Ernst Reuter: So ehrt ihn Berlin

Reuter-Ehrungen in Stichworten

Ernst Reuter bei seiner historischen Rede vor dem Berliner Reichstag am 9. September 1948
Bild: Landesarchiv
Plakette
Mit der von Richard Scheibe geschaffenen Ernst-Reuter-Plakette zeichnet der Senat von Berlin in- und ausländische Persönlichkeiten für kommunale Verdienste oder für Verdienste in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik oder Kunst aus. Das beschloss der Senat von Berlin am 1. Oktober 1953.
Platz
Der Platz am “Knie” wurde bereits am 1. Oktober 1953 in Ernst-Reuter-Platz umbenannt.
Bahnhof
Der Platz-Umbenennung folgte die Namensgebung für den U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz.
Denkmal
Auf dem freien Platz vor dem Architekturgebäude der TU steht als symbolisches Erinnerungsmal an Ernst Reuter die 1962/63 geschaffene Bronzeplastik Flamme von Bernhard Heiliger.
Gedenktafel
An Reuters Wohnhaus in der Bülowstraße 33 (Steglitz-Zehlendorf) wurde eine Erinnerungstafel angebracht.
Ehrengrab
Reuters Ehrengrab befindet sich auf dem Waldfriedhof Zehlendorf 14129 Berlin, Potsdamer Chaussee 75 / Wasgensteig (Grablage: 038-485) in Berlin-Nikolassee (Senatsbeschluss vom 15. November 1954).
Schule
Die heutige Gesamtschule in der Stralsunder Straße im Wedding, in Reuters Wahlkreis, wurde in Ernst-Reuter-Schule umbenannt.
Sportfeld
1953 angelegt wurde das Ernst-Reuter-Sportfeld, an dem das Vereinsgelände von Hertha 03 Zehlendorf liegt.
Stadion
Das Ernst-Reuter-Stadion gehört zum Areal des Ernst-Reuter-Sportfelds.
Kraftwerk
Der Senat beschloss am 3. Oktober 1953 die Namensgebung Kraftwerk Reuter für das Kraftwerk West beschlossen.
Haus
Außerdem beschloss der Senat am 3. Oktober 1953 die Benennung des 1938 als Verwaltungsgebäude für den Deutschen Gemeindetag errichteten Hauses des Deutschen Städtetags an der Straße des 17. Juni in Ernst-Reuter-Haus.
Jugendherberge
Die Ernst-Reuter-Jugendherberge ist in Tegel beheimatet.
Gesellschaft
Die Ernst-Reuter-Gesellschaft widmet sich den ehemaligen Absolventen der Freien Universität Berlin.
Preis
Die Ernst-Reuter-Gesellschaft vergibt den Ernst-Reuter-Preis für hervorragende Dissertationen.
Tag
Die Übergabe des Ernst-Reuter-Preises erfolgt am Ernst-Reuter-Tag, dem Geburtstag der FU.
Büsten
Am 22. März 1954 schrieb der Senat einen beschränkten Wettbewerb “unter namhaften Berliner Bildhauern” für eine Ernst-Reuter-Büste für das Rathaus Schöneberg aus. Gewinner dieses Wettbewerbs war der Bildhauer Bernhard Heiliger. Mehr über die mehr als zehn in Berlin vorhandenen Reuter-Büsten finden Sie im Artikel über die Reuter-Büste im Roten Rathaus.
Gemälde
Ferner beschloss der Senat im März 1954 die Anfertigung eines Porträt-Gemäldes für den Senatssitzungssaal; vermutlich dieses Ernst-Reuter-Bild des Künstlers Felix Ebel hängt im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg. Im Reuter-Nachlass im Landesarchiv befindet sich ein weiteres Reuter-Porträt Ebels. Ein anderes Ernst-Reuter-Porträt von Eddy Smith hängt in den Amtsräumen des Regierenden Bürgermeisters im Berliner Rathaus.
Schallplatten
Ebenfalls auf die Senatssitzung vom März 1954 zurück geht das Projekt einer für jedermann erschwinglichen Schallplatte mit einer Reuter-Rede; im Besitz des Landesarchivs befinden sich zwei Reuter-Schallplatten, eine mit der Rede vor dem Reichstag und eine mit Ansprachen Reuters aus der Sendereihe “Wo uns der Schuh drückt”.
Linde

Auf Grundlage eines Senatsbeschlusses wurde am 29. Juli 1954 die am 17. März 1949 von Ernst Reuter als Startzeichen zur Wiederaufforstung des Tiergartens gepflanzte Linde am Großen Stern in Anwesenheit von Hanna Reuter in Ernst-Reuter-Linde umbenannt und mit einem Gedenkstein versehen.

