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Klimapartnerschaft: Berlin - Buenos Aires

31.12.2019

Abschluss des Projektes
Projektgruppe zum Abschluss des Projektes

Projekt „Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung in öffentlichen Krankenhäusern im Rahmen der Klimapartnerschaft Berlin-Buenos Aires“

Die seit 1994 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Buenos Aires wurde im Jahr 2012 im Rahmen des Projektes von Engagement Global „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ um eine Klimapartnerschaft erweitert.

Ziel beider Städte ist es, sich über „Best Practices“ zur Förderung von nachhaltigem Energiemanagement, Energieeinsparungen, Energieeffizienz und zum Einsatz von Erneuerbaren Energien auszutauschen und damit einen gemeinsamen Beitrag zur Verringerung des Ausstoßes von klimaschädlichen Emissionen zu leisten. In diesem Zusammenhang wurde bereits in den Jahren 2012 bis 2015 ein erfolgreiches Projekt im Rahmen des Unterprogramms „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ (NaKoPa) zum Thema „Unterstützung beim Aufbau eines nachhaltigen Energiemanagements in öffentlichen Bildungseinrichtungen in der Stadt Buenos Aires mit einer Bildungskomponente in beiden Partnerstädten“ durchgeführt.

Schwerpunkt des Projekts war die Steigerung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden zum Zwecke der Kostenreduzierung und CO²–Einsparung. Darüber hinaus sollte die Sensibilität für Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen in den Schulen beider Partnerstädte gefördert werden. Über ein Maßnahmenpaket aus Informationskampagnen, Energieeffizienz-Schulungen, Leitfäden u. Ä. konnten so mehr als 470 Lehrer*innen und mehr als 33.900 Schüler*innen in Buenos Aires erreicht werden.

Im Rahmen der bestehenden Städtepartnerschaft haben Berlin und Buenos Aires von 2016-2019 an einem Folgeprojekt mit dem Titel „Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung in öffentlichen Krankenhäusern im Rahmen der Klimapartnerschaft Berlin-Buenos Aires“ zusammengearbeitet. Anlass für dieses Projekt war ein Energiereport, nach dessen Ergebnis zahlreiche Krankenhäuser der Stadt Buenos Aires einen relativ hohen spezifischen Energieverbrauch haben. Das Kooperationsprojekt knüpfte dabei teilweise an das Vorgängerprojekt an, indem es sich die Weiterentwicklung und Optimierung des kommunalen Energiemanagements zur Aufgabe gemacht hat.
Gleichzeitig wurde ein neues Pilotprojekt aufgesetzt, in dem ein ausgewähltes Krankenhaus in Buenos Aires, mit Unterstützung des Landes Berlin, mit einer modernen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK-Anlage) ausgestattet wurde.
Bei der Umsetzung dieses Pilotprojekts konnte die Stadt Buenos Aires von der besonderen Erfahrung der deutschen Hauptstadt profitieren. Mit über 1.000 KWK-Anlagen ist Berlin die deutschlandweit führende Modellstadt für diese klimaschonende Technologie. Durch den Einsatz dieser Anlagen konnten die Treibhausgasemissionen im Hauptstadtgebiet maßgeblich reduziert werden. In Buenos Aires waren energieeffiziente KWK-Anlagen in öffentlichen Krankenhäusern bisher nicht im Einsatz. Die Förderung des Baus der KWK-Anlage trägt somit zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz bei. Gleichzeitig wird auf diese Weise auch die Stromversorgungssicherheit der Krankenhäuser unterstützt.

Nach einer öffentlichen Ausschreibung hat die Senatskanzlei im September 2016 die Berliner Energieagentur (BEA) beauftragt, ein Umsetzungskonzept für eine Pilot-KWK-Anlage in einem öffentlichen Krankenhaus in Buenos Aires zu entwickeln.

Klima-Workshop
Klima-Workshop
Bild: Senatskanzlei Berlin

Im November 2016 wurde im Rahmen der ersten Expertenentsendung nach Buenos Aires ein Auftaktworkshop zu Rahmenbedingungen von KWK-Anlagen durchgeführt. Neben Mitarbeiter-/innen der Umweltschutzagentur der Stadt Buenos Aires (APrA) nahmen auch Mitarbeiter-/innen des Gesundheitsministeriums, des Ministeriums für Umwelt und Öffentlichen Raum der Stadt Buenos Aires sowie des Finanzministeriums teil. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema Kraft-Wärme-Koppelung, stellte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums das Beispiel einer KWK-Anlage in einem Krankenhaus in Santiago de Chile vor. Die Auslegung und Planung einer KWK-Anlage in Buenos Aires stieß auf großes Interesse. Im Anschluss wurden mit dem argentinischen Energieministerium die Rahmenbedingungen in Argentinien für KWK-Anlagen erörtert. Nach umfangreichen Vorbereitungen für die Implementierung der KWK-Anlage im Krankenhaus, konnte die Anlage schließlich im November 2019 eingebunden und in Betrieb genommen werden.
Als Demonstrationsprojekt soll dieser Pilot auch private Institutionen und Unternehmen anregen, diese Technologie bei passenden Rahmenbedingungen in Sektoren wie Produktion, Hotels oder Einkaufszentren einzusetzen und so die CO²-Emissionen der Stadt Buenos Aires zu reduzieren.
Gefördert wurde das Projekt durch die Engagement Global gGmbH mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.