung, und sie sind das wichtigste Bindeglied zwischen Richter*innen, Rechtspfleger*innen, Staatsanwält*innen, Rechtsanwält*innen, Kläger*innen, Beklagten, Betreuer*innen, Erben, der Verwaltung des Gerichts oder sonstigen Beteiligten der Verfahren im Gericht. Sie verwalten die Gerichtsakten und sorgen für eine möglichst reibungslose Kommunikation zwischen allen Beteiligten.