Eiche
Aus Anlass der Kranzniederlegung am 1. Todestag Reuters am 29. September 1954 pflanzte der Vize-Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Franz Amrehn, im Namen der Ernst-Reuter-Gesellschaft eine Eiche an Reuters Grab; heute stehen dort noch Birken.
Siedlung
Am 18. Juli 1954 bekam eines der ersten im Zuge des Wiederaufbaus abgeschlossenen Wohnungsbauprojekte, die Neubausiedlung Ackerstraße am Gesundbrunnen, den Namen Ernst-Reuter-Siedlung; an Reuter erinnert eine Büste, die die Witwe Hanna Reuter in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss enthüllt.
Briefmarken
Am 18. Januar 1954 hat die Deutsche Post Berlin eine Reuter-Marke herausgegeben. Weitere Reuter-Marken der Deutschen Bundespost Berlin folgten am 29. September 1958 und am 13. Juli 1989.
Saal
Der Ernst-Reuter-Saal im Rathaus Reinickendorf wurde von 1954 bis 1957 geplant und gebaut.
Studentenheim
Die Bürgermeister-Reuter-Stiftung betreibt in der Trift- bzw. Sparrstraße das Ernst-Reuter-Studentenheim.
Stiftungen
Die Bürgermeister-Reuter-Stiftung betreibt Arbeitnehmer- und Studentenwohnheime, wurde allerdings noch von Ernst Reuter selber gegründet. Anlässlich des 25. Todestags von Reuter haben das Land Berlin und das Wissenschaftskolleg zu Berlin e.V. die |Wissenschaftsstiftung Ernst Reuter zur Förderung des Kollegs begründet.
Werke
In vier Bänden erschien 1972 bis 1975 die Ausgabe der “Schriften und Reden” Ernst Reuters.
Biografie
Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt zeichnete gemeinsam mit Richard Löwenthal 1957 als Autor der Ernst-Reuter-Biografie “Ernst Reuter – ein Leben für die Freiheit”.
Nachlass
Den Nachlass Ernst Reuters verwahrt das Landesarchiv Berlin.

Historische Fussnote

Der Senat von Berlin hat auf seiner Sitzung vom 22. März 1954 eingehend über die Ehrung Ernst Reuters beraten. Grundlage war der Bericht eines Senatsausschusses.

In diesem Bericht wurde zunächst festgestellt, welche Ehrungen zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgt waren. Dazu gehörten die Benennungen bzw. Umbenennungen der Schule, des Platzes, des Kraftwerks, des Ernst-Reuter-Hauses sowie die Herausgabe der Briefmarke. Beschlossen wurden auf dieser Sitzung: Die Ausschreibung des Wettbewerbs für die Büste, die Ernst-Reuter-Plakette, die Herausgabe der Schallplatte, die Umbenennung der Linde im Tiergarten, die Beschaffung des Gemäldes und die Benennung der Siedlung.

Von Interesse ist ebenso, welche Vorschläge, die in dem Bericht enthalten waren, der damalige Senat verworfen hat: Die Onkel-Bräsig-Schule in Britz, Tagungsort des SPD-Parteitags, wurde nicht nach Reuter benannt. Nicht beschlossen wurden im März 1954 ferner die Schaffung eines Denkmals sowie weitere Straßen-Umbennungen. Namentlich war die damalige Berliner Straße (heute Otto-Suhr-Allee) vorgeschlagen worden, wobei hervorgehoben worden war, dass diese Straße auf den Ernst-Reuter-Platz hinführe. Nicht durchsetzen konnte sich der Gedanke, die Freie Universität in Ernst-Reuter-Universität umzubenennen. Auch die Benennung des Studentenheims Eichkamp in Internationale Jugendstadt Ernst-Reuter fand keine Zustimmung. Ebensowenig fand die Idee Anklang, auf dem Ernst-Reuter-Platz zum Gedächtnis eine Kerze aufzustellen “ dieser Vorschlag erfolgte möglicherweise in Bezug darauf, dass die Bevölkerung nach dem Eintreffen der Todesnachricht Kerzen ins Fenster gestellt hatte. Ebenfalls verworfen wurde die Idee, das “Franksche Freiheitsbekenntnis”, das vom Sender RIAS verbreitet wurde, durch ein Freiheitsbekenntnis aus dem Munde Ernst Reuters zu ersetzen.

Berlin und seine Bürgermeister

Einen Überblick über die Regierenden Bürgermeister Berlins und über die Oberbürgermeister nach 1945 sowie über die Stadtoberhäupter seit der Steinschen Städtereform Anfang des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen historischen Porträts und Fotografien aus den Beständen des Landesarchivs Berlin finden Sie hier